Geschichte Japans : Faschismus und Krieg: Die frühe Showa-Ära (1926-1945)
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Fotografien Japan |
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Nach dem Tod seines Vaters bestieg Hirohito 1926 den Thron; er stellt seine Regierung unter die Losung Showa („Glänzende Harmonie”). Verschiedene innere Entwicklungen drängten zunehmend auf eine erneute aggressive Politik gegenüber China. Wichtigste treibende Kraft in dieser Richtung war die japanische Industrie, deren Kapazitäten seit Beginn des 1. Weltkrieges in großem Stil ausgebaut worden waren. Der Ideologie der militärischen Sicherung von Absatzmärkten folgend forderte sie eine offensive Außenpolitik. Auch die Verdoppelung der japanischen Bevölkerungszahl seit 1868 schien die Forderung nach Expansion zu rechtfertigen. Ähnlich wie von den Nationalsozialisten in Deutschland wurde die Expansionsforderung von den Faschisten in Japan mit einer rassistischen „Lebensraum”-Ideologie verknüpft, die den Japanern als vermeintlich höherstehender Rasse die Sendung zuschrieb, sich als „Herrenvolk” in Asien auszubreiten. |
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise, die den Exportmarkt Japans weitgehend ruinierte und sich vor allem in der Landwirtschaft katastrophal auswirkte, erhöhte sich der innenpolitische Druck weiter. Vor diesem Hintergrund wirkte die Unterzeichnung des Londoner Flottenabkommens, in dem sich die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan auf weitere Rüstungsbeschränkung einigten, durch Premierminister Hamaguchi Osachi im April 1930 auf die politische Rechte als Provokation. |
Das Attentat auf Hamaguchi im November 1930 (er starb 1931 an den Folgen des Attentats) gab den Auftakt für eine Serie von Politikermorden. Die Besetzung der Mandschurei 1931 und ein – gescheiterter – Putschversuch jüngerer Offiziere zur Errichtung einer Militärdiktatur im Mai 1932 beschleunigten den Niedergang des parlamentarischen Parteiensystems. Die Macht verlagerte sich auf die Seite der Generäle, die, gefördert von großen Industriellenfamilien und mit Billigung des Kaisers, auf die Errichtung eines militärfaschistischen Regimes zusteuerten, das sich am Vorbild des nationalsozialistischen Deutschland orientieren sollte. 1936 erreichten sie den Abschluss des Antikominternpakts mit Deutschland; 1937 trat auch das faschistische Italien dem Pakt bei. |
Obwohl die Expansionspolitik gegenüber China in den zwanziger Jahren offiziell beendet worden war, hatten die dort stationierten japanischen Militäreinheiten den Einfluss Japans in Verwaltung und Wirtschaft zielstrebig ausgebaut. Als der chinesische Widerstand gegen diese Entwicklung immer stärker wurde, nahm die japanische Armee 1931 einen von ihr inszenierten Vorfall, den so genannten Mandschurischen oder Mukden-Zwischenfall, zum Anlass, ohne offiziellen Befehl der japanischen Regierung die gesamte Mandschurei zu besetzen. Unter dem Namen Mandschukuo errichtete sie hier 1932 einen nominell unabhängigen Marionettenstaat und setzte Pu Yi, der als Xuantong der letzte chinesische Kaiser gewesen war (1908-1912), als Regenten ein; 1934 wurde Pu Yi zum Kaiser des international nicht anerkannten Staates erhoben. 1933 griffen japanische Truppen Shanghai an und stießen auch im Norden von der Mandschurei her auf chinesisches Territorium vor. Als der Völkerbund Japan zur Einstellung seiner Aggression aufforderte, trat Japan aus der Organisation aus. Auch ein chinesisch-japanischer Waffenstillstand vom Mai 1933 konnte der japanischen Expansion in China kein Ende setzen. |
Ein Zusammenstoß zwischen chinesischen und japanischen Truppen in Peking, wo aufgrund der nach dem Boxeraufstand vereinbarten Boxer-Protokolle von 1901 immer noch japanische Militäreinheiten stationiert waren, diente Japan im Juli 1937 als Vorwand zur Eröffnung des – formell nicht erklärten – 2. Chinesisch-Japanischen Krieges. Das schnelle Vorrücken der japanischen Truppen war begleitet von Kriegsverbrechen und schweren Übergriffen gegen die chinesische Zivilbevölkerung, unter der es zu hohen Verlusten kam. Der Widerstand der Chinesen, die ihren Bürgerkrieg zugunsten einer Volksfront zur nationalen Verteidigung zurückgestellt hatten, brachte den Vormarsch Japans 1938 vorerst zum Stillstand. |
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Japanische Truppen in China. Encarta |
Die zivile japanische Führung beraubte sich selbst ihrer Einflussmöglichkeiten auf die Kriegsführung, als Ministerpräsident Fürst Konoe Fumimaro 1937 die Verantwortung für die gesamte Kriegsführung direkt an die Streitkräfte abtrat. Mit dem Ende 1937 vorgelegten expansionistischen Konzept „Neue Ordnung Ostasiens”, dem sie 1938 die Generalmobilmachung folgen ließ, bekräftigte die japanische Führung formell den Anspruch auf eine Hegemonie über Ostasien. Mit dem Beginn des Krieges gegen China waren alle sozialen Bewegungen verboten oder für den Krieg funktionalisiert worden, und im September 1940 wurden auf Betreiben Konoes auch alle politischen Parteien aufgelöst und durch den Bund zur Förderung der Kaiserherrschaft ersetzt. In der Art einer faschistischen Einheitspartei sollte der Bund den politischen Willen von oben nach unten durchsetzen und das „neue System” des japanischen Faschismus vollenden. "Japan," Microsoft® Encarta |
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