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Geschichte Finnlands : Russische Herrschaft (1809-1917)
Fotografien Finnland

1807 verständigten sich Napoleon und Zar Alexander I. im Frieden von Tilsit bei ihrer Neuordnung Mitteleuropas u. a. auf die Zugehörigkeit Finnlands zu russischen Interessensphäre. 1808 besetzten russische Truppen Finnland, und 1809 verzichtete Schweden im Frieden von Fredrikshamn formell auf Finnland. Finnland war nun autonomes Großfürstentum innerhalb des Russischen Reiches; die Grundgesetze, die Schweden 1772 und 1789 zugunsten Finnlands erlassen hatte, wurden von Alexander I. bestätigt. Zugleich wurden diejenigen Gebiete Kareliens, die vor 1809 an Russland abgetreten worden waren, wieder mit Finnland vereint.

Verwaltet wurde das Großfürstentum von einem russischen Generalgouverneur; die Regierungsgeschäfte lagen in den Händen eines finnischen Staatssekretärs, der von der russischen Hauptstadt Sankt Petersburg aus agierte. 1812 löste Helsinki Turku als Hauptstadt von Finnland ab.

In Reaktion auf die neuerliche Fremdherrschaft erstarkten seit den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts die nationalfinnischen Bewegungen. Vorrangige Ziele dieser Bewegungen waren die Einführung des Finnischen als Amts- und Schulsprache sowie die Errichtung eines finnischen Nationalstaates. Wobei die eine Partei, die so genannten Svekomanen, für die Einbeziehung des großen schwedischen Bevölkerungsteiles in einen zu errichtenden unabhängigen Staat plädierte, während die andere, die Fennomanen, ein rein finnisches Staatswesen anstrebte. Die russische Seite trug bis Mitte des 19. Jahrhunderts den finnischen Nationalbewegungen keinerlei Rechnung; die restaurative Politik Zar Nikolaus’ I. führte im Gegenteil zu einem politischen Stillstand in Finnland.

Erst Alexander II. leitete eine Reihe von liberalen Reformen ein, die dem zunehmenden finnischen Nationalbewusstsein entgegenkamen: 1863 stellte er per Dekret mit Wirkung von 1883 die finnische Sprache der schwedischen gleich und anerkannte damit die Tatsache, dass die bisher schwedischsprachige kulturelle Oberschicht unterdessen von einer finnischsprachigen abgelöst worden war. 1865 erhielt Finnland eine eigene Münze, und 1869 trat der finnische Landtag erstmals seit 1809 wieder zusammen. 1878 erhielt Finnland mit der Einführung der Wehrpflicht eine eigene Armee. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erfasste die antiliberale Russifizierungspolitik Alexanders III. auch Finnland. Sie äußerte sich in der Zurückdrängung der finnischen Sprache aus dem öffentlichen Leben und der sukzessiven Einschränkung der Autonomie.

Alexander III. von Russland
Alexander III. von Russland
1899 hob Nikolaus II. in seinem Februarmanifest die Autonomie vollends auf. Angesichts des finnischen Widerstands gegen diese Verfügung und vor allem vor dem Hintergrund der Revolution von 1905, die auch auf Finnland überzugreifen drohte, sah sich Nikolaus II. jedoch 1905 gezwungen, die finnische Autonomie wiederherzustellen. 1906 wurde zudem der bisherige Vier-Stände-Landtag in ein Einkammerparlament umgewandelt, dessen Mitglieder in allgemeinem und gleichem Wahlrecht von Männern und Frauen gewählt wurden. Einer wenig später einsetzenden weiteren Russifizierungswelle begegneten die Finnen erneut mit Widerstand. Finnland," Microsoft® Encarta et Emmanuel Buchot
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