Fotografien
Die deutsche Wirtschaft
Fotografien Deutschland

Mit der Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland im Oktober 1990 wurde auch der Zusammenschluss der beiden unterschiedlichen Wirtschaftssysteme (Planwirtschaft, soziale Marktwirtschaft) eingeleitet. Die erforderlichen Umstrukturierungen brachten zum Teil schmerzliche Prozesse in Gang. Allein der massive Stellenabbau im Zuge der Privatisierung ehemals staatseigener Betriebe hatte in den neuen Bundesländern eine stark anwachsende Arbeitslosigkeit zur Folge, ein Problem, das dort bis dahin nicht bekannt war. Weil die Eigentumsfrage für bestimmte Liegenschaften nicht geklärt war, kam es zur Verzögerung notwendiger privater Investitionen – in manchen Fällen blieben sie sogar ganz aus. Trotz einiger Anstrengungen (z. B. Transferzahlungen, Steuerbegünstigungen) ließ sich in den neuen Bundesländern ein wirtschaftlicher Aufschwung im erhofften Maß nicht verzeichnen.

Vor allem auf dem Arbeitsmarkt bestehen zwischen den alten und den neuen Bundesländern große Unterschiede: Die Arbeitslosenquote ist in den neuen Bundesländern deutlich höher als in den alten Bundesländern. 1991 etwa betrug die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt in den alten Bundesländern 6,3 Prozent und in den neuen 10,3 Prozent (ganz Deutschland: 7,3 Prozent); in den folgenden Jahren erhöhten sich sowohl die Quoten als auch der Abstand zwischen Ost und West; in den neuen Bundesländern lag die Quote zeitweise bei mehr als 20 Prozent.

1997 erreichte die Arbeitslosenquote mit im Jahresdurchschnitt 12,7 Prozent (4,4 Millionen Arbeitslose) für das gesamte Bundesgebiet ihren bis dahin höchsten Stand. In den darauf folgenden Jahren sank die Quote zwar wieder, nämlich bis auf 10,3 Prozent 2001, stieg dann aber wieder kontinuierlich an. Im Januar 2005 waren erstmals seit Bestehen der Bundesrepublik mehr als fünf Millionen Menschen arbeitslos gemeldet; das entsprach einer Arbeitslosenquote von 12,1 Prozent. In der Folgezeit sank die Quote erneut, und zwar auf unter 10 Prozent Anfang 2007.

Im Westen wie im Osten Deutschlands führten Rationalisierungsmaßnahmen zum Phänomen des Jobless Growth: Output und Unternehmensgewinne wachsen, ohne dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Deutschland liegt bei etwa 41 Millionen. Davon sind 60 Prozent in Dienstleistungsunternehmen, 37 Prozent in der Industrie und 3 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt.
Trotz der dramatischen Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt und der hohen Staatsverschuldung (2005: rund 1,4 Billionen Euro) gehört die Bundesrepublik nach wie vor zu den weltweit führenden Industrienationen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 2 897 Milliarden US-Dollar (2006). Hiervon erwirtschaftet der Dienstleistungssektor 69,1 Prozent, das verarbeitende Gewerbe 22,70 Prozent, das Baugewerbe 3,60 Prozent und die Landwirtschaft 1 Prozent. Rechnerisch ergibt sich daraus ein BIP pro Kopf von 35 167 US-Dollar.
deutsches Weinbaugebiet
deutsches Weinbaugebiet. ENcarta
Landwirtschaft
Die Mehrzahl der Bauernhöfe im Westen des Landes sind relativ klein; rund 75 Prozent haben eine Fläche von höchstens 20 Hektar. Sie werden von ihren Besitzern und deren Familien oft als Nebenerwerbsbetriebe bewirtschaftet. In der Landwirtschaft arbeiten rund 1,3 Millionen Menschen. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche betrug 2005 circa 17 Millionen Hektar. Gut zwei Drittel der Fläche entfallen auf Ackerland, knapp ein Drittel auf Grünland. In den letzten Jahren stellten viele Betriebe wirtschaftlich erfolgreich auf eine biologisch-dynamische Produktionsweise um und schlossen sich zum Teil alternativen Vermarktungsorganisationen an.
Rebflurbereinigung am Kaiserstuhl
Die besten Anbaugebiete befinden sich am Südrand des Norddeutschen Tieflands. Angebaut werden hauptsächlich Zuckerrüben, Kartoffeln, Gerste, Weizen, Hafer und Roggen, Mais und Raps. In einigen klimatisch begünstigten Gebieten wird in Sonderkulturen Wein angebaut. Namhafte Anbaugebiete liegen u. a. in Franken, in Rheinhessen, an der Mosel und am Kaiserstuhl. Große Bestände an Rindern, Schweinen, Schafen und Geflügel werden zunehmend in spezialisierten Betrieben gezüchtet. Deutschland nimmt in der EU den ersten Rangplatz als Milcherzeugerland sowie hinsichtlich der Produktion von Schweinefleisch ein. 89 Prozent des Nahrungsbedarfs können in Deutschland durch einheimische Produkte gedeckt werden.
Rebflurbereinigung am Kaiserstuhl. ENcarta
Forstwirtschaft und Fischerei
Forstwirtschaft und Fischerei spielen in Deutschland eine beträchtliche Rolle. Bei der Aufforstung wurden schnell wachsende Nadelhölzer bevorzugt; heute bemüht man sich allerdings, die Anteile der ökologisch wertvolleren Laubhölzer zu erhöhen. Die wirtschaftlich bedeutendsten Ressourcen befinden sich in den großen Wäldern im Südwesten; über 70 Prozent davon sind Nadelholz. Der seit den achtziger Jahren bekannte saure Regen verursachte zum Teil gravierende Waldschäden, welche die Existenzgrundlage der Forstwirtschaft lang- oder mittelfristig massiv bedrohen. Die wichtigsten Fischereihäfen des Landes sind Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an der Nordsee und Kiel an der Ostsee. Die Fangmenge beläuft sich auf durchschnittlich 330 353 Tonnen (2005), der überwiegende Anteil davon sind verschiedene Seefische, besonders Heringe. Deutschland," Microsoft® Encarta
Benutzerdefinierte Suche