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Geschichte Österreichs : Aufgeklärter Absolutismus (1740-1790)
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Entsprechend der Pragmatischen Sanktion übernahm nach Karls Tod dessen Tochter Maria Theresia, seit 1736 mit Herzog Franz von Lothringen verheiratet, die Nachfolge in den habsburgischen Erblanden; Franz wurde ihr Mitregent (und 1745 als Franz I. römisch-deutscher Kaiser). Unmittelbar nach ihrem Herrschaftsantritt sah sich Maria Theresia den Gebietsansprüchen verschiedener europäischer Mächte, allen voran Preußens und Bayerns, konfrontiert. Im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) konnte sie ihre Herrschaft in den habsburgischen Landen verteidigen, verlor jedoch den Großteil der reichen Provinz Schlesien an Preußen sowie Parma und Piacenza an Spanien.

Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) bestätigte dann den territorialen Status quo, leitete aber auch den österreichisch-preußischen Gegensatz ein, der erst mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 beigelegt wurde.

An Gebietsgewinnen hatte Österreich unter Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II., seit 1765 ihr Mitregent, Galizien, das durch die 1. Polnische Teilung 1772 an die Habsburger kam, und die Bukowina, die 1775 vom Osmanischen Reich erworben wurde, zu verbuchen sowie das Innviertel, das Österreich durch den Bayerischen Erbfolgekrieg 1779 gewann.

Die Innen- wie Außenpolitik wurden unter Maria Theresia und Joseph II. in hohem Maße von dem Staatskanzler Wenzel Graf von Kaunitz bestimmt. Unter seiner Ägide wurde das Staatswesen im Sinne des aufgeklärten Absolutismus grundlegend reformiert: Die Länder verloren weitgehend ihre verwaltungstechnische Eigenständigkeit, für die österreichischen und die böhmischen Länder wurde eine neue zentrale Verwaltungsbehörde geschaffen, Justiz und Verfassung wurden reformiert.

Nach Maria Theresias Tod führte Joseph II. das Reformwerk seiner Mutter energisch fort und forcierte es im Sinn der Aufklärung: Er schaffte die Leibeigenschaft ab, reformierte die Prozessordnung, garantierte religiöse Toleranz und lockerte die Zensur, entzog der Kirche die Kontrolle über säkulare Angelegenheiten und führte die Zentralisierung der Verwaltung weiter (siehe Josephinismus). Mit seiner Reformpolitik, die kaum Rücksicht auf nationale Sonderrechte in seinem Vielvölkerreich nahm, provozierte er jedoch in einigen seiner Länder – in Böhmen, Ungarn und den Österreichischen Niederlanden – Erhebungen, und noch kurz vor seinem Tod 1790 musste Joseph hier einen Teil seiner Reformen zurücknehmen. Erst Josephs Bruder und Nachfolger, Leopold II., konnte die Erhebungen unterdrücken. Kurz nach seinem Herrschaftsantritt suchte Leopold – vor dem Hintergrund der Französischen Revolution – in der Konvention von Reichenbach auch die Verständigung mit Preußen, das fünf Jahre zuvor unter Friedrich dem Großen den Fürstenbund organisiert hatte, der gegen Joseph II. gerichtet war, vor allem gegen dessen Versuche, zur Arrondierung seines Staatsgebietes die Österreichischen Niederlande gegen Bayern zu tauschen.

Kaiserliche Familie

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