Geschichte der Türkei : Der Aufstieg der Osmanen
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Die günstige geographische Lage seines im Nordwesten Anatoliens gelegenen kleinen Fürstentums ermöglichte es Osman I. Ghasi, dem Gründer der osmanischen Dynastie, die Schwäche des Byzantinischen Reiches auszunutzen und reiche Beute bei Überfällen auf christliches Gebiet zu machen. Er eroberte u. a. die byzantinischen Städte Eskisehir, Bilecik, Yarhisar und Yenisehir und sein Sohn die Provinzhauptstadt Bursa (1326). Die Osmanen kontrollierten damit das fortgeschrittene Verwaltungs-, Finanz- und Militärwesen der Provinz; Bursa wurde ihre Hauptstadt. Allmählich gelang ihnen die Expansion ihres Reiches auf das turkmenische Gebiet im Westen Anatoliens. Die Expansion des Osmanischen Reiches auf europäischem Boden begann gegen Ende der Herrschaftszeit Orhans. Osmanische Soldaten standen auch als Söldner im Dienst von byzantinischen Herrschern: Johannes VI. Kantakuzenos konnte sich so 1347 den Thron sichern; als Gegenleistung durften diese osmanischen Söldner byzantinische Besitzungen in Thrakien und Makedonien plündern, und die Tochter des Kaisers wurde mit Orhan verheiratet. Die Söldner schlugen ihre Lager auch auf der Halbinsel Gallipoli auf, um von dort aus die noch verbleibenden byzantinischen Besitzungen in Europa zu überfallen. |
Der Ausbau des osmanischen Fürstentums in ein großes Reich, das Südosteuropa, Anatolien und die arabische Welt umfasste, geschah zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert: Das Reich unter Murad I. und Bayazit I. (genannt: Yıldırım) erstreckte sich von der Donau bis zum Euphrat. Murads größter militärischer Erfolg war der Sieg in der Schlacht auf dem Amselfeld im Kosovo (1389), in der er die vereinigten Heere der Balkanvölker von Serbien, Bosnien und Bulgarien schlug. Murad selbst fiel in der Schlacht, doch sein Sohn Bayazit führte die Armee zum Sieg und eroberte in den nächsten Jahren einen Großteil der turkmenischen Fürstentümer Anatoliens. Der Aufstieg der Osmanen zur führenden Macht in Anatolien stellte eine Bedrohung für das Interessengebiet des Mongolenherrschers Tamerlan (Timur-i Läng) dar, der kurze Zeit zuvor große Teile des heutigen Iran sowie Zentralasiens erobert hatte. |
Tamerlan griff 1402 die Osmanen in Anatolien an und besiegte Bayazit. |
Bayazits Enkel, Murad II., setzte in Serbien und Bulgarien osmanische Verwaltungsbeamte ein und sicherte somit die osmanische Vorherrschaft in Europa bis zur Donau. Sein Sohn Mohammed II. setzte diese Politik fort und besiegte die letzten noch freien christlichen Fürstentümer südlich der Donau. Seine Eroberungen erreichten ihren Höhepunkt in der Einnahme von Konstantinopel (1453) sowie in der Unterwerfung Anatoliens bis hin zum Euphrat. Bayazit II. beendete die Eroberungspolitik zugunsten einer Festigung der Teile des Reiches, die von seinen Vorgängern besetzt worden waren. Selim I. benutzte dagegen die ihm überlassenen territorialen und verwaltungsmäßigen Machtgrundlagen, um das Mameluckenreich in Ägypten zu zerstören (1517); außerdem eroberte er Syrien, Palästina und Arabien in einem einzigen Feldzug und gliederte so das Kernland der alten islamischen Kalifate dem Osmanischen Reich an. |
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Alexander der Große |
Süleiman II., der Prächtige, setzte die Expansion fort: Er überschritt die Donau, eroberte Ungarn und belagerte 1529 Wien; im Osten eroberte er den Rest Anatoliens sowie das alte Zentrum der Abbasiden und Seldschuken im Irak. "Turkei," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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