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Die Geographie von Norwegen
Fotografien Norwegen

Norwegen ist ein überaus gebirgiges Land. Fast ein Drittel der Fläche liegt jenseits des nördlichen Polarkreises. Diese geographischen Charakteristika des Landes waren für die historische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes von besonderer Bedeutung.

Das Land gliedert sich in fünf Hauptregionen: Vestlandet (Westland), Østlandet (Ostland), Trøndelag (Region Trondheim), Nord Norge (Nordnorwegen/Finnmark) und Sørlandet (Südland).

Norwegen ist im Norden sehr schmal; die geringste Breite liegt bei etwa sieben Kilometern. Nach Süden verbreitert sich das Land; hier liegen auch die höchsten Erhebungen Norwegens. Die Gebirgsmassive, die Vestlandet und Østlandet trennen, bestehen aus einem komplexen System von markanten und abgerundeten Gipfeln und Hochebenen oberhalb der Waldgrenze.

Diese Fjell genannten Hochflächen wurden während des Pleistozäns (siehe Quartär) von Gletschern überformt. Die größten Höhen werden mit dem Glittertind (2 472 Meter) und dem Galdhöpiggen (2 469 Meter) im Gebirgsmassiv Jotunheimen („Reich der Riesen”) erreicht, an das nach Mittelnorwegen hin der Dovrefjell anschließt. Im Süden liegt der Hardangervidda, ein weites Gebirgsplateau mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 1 000 Metern. Das Vestlandet wird durch das steil zum Meer abfallende Gebirge geprägt. Während der quartären Eiszeiten schnitten sich die Gletscher tief in frühere Flusstäler ein und formten so eine spektakuläre Fjordlandschaft. Der Sognefjord ist mit einer Länge von 204 Kilometern der längste Fjord; an manchen Stellen steigen die umrahmenden Felswände vom Meer abrupt bis zu einer Höhe von etwa 1 500 Metern auf.

Ähnliches gilt für den Geirangerfjord und den Næerøyfjord, die auch wegen der landschaftlichen Schönheit ihrer Umgebung 2005 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurden.

Die Gletscher in Süd- und Mittelnorwegen sind in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts stark gewachsen. So schob sich der Briksdalgletscher, eine Gletscherzunge des Jostedalsbreen (zwischen Sogne- und Nordfjord), innerhalb von zehn Jahren rund 320 Meter talwärts. Ursache hierfür ist vor allem die Zunahme der Niederschlagsmengen im Winter.

In den drei von Tiefland geprägten Gebieten – der Südküste von Boknafjord, den tiefer gelegenen Teilen des Hardangerfjords und den küstennahen Inseln – lebt ein Großteil der Bevölkerung von Vestlandet. Diese Gebiete sind zudem die landwirtschaftlich am intensivsten genutzten Regionen des Vestlandet. Die küstennahen Inseln bilden einen Teil der Küstenplattform (Strandflate), einer Felsplatte, die sich an manchen Stellen etwas über den Meeresspiegel erhebt, an anderen Stellen knapp unter dem Meeresspiegel liegt.

Das Østlandet umfasst die sanfter abfallenden Hänge des Gebirges und wird überwiegend von einer hügeligen Landschaft mit vereinzelten Tälern eingenommen.

Mitternachtssonne in Bodo

Mitternachtssonne in Bodo

In den tiefer gelegenen Teilen der Täler, vor allem um den Oslofjord, befinden sich einige der ertragreichsten Landwirtschaftsgebiete Norwegens. Østlandet und Vestlandet sind über einige Täler verbunden (Hallingdal, Numedal, Gudbrandsdal, Østerdal). Das Sørlandet umfasst die südlichste Spitze Norwegens mit der Stadt Kristiansand als Zentrum. Für diese Region ist besonders schönes Sommerwetter charakteristisch.

Die nördlich der höchsten Berge Norwegens gelegene Region Trøndelag ist landschaftlich mit dem Østlandet vergleichbar. Das Gebiet ist reich an Tälern, welche die Hügel durchschneiden und sich an den Fjorden vereinigen. Das Zentrum dieser Region bildet der breite Trondheimsfjord. Mehrere Halbinseln und vorgelagerte Inseln bilden einen natürlichen Schutz um diesen Fjord, der von großen Flächen sehr fruchtbaren Landes umgeben ist.

Nord Norge (Nordnorwegen), ein weites Gebiet bestehend aus Fjorden und Gebirgen, ist das Land der Mitternachtssonne (siehe Polartag). Ein Großteil der Bevölkerung hat sich an der Strandflate-Küste und auf den Strandflate-Inseln angesiedelt. Die Inselgruppe der Lofoten und Vesterålen, die wichtigste Inselgruppe in der Nähe der Küste von Norwegen, besteht aus den ehemals vergletscherten Gipfeln einer alten vulkanischen Gebirgskette. Im nördlichsten Teil dieser Region grenzen die Fjorde an die kalten Gewässer des Nordpolarmeeres. An der Spitze der Fjorde steigt das Land zu dem ausgedehnten Finnmarksvidde auf, einem kahlen Gebirgsplateau. In dieser Region befinden sich einige der größten Gletscher Europas. Norwegen," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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