Geschichte Europas : Das Hochmittelalter
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Fotografien Europa |
Politisch dominierte im Hochmittelalter, nachdem die Bedrohung der abendländischen Christenheit von außen (Ungarn, Normannen) weggefallen war, die Auseinandersetzung zwischen Papsttum und Kaisertum. Das Papsttum, bisher dem Kaisertum als seinem Schutzvogt untergeordnet, suchte die Kirche aus der weltlichen Vorherrschaft zu lösen. Im Investiturstreit setzte sich das Papsttum in Grundfragen gegen das Kaisertum durch – mit weit reichenden Folgen: Der Kaiser verlor die Reichskirche als Herrschaftsinstrument im Reich und büßte damit im Inneren an Macht ein; und seine Stellung als weltliches, sakral legitimiertes Oberhaupt der Christenheit und damit sein Vormachtsanspruch wurde von anderen christlichen Herrschern in Europa in Frage gestellt. Durch dynastische Politik, d. h. durch den Erwerb des Königreiches Sizilien Ende des 12. Jahrhunderts, konnte das Kaisertum jedoch zeitweise seine Macht wieder entscheidend ausbauen, geriet darüber aber erneut in Konflikt mit dem Papsttum. |
Begleitet wurde der Investiturstreit von einer umfassenden kirchlichen Reformbewegung. Die theologischen Diskussionen im Umfeld der Reformbewegung sowie die Rezeption der Schriften der Antike (vor allem des Aristoteles) führten im 12. Jahrhundert zu einer außerordentlichen Belebung des europäischen Geisteslebens („Renaissance des 12. Jahrhunderts”), aber auch zum Auseinanderbrechen des bisher geschlossen scheinenden christlichen Weltbildes. Zentren der geistigen Auseinandersetzung waren die romanischen Länder Italien und vor allem Frankreich; in Paris und Bologna wurden die ersten Universitäten gegründet. Zu Beginn des Hochmittelalters waren neben dem Heiligen Römischen Reich und Frankreich im lateinischen Abendland zwei weitere bedeutende Reiche entstanden: Das normannische England Wilhelms des Eroberers und der normannische Staat in Süditalien und Sizilien. |
Die christlichen Königreiche Spaniens begannen mit der Rückeroberung maurischen Gebiets (Reconquista) und konnten etwa die Hälfte der Iberischen Halbinsel wieder unter ihre Herrschaft bringen. Im Rahmen der Kreuzzüge griff die abendländische Christenheit erstmals über Europa hinaus aus, errichtete im Heiligen Land Kreuzfahrerstaaten, die nach fränkisch-normannischem Vorbild organisiert waren, schuf nach der Eroberung Konstantinopels ein kurzlebiges Lateinisches Kaiserreich in Kleinasien (1204-1261) und brachte zahlreiche kulturelle Anregungen aus dem Orient nach Europa. |
Wirtschaft und Gesellschaft erlebten im Hochmittelalter ebenfalls einen tief greifenden Wandel: Bevölkerungszuwachs, bedingt u. a. durch die zurückgehende Gefährdung von außen, und gestiegene Nachfrage führten in der Landwirtschaft zur Erschließung neuer Anbauflächen durch Rodung und Neusiedlung (z. B. deutsche Ostsiedlung) und zu einem Aufschwung in Handwerk und Handel. Damit verbunden waren die Ausweitung der Geldwirtschaft, das Entstehen von Märkten und Städten sowie der Ausbau des Verkehrsnetzes. Stärkere Differenzierung, höhere vertikale und horizontale |
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Die Kreuzfahrer staaten. Encarta |
Mobilität der Gesellschaft waren die Folgen des wirtschaftlichen Aufschwungs. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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