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Geschichte Österreichs : Koalitionskriege und Errichtung des Kaiserreiches Österreich
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In den Koalitionskriegen (1792-1807) gegen das revolutionäre bzw. napoleonische Frankreich und den anschließenden Napoleonischen Kriegen (1808-1812) hatte Österreich einen großen Teil der Kriegslasten der antifranzösischen Koalition zu tragen. Durch die demokratischen und nationalstaatlichen Ideen der Französischen Revolution sahen sich die absolutistischen Monarchien Europas in ihrem Bestand bedroht, so auch die Habsburgermonarchie. Franz II., Sohn und seit 1792 Nachfolger Leopolds II., übernahm zusammen mit Preußen die Initiative und die Führung im Krieg gegen das revolutionäre Frankreich (auch aus dynastischen Gründen: seine Tante Marie Antoinette war die Gemahlin König Ludwigs XVI. von Frankreich).

Den 1. Koalitionskrieg (1792-1797) begannen Österreich und Preußen erfolgreich mit einem raschen Vorstoß nach Frankreich, wurden jedoch bald zurückgeschlagen, und in der Folge waren überwiegend die Truppen des revolutionären Frankreich siegreich.

Nach dem Ausscheren Preußens aus dem Krieg 1795 führte Österreich den Krieg gegen Frankreich alleine weiter, wurde schließlich aber auf allen Kriegsschauplätzen geschlagen. Im Frieden von Campo Formio musste Österreich 1797 u. a. auf die Österreichischen Niederlande und die Lombardei verzichten, erhielt dafür aber Venetien, Istrien und Dalmatien. Im 2. Koalitionskrieg (1798-1801) hatte Österreich erneut die Hauptlast zu tragen und musste nach anfänglichen Erfolgen erneut eine Niederlage hinnehmen; der Friede von Lunéville bestätigte schließlich den Status quo von 1797.

Am 11. August 1804 proklamierte Franz II. seine Erblande zum erblichen Kaisertum Österreich um und nahm (als Franz I.) den Titel eines Kaisers von Österreich an, um in Rang und Würde seinem Gegner Napoleon nicht nachstehen zu müssen.

Die Verfassung der habsburgischen Länder blieb von der Erhebung zum Kaisertum unberührt, ebenso die römisch-deutsche Kaiserwürde.

1805 nahm Franz im 3. Koalitionskrieg den Kampf gegen Frankreich bzw. Napoleon wieder auf, der für Österreich wiederum in einer schweren Niederlage endete: Napoleon besetzte Wien und schlug die österreichisch-russischen Truppen in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz entscheidend. Im Frieden von Preßburg vom Dezember 1805 musste Österreich u. a. Venetien abgeben und Tirol, Vorarlberg, Augsburg, Passau etc. Bayern überlassen, erhielt dafür Salzburg. Am 6. August 1806 legte Franz II. die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder und erklärte das Heilige Römische Reich für erloschen, nachdem sich wenige Tage zuvor die süd- und westdeutschen Staaten in dem von Napoleon abhängigen Rheinbund zusammengeschlossen und ihren Austritt aus dem Reichsverband erklärt hatten.

Ab 1808 bereitete Österreich auf Betreiben seines Außenministers Graf von Stadion neuerlich einen Krieg gegen Napoleon vor. Nach anfänglichen Erfolgen – u. a. durch Andreas Hofer in Tirol – musste sich Österreich jedoch erneut geschlagen geben und im Frieden von Schönbrunn weitere gravierende Gebietsverluste hinnehmen: Es verlor den in der 3. Polnischen Teilung gewonnenen Teil Galiziens, Salzburg und das Innviertel, Krain, Triest, Dalmatien und Teile von Kärnten. In der Folgezeit suchte Österreich unter seinem neuen Außenminister Fürst von Metternich die Annäherung an Frankreich – u. a. wurde 1810 Franz’ Tochter Marie Louise mit Napoleon verheiratet;

Ludwig XVI

Ludwig XVI

aber nach dem Untergang der napoleonischen Grande Armée, an der sich auch Österreich mit einem Kontingent beteiligt hatte, schloss es sich im August 1813 in den Befreiungskriegen der antinapoleonischen Koalition an. Im Oktober 1813 brachte die Koalition in der Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon die entscheidende Niederlage bei; im April 1814 dankte Napoleon ab. Im September 1814 trat der Wiener Kongress zur Neuordnung Europas zusammen. Dominiert wurde der Kongress von Metternich, dem es gelang, Österreich in seiner alten Größe wiederherzustellen: Es bekam praktisch alle verlorenen Gebiete zurück und wurde im Besitz der Lombardei und Venetiens bestätigt, musste jedoch endgültig auf die Österreichischen Niederlande sowie die alten habsburgischen Vorlande im Südwesten Deutschlands verzichten. "Österreich," Microsoft® Encarta
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