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Geschichte Libanons : Anhaltende Konflikte
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Knapp drei Monate nach Kriegsende sah sich der Libanon einer neuen schweren Krise konfrontiert, als fünf prosyrische Minister ihren Rücktritt einreichten (der aber von Ministerpräsident Siniora nicht angenommen wurde), nachdem Verhandlungen über eine Erweiterung des Kabinetts um weitere prosyrische Vertreter gescheitert waren. Vor allem die Hisbollah hatte mit Hinweis auf ihren erfolgreichen Kampf gegen Israel eine stärkere Beteiligung schiitischer, prosyrischer Kräfte an der Regierung gefordert, in erster Linie wohl deshalb, um in der Regierung über eine Sperrminorität gegenüber der antisyrischen Mehrheit zu verfügen.

Denn zugleich berieten die Vereinten Nationen über die Einrichtung eines internationalen Sondertribunals zum vermutlich von Syrien und prosyrischen Libanesen mit zu verantwortenden Attentat auf Hariri im Februar 2005; dieses Sondertribunal wurde am Ende auch beschlossen und von der libanesischen Regierung (bei Abwesenheit der prosyrischen Minister) bestätigt.

Der Konflikt zwischen anti- und prosyrischen Kräften verschärfte sich, als am 21. November 2006 Industrieminister Pierre Gemayel aus der christlichen, antisyrischen Politikerdynastie Gemayel einem Attentat zum Opfer fiel; es war dies das vierte Attentat auf einen prominenten Syriengegner seit dem Mord an Hariri und wurde wie die vorangegangenen prosyrischen Kreisen zugeschrieben, die damit möglicherweise die prowestliche Regierung zum Scheitern bringen wollten. Der Sommer 2007 war erneut von bewaffneten Auseinandersetzungen geprägt, und zwar zwischen der libanesischen Armee und der al-Qaida nahestehenden Islamisten-Miliz Fatah al-Islam, die sich um das Palästinenser-Flüchtlingslager Nahr al-Bared nahe Tripolis konzentrierten. Erst nach mehr als drei Monaten konnte sich die Armee gegen die Islamisten durchsetzen, was die Regierung als „größten nationalen Sieg über den Terrorismus” feierte.

Im November 2007 endete die Amtszeit von Präsident Lahoud. Da es dem Parlament aufgrund der anhaltenden Konflikte zwischen pro- und antisyrischen Kräften nicht gelungen war, einen Nachfolger zu wählen, gingen die Befugnisse des Präsidenten vorerst an die Regierung über. Auch in den Folgemonaten konnten sich die beiden Lager nicht auf einen Präsidenten einigen, die Präsidentenwahl wurde wieder und wieder verschoben. Im Mai 2008 schließlich weitete sich die Staatskrise zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen prosyrischen Kräften mit der Hisbollah an der Spitze und der antisyrischen, prowestlichen Regierung nahestehenden Gruppen aus; es drohte erneut ein Bürgerkrieg. Am Ende gewann die als neutral geltende Armee die Kontrolle über die Konfliktparteien, und die beiden Seiten verständigten sich – auch dank der Vermittlung durch die Arabische Liga – auf eine zügige Beilegung der Krise. Sie einigten sich auf die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit unter Einschluss der Opposition, d. h. auch der Hisbollah, und mit einem Vetorecht für die Opposition. Und sie wählten mit den Stimmen fast aller Abgeordneten im insgesamt 20. Anlauf am 25. Mai 2008 den Armeechef Michel Suleiman zum neuen Staatspräsidenten.

Libanon," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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Amin Gemayel
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