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Geschichte von Norwegen : Nationalistische Tendenzen
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Der liberale Kurs in der norwegischen Politik verstärkte sich nach der Revolution von 1848. Nationalistische Tendenzen traten nicht nur im politischen Leben auf, auch im geistigen Leben kam es zu einer Wiederbelebung norwegischer Kultur. So erfreute sich die Sammlung und Zusammenstellung von norwegischen Märchen und Volksliedern großer Beliebtheit. Wörterbücher, Geschichtswerke und Grammatiken in norwegischer Sprache wurden verfasst. In der Literatur erlebten Schriftsteller wie Henrik Ibsen, Bjørnstjerne Bjørnson, Jonas Lie und Alexander Kielland eine Renaissance.

Als Schweden 1860 vorschlug, das Gesetz zur Union zu überarbeiten und die schwedische Autorität zu vergrößern, schlossen sich die zwei größten norwegischen Parteien zur liberalen Linken (Venstre) zusammen und blockierten die geplanten Änderungen.

Die wiederholten Versuche Schwedens, eine Verfassungsänderung durchzusetzen und dem König das Recht zur Auflösung des Storting zu verleihen, provozierten eine neue Krise. Mit dem Storting-Präsidenten Johan Sverdrup an der Spitze führte das norwegische Parlament eine lange Auseinandersetzung mit König Oskar II. Das Parlament konnte 1884 seine Position durchsetzen, und Sverdrup wurde mit der Bildung eines Kabinetts beauftragt. Im Mittelpunkt der Politik Norwegens stand nun das Bedürfnis nach einer eigenen diplomatischen Vertretung und einer norwegischen Flagge ohne das Unionszeichen für die norwegische Handelsflotte. 1898 bewilligte Schweden die Flagge, sperrte sich jedoch gegen die Forderung nach einer diplomatischen Vertretung.

Nach langen erfolglosen Verhandlungen reichte die norwegische Regierung 1905 ihr Rücktrittsgesuch ein, das von König Oskar II. jedoch abgelehnt wurde.

Daraufhin verkündete das Storting die Auflösung der Union und proklamierte ein unabhängiges Königreich Norwegen. Nachdem in einer Volksabstimmung im August 1905 eine große Mehrheit der Norweger den Entschluss des Storting bekräftigte, dankte König Oskar II. ab. Der schwedische Riksdag (Reichstag) ratifizierte im Oktober die Auflösung der Union. Einen Monat später wählte das Storting Prinz Karl von Dänemark zum König, der als Håkon VII. die norwegische Krone annahm. Während dieser Zeit war es seit 1866 unter der Bevölkerung zum so genannten „Amerikafieber” gekommen: Hunderttausende wanderten bis 1915 nach Nordamerika aus.

Norwegen," Microsoft® Encarta

Oskar II. (von Schweden und Norwegen)

Oskar II. (von Schweden und Norwegen)

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