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Die indische Landwirtschaft
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Mehr als zwei Drittel der indischen Bevölkerung leben vom Landbau; mehr als die Hälfte der Staatsfläche wird landwirtschaftlich genutzt, über 90 Prozent davon als Ackerland. Die Landwirtschaft trägt etwa 17,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei (2006). Die meisten Höfe sind sehr klein: Im Landesdurchschnitt beträgt die Größe 2,6 Hektar. Ein Drittel der Höfe gilt als zu klein, um eine Familie ernähren zu können. Gemessen an der Anbaufläche ist Reis, das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung, das wichtigste Produkt. Neben Reis wird vor allem Weizen angebaut; Indien gehört außerdem zu den weltgrößten Produzenten von Zuckerrohr, Tee, Baumwolle und Jute; weitere wichtige Anbauprodukte sind Kaffee, Gemüse, Melonen, Sorghum, Hirse, Mais, Gerste, Kichererbsen, Bananen, Mangos, Kautschuk, Leinsamen, Erdnüsse und verschiedene Gewürze.

In der Viehzucht sind insbesondere Büffel, Pferde, Esel und Kamele wichtig, die als Last- und Zugtiere eingesetzt werden. Rinderzucht ist trotz des hohen Bestands von 200 Millionen Tieren für die Ernährung von untergeordneter Bedeutung, weil Rinder von Hindus nicht geschlachtet werden dürfen. Die knappen Weideflächen und Wasservorräte führen dazu, dass indisches Vieh meist schlecht ernährt ist. Die 98,8 Millionen Büffel des Landes (2006) werden vor allem in den Deltaregionen gezüchtet. In den Trockengebieten des Punjab und Rajasthans gehören Kamele (630 000) zu den wichtigsten Lasttieren. Schafe (62,8 Millionen) und Ziegen (125 Millionen) werden hauptsächlich wegen der Wolle gezüchtet. Obwohl in der Landwirtschaft größtenteils immer noch auf traditionelle Methoden zurückgegriffen wird, konnte man seit der Unabhängigkeit einen Trend zum Einsatz von Agrartechnik feststellen.

Das staatlich finanzierte System der Bewässerungskanäle wurde erheblich erweitert; zudem wurden die von Brunnen bewässerten Gebiete stark vergrößert. Etwa 45 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche werden künstlich bewässert. Der Bedarf an chemischen Düngemitteln und ertragreichem Saatgut ist insbesondere als Folge der groß angelegten „Grünen Revolution” der sechziger und Anfang der siebziger Jahre beträchtlich gestiegen. Profitiert haben davon vor allem die reicheren Bauern in den Weizenanbaugebieten wie in Uttar Pradesh und im Punjab.

Das ehemals an Wäldern reiche Indien ist heute nur noch zu etwa 20,6 Prozent bewaldet (2005). Die Forstwirtschaft ist wenig entwickelt und beschränkt sich größtenteils auf die nördlichen Hochländer, auf Assam und die an den Himalaya grenzenden Gebiete. Die durch Raubbau bereits weitgehend zerstörten Wälder werden zur Gewinnung von Brennholz und Holzkohle – die für die meisten Inder wichtigsten Energiequellen – sowie zur Ernte von Nüssen und anderen Früchten sowie von Fasern, Ölen, Kautschuk und Harzen genutzt.

Obwohl der Fischfang größtenteils kommerziell nicht entwickelt ist, spielt er regional, etwa im Ganges-Delta in Bengalen und an der Südwestküste, eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren hat der Staat die

Eine Ziege
Eine Ziege. Bild E. Buchot

Hochseefischerei gefördert, indem Fischfabriken gebaut und eine hochseetüchtige Fischereiflotte unterstützt wurden. Große Fangmengen werden vor allem bei Sardinen, Makrelen und Garnelen erzielt. Zu den wichtigsten Fischereistaaten gehören Kerala, Tamil Nadu und Maharashtra; sie allein erbringen etwa die Hälfte der nationalen Fangmenge. Mittlerweile wird in einigen Regionen die Überfischung zu einem Problem. Der jährliche Fischfang beträgt etwa 6,3 Millionen Tonnen (2005). "Indien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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