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Die australische Wirtschaft: der Verkehr
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Australien und Neuseeland sind einem Schlichtungs- und Schiedsspruchsystem angeschlossen, dessen Ziel die rechtliche Regelung von Löhnen und Arbeitsbedingungen ist. Die Verfassung ermöglicht der australischen Regierung, bei Auseinandersetzungen in der Industrie zu vermitteln und zu schlichten. Die nationale Interventionsautorität ist ausschließlich auf staatsübergreifende Streitfälle beschränkt. Für innerstaatliche Streitigkeiten bestehen ebenfalls obligatorische Schlichtungs- und Schiedsspruchinstitutionen. Sämtliche Vorgänge der Vermittlung und Schlichtung werden von der Australian Conciliation and Arbitration Commission, den ihr angeschlossenen Gerichtshöfen und den Mitgliedern der Schlichtungskommission durchgeführt. Schlagen sämtliche Schlichtungs- und Schiedsspruchversuche fehl, so sind die Gerichte dazu befugt, Arbeitgebern und Arbeitnehmern rechtsverbindliche Auflagen auszusprechen. Die Missachtung dieser gerichtlichen Auflagen kann mit Bußgeldern geahndet werden. In der Praxis legen die Kommissionsrichter die Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen der meisten Arbeitnehmer fest. Im Jahr 1991 entschloss sich die Kommission, direkte Lohnverhandlungen zwischen Arbeitgebern und -nehmern zuzulassen.

Die Gewerkschaftsbewegung ist mit über drei Millionen Mitgliedern in etwa 20 Gewerkschaftsverbänden auf regionaler, staatlicher und nationaler Ebene sehr stark und gilt als ernst zu nehmender wirtschaftlicher sowie politischer Machtfaktor. Derzeit sind etwa 43 Prozent aller Gehalts- und Lohnempfänger gewerkschaftlich organisiert.

Beschäftigte erhalten Arbeitslosenunterstützung und Vergütungen im Krankheitsfall, Entschädigungszahlungen im Fall von Arbeitsunfällen, einen Mindestlohn und geringfügige Prämien sowie allgemeine Sozialleistungen und Leistungen im Rahmen der Gesundheitsversorgung. Grund- bzw. Mindestlöhne wurden 1907 gesetzlich eingeführt. Zwischen 1921 und 1953 wurden die Grundlöhne in vierteljährlichen Abständen an die steigenden Lebenshaltungskosten angepasst. Der Australische Bund beendete die automatische Lohnanpassungsregelung im September 1953, aber einige Staaten nahmen diese Regelung zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf. Der nationale Gesetzgeber gab 1992 die Löhne zur Verhandlung von branchenbezogenen Vergütungen und Übereinkünften seitens der Arbeitgeber frei.

Verkehr
Ein Großteil des australischen Eisenbahnnetzes wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den selbständigen, voneinander unabhängigen australischen Kolonien angelegt. Die Gleislänge beträgt 9 528 Kilometer. Eine weitere Besonderheit, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Selbständigkeit der einzelnen Kolonien zur Zeit des Eisenbahnbaues steht, waren die nicht vereinheitlichten Spurweiten. In den australischen Staaten gibt es insgesamt vier verschiedene Spurweiten, wobei in einigen Staaten mehrere Spurweiten benutzt werden.

Infolge eines Standardisierungsprogramms des Commonwealth sind heute jedoch die Hauptstädte der Bundesstaaten durch eine vereinheitlichte Schienenbreite verbunden, die mit dem Standard der staatlichen Eisenbahngesellschaft auf den transaustralischen Strecken und dem Eisenbahnnetz im Capital Territory sowie den meisten zentralaustralischen Eisenbahnlinien nach Alice Springs übereinstimmt. Rationalisierungsmaßnahmen und zunehmender Straßenverkehr haben die Schließung vieler Strecken auf dem Land und in stadtnaher Umgebung nach sich gezogen. Das heutige Streckennetz befindet sich größtenteils im Besitz der australischen Bundesregierung und der

Melbourne
Melbourne (Australien). Encarta
Regierungen der einzelnen Staaten. Darüber hinaus bestehen auch private Bahnlinien, die insbesondere die Eisenerzlagerstätten in Western Australia (Pilbara-Distrikt) versorgen. Die National Rail, eine staatliche Gesellschaft, nahm ihre Arbeit 1993 mit dem Ziel auf, den zwischenstaatlichen Frachtverkehr und die Eigentümerschaft von Vermögenswerten der staatlichen Eisenbahn zu übernehmen. Die Gesamtänge des Straßennetzes beträgt 810 200 Kilometer (2003). Viele wichtige Verbindungsstrecken wurden in den achtziger Jahren im Rahmen eines staatlichen Programms zur Zweihundertjahrfeier saniert oder ausgebaut, aber die Qualität der Straßen ist in der Regel sehr unterschiedlich. Zwischen den Hauptstädten der Bundesstaaten bestehen preiswerte Busverbindungen.
Die größten Städte und einige abgelegene Siedlungen sind über ein umfassendes Streckennetz des Flugverkehrs miteinander verbunden. Infolge der großen Entfernungen zwischen den einzelnen Städten und in den dünn besiedelten Regionen des Landes gehört das Flugzeug zu den regulären Transportmitteln. Australien verfügt über mehr als 400 Start- und Landeplätze. Die inländischen Fluggesellschaften wurden 1990 dem freien Wettbewerb übergeben, nachdem die Abkommen zwischen Australian Airlines, der nationalen inländischen Fluggesellschaft, und Ansett, dem einzigen privaten Wettbewerber, ausliefen. Dadurch konnten sowohl die zur Verfügung stehenden Flugzeiten wie auch die Fluglinien verdoppelt werden. Die Beendigung ihrer Monopolstellung erlaubte auch kleineren privaten Anbietern den Zugang zum Flugsektor. Die größte Fluggesellschaft Australiens ist Qantas Airways (Qantas steht für Queensland and Northern Territory Aerial Services Ltd.). Die wichtigsten nationalen und internationalen Flughäfen befinden sich in Sydney (Kingsford Smith) und Melbourne (Tullamarine), die übrigen Hauptstädte der australischen Bundesstaaten und Cairns verfügen ebenfalls über internationale Flughäfen.  Küstenschifffahrt ist ebenso wie der Überseeverkehr für die australische Wirtschaft von lebenswichtiger Bedeutung. Insgesamt gibt es etwa 70 Häfen mit kommerzieller Schlüsselfunktion, von denen sich die meisten an der Ostküste befinden. Sydney ist mit der angrenzenden Botany Bay der wichtigste Hafen für Mischfrachten. Weitere bedeutende Häfen sind u. a. Port Hedland, wobei man sich hier vor allem auf Eisenerz als Massengut spezialisiert hat, ferner Melbourne, Fremantle, Newcastle, Port Kembla, Geelong, Brisbane, Port Gladstone und Port Walcott. "Australien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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