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Bergbau, Industrie und Handel in Bolivien
Fotografien Bolivien

Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Eisenerz, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut. Der Bergbau, wichtigster Devisenbringer Boliviens, erlitt Ende der achtziger Jahre durch den Preisverfall für Rohstoffe an den Weltmärkten und durch die Erschöpfung einiger Minen einen Einbruch. Bolivien zählt weltweit zu den größten Zinn-, Wismut- und Antimonproduzenten. 1952 wurden die drei größten Zinnminen verstaatlicht und zur Corporación Minera de Bolivia (COMIBOL) zusammengefasst. Der Großteil der Zinnminen befindet sich im Umland von Oruro. Die Erdöl- und Erdgasförderung im Andenbereich (im Südosten des Landes) gewann seit Anfang der siebziger Jahre zunehmend an Bedeutung; immerhin verfügt das Land nach Venezuela über die größten Erdgasreserven in Südamerika.

Seit Ende der achtziger Jahre ist Bolivien von der Einfuhr ausländischer Mineralölprodukte nahezu unabhängig. Im September 1996 kam ein Vertrag über den Bau der ersten Erdgaspipeline von Bolivien nach Brasilien zustande.

Das verarbeitende Gewerbe erwirtschaftet ungefähr 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigt 13 Prozent der Erwerbstätigen. Die wichtigsten Industriezweige sind neben der Konsumgüterindustrie (Produkte für den Eigenbedarf des Landes), die Metallerzeugung, Erdölraffinerien, chemische Industrie und die Holzverarbeitung (vor allem Papierherstellung). Mehr als zwei Drittel der Industriebetriebe befinden sich in La Paz, dem wichtigsten Industriestandort. Als weitere Standorte sind Oruro, Cochabamba, Potosí und Santa Cruz zu nennen.

Etwa 53 Prozent der Exporteinnahmen entfallen auf den Verkauf von Erzen, 18 Prozent auf den Export von Erdöl und Erdgas. Weitere Ausfuhrgüter sind Soja und Holz. Importgüter sind Kapitalgüter, Konsumgüter und Zwischenprodukte.

Die Handelsbilanz ist negativ. Wichtige Handelspartner Boliviens sind die USA, Argentinien, Brasilien, Peru, Chile und Japan (beide Importhandelspartner) sowie Länder der Europäischen Union (z. B. Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Belgien).

Die Landeswährung ist der Boliviano (= 100 Centavos). Die Banco Central de Bolivia ist die alleinige Notenbank des Landes. Mehrere staatliche Banken zur Förderung kleiner Bergbaugesellschaften und landwirtschaftlicher Betriebe vergeben an diese Kredite. Ausländische und inländische Privatbanken operieren ebenfalls im Land. Bolivien verfügt über ein Eisenbahnnetz von 3 698 Kilometer Länge (2002), welches das Binnenland mit den Häfen am Atlantik und Pazifik verbindet. Die Hauptlinie führt von La Paz zu dem freien Handelshafen Antofagasta in Chile.

Das Straßennetz umfasst etwa 62 479 Kilometer (2004) und beschränkt sich vor allem auf das Hochland und östliche Tiefland. Nur wenige Straßen sind asphaltiert und viele auch nur während der Trockenzeit befahrbar.

Lamas in den Anden
Lamas in den Anden. Encarta
Die Luftfahrtgesellschaft, Lloyd Aéreo Boliviano, unterhält einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen den wichtigsten Landesstädten, den übrigen lateinamerikanischen Ländern und den Vereinigten Staaten. Die Wasserwege sind auf etwa 14 000 Kilometern schiffbar. Fast alle Arbeitnehmer, die nicht in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, sind in den Gewerkschaften des COB (Central Obrera Boliviana: Bolivianische Arbeiterzentrale), dem zentralen Gewerkschaftsbund, organisiert. Nach der Revolution von 1952 wurde eine Gewerkschaft der Bauern gegründet. Bolivien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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