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Geschichte von Kolumbien : Guerillakrieg und Drogenkartell
Fotografien Kolumbien

1958 wurde der Kandidat der Liberalen, Alberto Lleras Camargo, ein zweites Mal in dieses Amt gewählt. Die 1957 gebildete liberal-konservative Koalition, die sich Nationale Front (Frente de Transformación Nacional) nannte, sorgte in den sechziger Jahren für politische Stabilität in Kolumbien. Die Koalition hatte zwar die Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat, konnte aber nur selten die Zweidrittelmehrheit auf sich vereinen, die in beiden Häusern für die Verabschiedung von Gesetzentwürfen erforderlich war. Die Regierung sah sich deswegen häufig zu beinahe vollständiger Handlungsunfähigkeit verurteilt. Präsident Guillermo León Valencia, der Kandidat der Konservativen, der 1964 in das höchste Amt gewählt wurde, rief im Jahr darauf den Notstand aus, um auf diese Weise das politische Patt zu überwinden.

Auch sein Nachfolger, Präsident Carlos Lleras Restrepo, der für die Liberalen kandidierte und Valencia 1966 ablöste, regierte per Notverordnung. Aus den Wahlen des Jahres 1970 ging wieder die Nationale Front mit ihrem Kandidaten Misael Pastrana Borrero als Sieger hervor und wies den Herausforderer, den ehemaligen Diktator Rojas Pinilla, in die Schranken.

Als die Koalition der Nationalen Front 1974 auseinanderbrach, wurde der Liberale Alfonso López Michelsen in freien Wahlen zum Präsidenten gewählt. Die Konservativen erhielten einige Kabinettsposten. Das Land verzeichnete weiterhin hohe Arbeitslosenzahlen; es kam zu Arbeitskämpfen und Studentenunruhen und verschiedentlich zu Guerillaaktivitäten. Bei den Wahlen von 1978, die durch geringe Wahlbeteiligung gekennzeichnet waren, gelangte ein weiterer Liberaler, Julio Turbay Ayala, mit knapper Mehrheit ins Präsidentenamt; er berief später fünf konservative Politiker in sein Kabinett. Linksgerichtete Guerillakämpfer traten 1979 mit spektakulären Aktionen immer selbstbewusster auf. 1980 besetzte ein Guerillakommando 61 Tage lang die Botschaft der Dominikanischen Republik in Bogotá und hielt viele ausländische Diplomaten als Geiseln fest.

Bei den Präsidentschaftswahlen von 1982 siegte der Kandidat der Konservativen, Belisario Betancur Cuartas. Der neugewählte Präsident erließ eine Amnestie, die 400 Guerillas die Freiheit bescherte; im Mai 1984 wurde ein Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Rebellen vereinbart.

Im gleichen Jahr ging Betancur massiv gegen den grassierenden Drogenhandel im Land vor, doch schon 1985 setzten die Guerillas ihre Aktivitäten verstärkt fort. Auch der Kampf gegen den Drogenhandel verlor an Durchschlagskraft, da Drogenhändler und Rebellen in manchen Teilen des Landes zusammenarbeiteten. Im November lieferten sich rechtsgerichtete Todesschwadronen und Rebellen heftige Kämpfe, nachdem die Guerillas in den Justizpalast in Bogotá eingedrungen und Dutzende Geiseln genommen hatten. Die Belagerung endete mit dem Sieg der Armee, aber mehr als 100 Todesopfer waren zu beklagen, darunter der Vorsitzende des Obersten Gerichts und zehn weitere Richter. Ebenfalls im November 1985 ging nach dem Ausbruch des Vulkans Nevado del Ruiz in der Zentralkordillere eine verheerende Schlammflut über einen großen Teil der Region westlich von Bogotá nieder. Die Zahl der Toten und Vermissten belief sich auf 25 000.

Ernesto Samper Pizano
Ernesto Samper Pizano
1986 gewannen die Liberalen die Wahlen, ihr Führer Virgilio Barco Vargas übernahm am 7. August das Präsidentenamt. Als Antwort auf eine Reihe von Mordanschlägen, in welche die kolumbianische Drogenmafia verwickelt war, verhaftete die Regierung im August 1989 mehr als 10 000 Personen und beschlagnahmte den Besitz von verdächtigen Drogenhändlern. Nach einem Wahlkampf, in dessen Verlauf drei Präsidentschaftskandidaten ermordet wurden, gelang dem von der Liberalen Partei nominierten César Gaviria Trujillo im Mai 1990 der Sprung ins Präsidentenamt.
Er machte sich für eine neue Verfassung stark, die im Juli 1991 in Kraft trat und neben anderen Regelungen das Verbot der Auslieferung kolumbianischer Staatsbürger vorsah. Gaviria hob auch den Notstand auf und bot den Drogenhändlern, die sich freiwillig stellten, eine Amnestie an. Teilweise hatte er damit Erfolg, doch der Kokainhandel blieb neben dem Guerillakrieg auch weiterhin Ursache ständiger Unruhe.
Uribe in Kolumbien
Terroraktivitäten der Guerilla und Gewalt im Zusammenhang mit Drogenhandel setzten sich auch 1992 in hoher Intensität fort und zwangen die Regierung, erneut den Notstand auszurufen. 1993 wurde Pablo Escobar, der Chef des Kokainkartells von Medellín, bei einem Feuergefecht mit staatlichen Sicherheitskräften getötet, als er sich seiner Verhaftung entziehen wollte. Bei den Wahlen im März 1994 konnten die Liberalen ihre Mehrheit verteidigen. Im Juni wurde Ernesto Samper Pizano von der Liberalen Partei zum Präsidenten gewählt (Stichwahl). Im selben Monat ereignete sich im Südwesten Kolumbiens ein Erdbeben der Stärke 6,8 nach der Richterskala, durch Schlammlawinen und Flutwellen kamen Hunderte ums Leben. Im Juli 1996 protestierten Tausende von Landwirten gegen die Vernichtung ihrer Kokaplantagen durch staatliche Ordnungskräfte. In einigen Provinzen des Landes sagte die Regierung den Bauern daraufhin höhere Entschädigungen bei der Umstellung auf andere Produkte zu. Kolumbien," Microsoft® Encarta
Uribe
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