Geschichte Chinas : Die Shang-Dynastie (16. Jahrhundert bis 1050 v. Chr.)
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Fotografien China |
Die Anfänge der chinesischen Geschichte sind unbekannt, lediglich in der mythologischen Überlieferung finden sich Nachrichten für die Frühzeit, die bisher jedoch weder durch archäologische Funde noch durch sonstige Quellen bestätigt wurden. Bei Ausgrabungen in der Nähe Pekings fand man Werkzeuge und Überreste des Homo erectus pekinensis (Pekingmensch, siehe Evolution des Menschen), deren Alter auf rund 500 000 Jahre geschätzt wird. Sowohl für die Altsteinzeit wie für die Jungsteinzeit gibt es weitere Funde (200 000 bzw. 25 000 Jahre alt), die den Schluss nahe legen, dass der östliche Teil des heutigen China durchgehend menschliches Siedlungsgebiet gewesen ist. Der erste historische Abschnitt, der sich genauer umgrenzen lässt, ist die so genannte Yangshao-Kultur (etwa 6. bis 4. Jahrtausend v. Chr.), deren Mittelpunkt im Gebiet des Huang He (Gelber Fluss) lag und deren Hauptkennzeichen rot-schwarze Keramik ist. Es folgte die Lung-shan-Kultur (etwa 3. bis 2. Jahrtausend v. Chr.), für die der Anbau von Reis und der Bau fester menschlicher Siedlungen, die mit Schutzmauern umgeben waren, archäologisch belegt sind. In diese Jahrtausende, über die nur wenig bekannt ist, projiziert die mythologische Überlieferung verschiedene Urkaiser und Kaiserdynastien, auf welche die Entstehung der chinesischen Kultur zurückgeführt wird. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Kaiser Huangdi („Gelber Kaiser”) und der Hsia-Dynastie (etwa 2000 bis 1600 v. Chr.) zu, die jedoch beide historisch nicht belegt sind. |
Archäologisch belegt ist die Shang-Dynastie. Ihr Herrschaftsbereich umfasste das Gebiet der heutigen nordchinesischen Provinzen Henan, Hubei und Shandong sowie den nördlichen Teil von Anhui. Den Höhepunkt ihrer Entwicklung erreichte die Shang-Dynastie in ihren letzten drei Jahrhunderten. Die Shang standen einer lockeren Föderation mehrerer Territorien vor. Eine feste Hauptstadt als Residenz der Herrscher gab es nicht; vermutlich kontrollierten die Herrscher ihr Reich als Reisekönige. Die Gesellschaft war in Klassen gegliedert und kann in vielerlei Hinsicht als feudal bezeichnet werden. Der Herrscher stützte sich auf einen zahlenmäßig starken Kriegeradel. Die gesamte Kultur war städtisch geprägt. Das Handwerk, leistungsfähig und spezialisiert, lieferte Waffen, Rüstungen und Gerätschaften aus Bronze. Die hoch entwickelte Steinschnitzerei sowie Palastanlagen aus Holz belegen das hohe künstlerische und architektonische Niveau. |
Shang-Dynastie |
![]() Shang-Dynastie. Encarta |
Die vom einflussreichen Priestertum verwendeten Symbole, mehr als 2 000, wurden Ausgangspunkt für die Entwicklung der modernen chinesischen Schriftzeichen. Trotz der städtischen Kultur blieb die Wirtschaft im Wesentlichen landwirtschaftlich geprägt. Angebaut wurden Hirse, Weizen, Gerste und eventuell auch Reis. Die Viehhaltung umfasste Schweine, Hunde, Schafe, Ochsen, außerdem wurden Seidenraupen gezüchtet. Im religiösen Kultus wurden die Ahnen und Naturgottheiten verehrt, doch gab es mit Shang Di eine oberste Gottheit. Für die hoch entwickelte Grabkultur, die Riten der Opferung von Menschen und Tieren einschloss, finden sich zahlreiche Zeugnisse. "China," Microsoft® Encarta |
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