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Fischerei und Industrien in Europa
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Die Waldgebiete im Norden Europas, in Norwegen und dem europäischen Russland sind die Hauptquelle für die europäische Forstwirtschaft. Über eine relativ bedeutende Forstwirtschaft verfügen die Länder Schweden, Norwegen, Finnland und Russland; dort werden Holzschliff, Bauhölzer und andere Holzprodukte hergestellt. In Südeuropa sind Spanien und Portugal zu nennen, die eine Reihe von Korkwaren auf der Basis der Korkeiche produzieren. In allen Ländern wird übrigens seit geraumer Zeit intensiv Wiederaufforstung betrieben. Ein ungelöstes Problem ist aber nach wie vor das Waldsterben, das durch die extremen Umweltbelastungen hervorgerufen worden ist. Fischerei findet bis zu einem gewissen Maß in allen europäischen Ländern statt, die über Küsten verfügen. Einen besonders wichtigen Industriezweig stellt sie aber für die Länder im Norden dar, in erster Linie für Norwegen und Dänemark.

Auch Spanien, Russland, Großbritannien und Polen sind beachtliche Fischereinationen. Wichtigste Fischarten sind Hering, Schellfisch und Kabeljau (in der Nordsee und im nördlichen Atlantik), Flunder und Lachs (in der Ostsee), Thunfisch und Sardine (im Mittelmeer) sowie Stör (im Schwarzen Meer). Die gegenwärtige Verteilung der Bevölkerung ist in weiten Teilen Europas auch ein Ergebnis der Verteilung der Bodenschätze und deren Förderung. Der Abbau von Rohstoffen geschieht schon seit dem Altertum. Deshalb sind mittlerweile auch viele Lager erschöpft oder von außereuropäischen Stätten an Bedeutung überholt worden, so z. B. bei Zinn, Gold, Silber und Kupfer.

Dabei besitzt Europa vielfältige Bodenschätze. Groß sind noch die Steinkohlevorräte in einigen Teilen Großbritanniens, im Norden Frankreichs, im westlichen Deutschland (Ruhrgebiet), in der Ukraine und im südlichen Polen (Oberschlesien). Weitere Kohlevorkommen existieren in Belgien, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Spanien. In einigen Teilen Europas musste die Kohleförderung jedoch aus Rentabilitätsgründen eingestellt oder reduziert werden.

Größere Eisenerzvorkommen findet man heute in den Kiruna-Minen im Norden von Schweden, in Lothringen (Frankreich) und in der Ukraine. Europa verfügt über einige Regionen, in denen Erdöl und Erdgas gefördert werden.

Hier sind in erster Linie die Nordsee (Anrechte besitzen vor allem Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Deutschland und Norwegen) und die ehemaligen Sowjetrepubliken, besonders Russland, als wichtigste Abbaugebiete zu nennen. Festländische Erdölvorkommen befinden sich auch in Norwegen, Großbritannien und Rumänien. Die Länder Mitteleuropas spielen in diesem Bereich nur eine untergeordnete Rolle. Weitere in Europa weit verbreitete Bodenschätze sind neben anderen auch Blei, Bauxit, Mangan, Nickel, Kalium, Lehm, Gips, Dolomit und Salz.

Seit der industriellen Revolution hat die herstellende Industrie die Lebensgestaltung der Menschen in Europa nachhaltig geprägt. Europa ist heute eine der wichtigsten Industrieregionen der Welt. Diese Entwicklung war begünstigt durch die reichen Vorkommen an Bodenschätzen. Auf dieser Basis entwickelten sich im 19. Jahrhundert am Nordrand der Mittelgebirge weitläufige Industriereviere. Zu den ausgedehntesten gehören Gebiete in England, Nordfrankreich (besonders in Lothringen), Deutschland und Schlesien. Die frühen Zentren der modernen Industrieproduktion in Osteuropa entwickelten sich auf ähnliche Weise. Zu nennen sind hier die Industriegebiete im Ural, in der Ukraine und in Mittelrussland.

Fischereifahrzeug
Fischereifahrzeug. Bild E. Buchot
Im 19. Jahrhundert waren die industriell gefertigten Güter noch weitgehend rohstoffgebunden. Erzeugnisse wie Eisen und Stahl, Metalle, Textilien, Bekleidung, Schiffe, motorisierte und andere Fahrzeuge waren für lange Zeit wichtige Produkte der europäischen Industrie. Diese sowie eine Vielzahl anderer Artikel werden nach wie vor hergestellt. Die Herstellung von Chemieprodukten, Elektronikzubehör und anderen Hightechgütern waren seit dem 2. Weltkrieg die führenden Wachstumsindustrien. Die industriellen Ballungsgebiete sind weitläufig über den Kontinent verteilt. Hierzu gehören die größeren Städte von Ländern wie England, Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Norwegen, Schweden, Russland und der Ukraine. In einigen Branchen – wie etwa der Textilindustrie – werden seit einiger Zeit verschiedene industrielle Tätigkeiten in so genannte Billiglohnländer ausgelagert. In manchen Ländern Europas hat die Industrie durch das Dienstleistungsgewerbe Konkurrenz bekommen, was sich vielerorts in dem Wandel von einer hoch entwickelten Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft niedergeschlagen hat. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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