Die chilenische Bevölkerung
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Fotografien Chile |
Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern ist die Bevölkerungszusammensetzung Chiles relativ homogen. Die ersten spanischen Siedler vermischten sich mit den lokal ansässigen Ethnien, vor allem mit den Araukanern. Nachkommen dieser Mischehen, die Mestizen, bilden heute 92 Prozent der Bevölkerung. Die europäische Einwanderung spielt in Chile keine so große Rolle wie in anderen Ländern Amerikas. Lediglich im 19. Jahrhundert fand eine kleine Immigrationswelle statt. Darunter befanden sich auch Deutsche, die nach der gescheiterten Revolution von 1848 auswanderten. |
Sie siedelten vor allem im Gebiet von Valdivia und Puerto Montt, wo inzwischen etwa 100 000 deutschstämmige Chilenen leben. Daneben gibt es im ganzen Land kleinere Bevölkerungsanteile an Italienern, Österreichern, Schweizern, Briten, Jugoslawen und Franzosen. |
Dennoch beträgt der rein europäische Bevölkerungsanteil nur etwa 2 Prozent. Knapp 7 Prozent der Bevölkerung sind Indianer, von denen die im Süden des Landes lebenden Mapuche die größte Gruppe bilden. Weitere, bekanntere Ethnien sind z. B. die Aymara und die Feuerländer. Die Einwohnerzahl von Chile beläuft sich auf etwa 16,4 Millionen (2008); damit ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern pro Quadratkilometer. Neun Zehntel der Bevölkerung leben in der Zentralregion zwischen Concepción und La Serena. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 0,89 Prozent (2008). Etwa 88 Prozent der Bevölkerung leben in Städten, ungefähr ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes hat ihren Wohnsitz in der Agglomeration Santiago. |
Sowohl die Gemeinden im Süden als auch in der Wüstenregion im Norden sind sehr isoliert und durch weite, meist unbewohnte Landstriche vom Rest des Landes getrennt. |
Zu den bedeutenden Städten in Chile zählen neben Santiago auch Concepción, Zentrum der Landwirtschaft und Industrie (225 000 Einwohner), Valparaíso, ein großer Seehafen (276 000), und Viña del Mar, ein beliebter Urlaubsort (292 000). Die Amtssprache in Chile ist Spanisch und wird nahezu von der gesamten Bevölkerung gesprochen. Die indigene Bevölkerung spricht Indianersprachen wie Quechua, Aymara und vor allem Dialekte der Araukaner wie das Mapudungun. Etwa 77 Prozent der chilenischen Bevölkerung sind römisch-katholischen Glaubens. Weitere 13 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Protestantismus. Es gibt ferner eine kleine jüdische Glaubensgruppe. Die Indianer üben ihre traditionellen Religionen aus. Im Jahr 1925 erfolgte die offizielle Trennung von Kirche und Staat. |
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Stadtansicht von Santiago. Encarta |
In Chile feiert man am 1. Januar Neujahr. Weitere Feiertage sind Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag. Der Tag der Arbeit wird am 1. Mai abgehalten, und am 21. Mai folgt der Gedenktag der Seeschlacht von Iquique. Der katholische Feiertag Fronleichnam fällt, abhängig von Ostern, entweder in den Mai oder in den Juni. |
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Am Feiertag von Peter und Paul am 29. Juni lässt man Boote von der Küstenstadt Valparaíso treiben, die mit Bildern des heiligen Petrus, des Schutzheiligen der Fischer, geschmückt sind. Diese Prozession wird bereits seit 1682 alljährlich zelebriert. Am 15. August feiert man Mariä Himmelfahrt. Nationalfeiertag ist der 18. September (Unabhängigkeitstag), der an die Ablösung des spanischen Generalkapitäns durch eine Junta zur Zeit der Unabhängigkeitsbestrebungen im Jahr 1810 erinnert. Der Tag der Armee fällt auf den 19. September. Der Kolumbustag am 12. Oktober gedenkt der Ankunft der spanischen Forschungsreisenden in Amerika im Jahr 1492. Weitere Feiertage sind Allerheiligen am 1. November und Mariä Empfängnis am 8. Dezember. Chilenen kommen am 25. Dezember in den Genuss einer |
Puerto Montt in Chile. Encarta |
warmen Weihnacht, denn in der südlichen Hemisphäre ist zu dieser Zeit Sommer. Daraus entstand vielleicht auch der Brauch, die Haustür angelehnt zu lassen, um Vorübergehende zum Eintreten einzuladen und an der Krippe (Pesebre) ein Gebet zu sprechen. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde erstmals eine Sozialgesetzgebung erlassen, und bis in die frühen siebziger Jahre zählte das Wohlfahrtsprogramm zu den umfassendsten der Welt. Nach dem Militärputsch von 1973 wurde ein großer Teil der sozialen Absicherungsstruktur abgebaut. Die Mehrheit der Bevölkerung kann sich jedoch kostenlos in staatlichen Gesundheitszentren und Krankenhäusern medizinisch versorgen lassen. Arbeiter beziehen im Alter zumeist eine Rente, sind gegen Arbeitslosigkeit versichert und erhalten andere Vergütungen. Außerdem gibt es seit Beginn der neunziger Jahre, als fünf Millionen Menschen in Armut lebten, ein Programm zur Bekämpfung der sozialen Polarisierung. Chile," Microsoft® Encarta |
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