Geschichte China : Das goldene Zeitalter der chinesischen Philosophie
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Die politische Instabilität seit dem 7. Jahrhundert war begleitet von sozialen Umbrüchen und von langen Phasen intellektueller und kultureller Fruchtbarkeit und Vielfalt. Insbesondere das Nachdenken über Fragen der politischen und sozialen Ordnung gewann große Bedeutung und prägte in seinen Ergebnissen die chinesische Kultur über mehr als zwei Jahrtausende bis in die Gegenwart. Konfuzianismus Der erste und wohl einflussreichste Philosoph dieser Periode war K’ung-fu-tzu (westlicher Name: Konfuzius, 551-479 v. Chr.). Der Sohn einer kleinen Adelsfamilie aus dem Staat Lu (heute Shandong) repräsentierte die aufsteigende Klasse von Verwaltungsfachleuten und Ratgebern, ohne die die Aufgaben der neuen staatlichen Verwaltungen nicht zu bewältigen waren. Konfuzius’ Hauptforderung war die Restauration jener politischen und sozialen Einrichtungen, wie sie die Zeit der frühen Zhou gekannt hatte. Er glaubte, dass die weisen Herrscher dieser Periode auf der Grundlage persönlicher Tugend eine ideale Gesellschaft entwickelt hätten, und versuchte, eine neue integre und kultivierte Elite zu etablieren. Eine Wiederbelebung der feudalen Ethik der frühen Jahrhunderte schien ihm der beste Weg zur Wiederherstellung gefestigter Ordnungen in Politik und Gesellschaft zu sein. |
Taoismus Die Lehren des Taoismus, der zweiten großen philosophischen Schule der Zhou-Zeit, finden sich im Tao-te king (Buch vom Tao und seiner Kraft). Als Urheber dieser philosophischen Richtung gelten Lao-tse (etwa 4. Jahrhundert v. Chr.) und Zhuangzi (ca. 369-286 v. Chr.). Die Taoisten lehnten das System des Konfuzius ab. Anstatt auf die Wiederbelebung der feudalen Ethik setzten sie auf die Abwendung von der Zivilisation und die Suche nach Übereinstimmung mit der Natur. Das Nicht-Eingreifen (wu wei) ist dabei eines der grundlegenden Prinzipien. Legalismus Die dritte politische Schule der Zeit, die auf die weitere Entwicklung der chinesischen Zivilisation großen Einfluss hatte, war der Legalismus. Er forderte angesichts der allgemeinen Auflösungstendenzen neue und drastische Maßnahmen. Ziel war eine soziale Ordnung, die auf strikten und objektiven Gesetzen fußen und jeden Aspekt menschlicher Aktivität durch Lohn und Strafe reglementieren sollte. |
Um ein solches System zu errichten, musste ein machtvoller und wohlhabender Staat gebildet werden. Verstaatlichung des Kapitals, Einrichtung von Regierungsmonopolen, Beseitigung der überlieferten Familienstrukturen und Aufbau einer effektiven Verwaltung sollten unumschränkte staatliche Macht gewährleisten. Nach außen sollte eine auf Autarkie gerichtete Politik dem Staat Handlungsfreiheit verschaffen. Die wichtigsten Vertreter der Legalisten waren zwei Minister des Staates Ch’in: Shang Yang (4. Jahrhundert v. Chr.) und Han Feizi (spätes 3. Jahrhundert v. Chr.). Zu den zahlreichen anderen, im Westen heute weniger bekannten philosophischen Schulen der Zeit gehören: Hedonisten, Rhetoriker, Logiker, Strategen, Agronomisten und insbesondere die Schule des Mo Ti (gestorben 391 v. Chr.), der im Prinzip der allumfassenden Liebe den Schlüssel zur Lösung der Probleme des Menschen erkannte. "China," Microsoft® Encarta |
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