Geschichte der Niederlande : Burgundische und habsburgische Herrschaft
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Fotografien Niederlande |
Im 15. Jahrhundert fassten die Herzöge von Burgund die niederländischen Provinzen, die sich nun zunehmend aus dem Reichsverband lösten, zu einem Herrschaftsbereich zusammen: Herzog Philipp III., der Gute, erwarb zwischen 1429 und 1433 Brabant, Limburg, Namur, Holland, Seeland und Hennegau; seinem Großvater Philipp II., dem Kühnen, waren 1384 auf dem Erbweg bereits Flandern und das Artois zugefallen. Philipps III. Sohn Karl der Kühne suchte Burgund und die Niederlande zu einem einheitlichen, unabhängigen Reich zusammenzufassen, scheiterte jedoch. 1477 fiel der größte Teil der burgundischen Besitzungen, also auch die Niederlande, über Karls Erbtochter Maria von Burgund an den späteren Kaiser Maximilian I. aus dem Hause Habsburg. |
Kurz vor ihrer Heirat hatte Maria den niederländischen Provinzen und Städten im Großen Privileg noch umfangreiche Rechte zugesichert. |
Die Habsburger – zunächst Maximilian, Karl V. und die Statthalterin in den Niederlanden, Margarete von Österreich – verfolgten wie in allen ihren Erblanden so auch in den Niederlanden in erster Linie ihre Hausinteressen und förderten daher die Verselbständigungstendenzen der Niederlande gegenüber dem Reich. Maximilian fasste 1512 im Zuge einer Neuordnung der Reichskreise die meisten der niederländischen Provinzen zum „Burgundischen Kreis” zusammen; sein Nachfolger Karl V. erweiterte den habsburgischen Besitz und den Burgundischen Kreis zwischen 1524 und 1543 noch um Friesland, Utrecht, Overjissel, Groningen, Drenthe und zuletzt Geldern. 1555 übertrug Karl V. den niederländischen Besitz seinem Sohn Philipp II., ab 1556 König von Spanien, womit die Niederlande an den spanischen Zweig der Habsburger kamen. |
Wirtschaftlich und kulturell hatten die Niederlande im 16. Jahrhundert eine einzigartige Blütezeit erreicht. Die Städte, vor allem die flandrischen und brabantischen, waren zu bedeutenden und reichen Handelszentren geworden; Antwerpen hatte sich dank des aufblühenden Handels im spanischen Weltreich (seit 1516 waren die Niederlande durch Karl V. mit Spanien verbunden) zu einem der wichtigsten Häfen und zum herausragenden Finanzplatz in Europa entwickelt. Das Selbstbewusstsein der wohlhabenden niederländischen Provinzen manifestierte sich auch in der „Verfassung” des Länderkomplexes: Basierend auf dem Großen Privileg (wenn es auch von den Nachfolgern Marias von Burgund nicht mehr anerkannt wurde) behaupteten die Provinzen ihre eigenen Ständevertretungen, waren jedoch einer Zentralverwaltung mit einem Generalstatthalter an der Spitze unterworfen. Diese habsburgische „Fremdherrschaft” einschließlich der Zentralisierungstendenzen bewirkte, dass sich die niederländischen Provinzen ungeachtet aller Gegensätzlichkeiten politisch immer enger zusammenschlossen. Niederlande," Microsoft® Encarta |
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Margarete von Österreich |
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