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Geschichte von Israel : Von der Hoffnung auf Rückkehr bis zur Unabhängigkeit (19. Jahrhundert bis 1948)
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Bei der Proklamation des Staates Israel am 14. Mai 1948 blickten seine Gründer auf mehr als ein halbes Jahrhundert der Bemühungen um die Errichtung eines jüdischen Nationalstaates in Palästina zurück. Während dieser Zeit hatten sich schon die wichtigsten Elemente von Staatlichkeit herausgebildet. Eine entscheidende Rolle in dieser Vorgeschichte Israels spielte die Ende des 19. Jahrhunderts in Europa entstandene zionistische Bewegung (siehe Zionismus), deren Grundsätze bis heute das Fundament des politischen Lebens und des sozialen Zusammenhaltes des Staates bilden. Entstehung, Konflikte und Probleme des Staates Israel sind Teil der jüngsten Geschichte des Judentums wie auch des Nahen Ostens, dessen politische Entwicklung seit über einem halben Jahrhundert durch den Nahostkonflikt und die aus ihm resultierenden Nahostkriege mitgeprägt wird.

Zionismus
Der Traum von der Rückkehr in das historische Siedlungsgebiet, in dem die Juden zuletzt unter römischer Herrschaft ein Staatsvolk gebildet hatten und aus dem sie nach dem Scheitern ihres Aufstands unter Bar Kochba 135 n. Chr. (Jüdische Kriege) vertrieben worden waren, blieb in der Diaspora sehr lange nur als Teil der messianischen Hoffnung in der Religion lebendig. Eine jüdische Rückwanderung gab es kaum; um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten nach Schätzungen höchstens 12 000 Juden in Palästina.

Erst im Spannungsfeld zwischen Assimilation und Verfolgung des Judentums in Europa seit dem 18. Jahrhundert eröffnete sich eine neue Perspektive: Unter dem Eindruck des allgemein zunehmenden Antisemitismus und der Übergriffe gegen Juden in Osteuropa (Pogrome) entstand im 19. Jahrhundert eine Bewegung, die auch den Gedanken der Assimilation verwarf und nur im Auszug aller Juden aus den Nationalstaaten in eine neue „nationale Heimstätte” die Lösung der „Judenfrage” sah. Zur entscheidenden Kraft wurde dabei die 1897 in Basel auf dem Zionistischen Weltkongress gegründete Zionistische Weltorganisation (nach Zion, der biblischen Bezeichnung für einen der Hügel Jerusalems). Ihr charismatischer Führer Theodor Herzl, ein österreichischer Journalist, der mit seinem Buch Der Judenstaat die Programmschrift des Zionismus geliefert hatte, verhandelte viele Jahre lang erfolglos mit

den Großmächten, die im Nahen Osten Einfluss besaßen, über die Zuteilung eines Territoriums. Erst der 1. Weltkrieg und die aus ihm resultierende Veränderung der Machtverhältnisse in Europa wie im Nahen Osten brachte das zionistische Projekt voran.
Alija

Unterdessen hatten die Zionisten bereits viel für die Einwanderung (Alija) nach Palästina getan. Die erste Alija war im Wesentlichen ein philanthropisches Unterfangen europäischer Geldgeber unter Führung des Pariser Bankiers Edmond de Rothschild (1845-1934) gewesen: Von 1882 bis 1903 wurden etwa 25 000 Juden aus Osteuropa in landwirtschaftlichen Kolonien in Palästina angesiedelt, die allerdings ohne finanzielle Unterstützung aus Europa nicht bestehen konnten. Die Leitidee dieses Unternehmens bestand darin, dem Bild des Ghettojuden das des jüdischen Ackerbauers entgegenzustellen; Hintergedanke war, den assimilierten Juden in Westeuropa den Zuzug weiterer „Ostjuden” zu ersparen, denn diese konnten aus ihrer Sicht dem Antisemitismus noch weiteren Auftrieb verleihen. Mit der zweiten und dritten Alija, nun unter zionistischer Leitung, kamen bis 1923 weitere 75 000 vorwiegend osteuropäische Juden nach

Theodor Herzl
Theodor Herzl
Palästina. In diese Zeit fällt die Entstehung der sozialistisch und egalitär geprägten Kolonien (Kibbuzim, Moschawim u. a.) und die Gründung Tel Avivs, der ersten jüdischen Stadt (1908). "Israel," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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