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Bergbau und Industrie in Chile
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Chile verfügt über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt. Laut UN-Angaben wird der Anteil an Kupfer in chilenischen Lagerstätten auf 40 Prozent des Weltvorrates geschätzt. Das Metall nimmt den größten Stellenwert beim Export ein, der Anteil beträgt etwa 35 Prozent des jährlichen Exportvolumens. Rohöl und Erdgas (erstmalig 1945 entdeckt) werden auf Feuerland und in der Magellanstraße gewonnen. Etwa zehn Millionen Barrel Rohöl und 862 Millionen Kubikmeter Erdgas werden jährlich gefördert. Ebenfalls eine wichtige Rolle für den Bergbau Chiles ist der Abbau von Eisenerz. Die Erzminen erreichen Fördermengen von mehr als acht Millionen Tonnen pro Jahr.

Darüber hinaus verfügt das Land über große Vorkommen an Nitraten, Iod, Schwefel und Kohle sowie Silber, Gold, Mangan und Molybdän.

Die ehemals große Bedeutung der Salpetervorkommen in der Atacama-Region, die aufgrund des Salpetermonopols (siehe unten: Geschichte; Liberale Regierung und Kriege mit dem Ausland) für den enormen Reichtum Chiles Ende des 19. Jahrhunderts bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts sorgten – der stickstoffreiche Salpeter war damals Hauptbestandteil der Düngemittel –, ging mit der Einführung von synthetischem Stickstoffdünger auf dem Weltmarkt stark zurück.

Der industrielle Sektor beschäftigt etwa 23 Prozent der Arbeitskräfte im Land (2005). Neben der Verhüttung von Kupfer und der Erzeugung von Eisen und Stahl stehen vor allem die Metallverarbeitung, die chemische und die elektrotechnische Industrie im Vordergrund. Chile gehört zu den größten Stahlherstellern Südamerikas.

Verschiedene Erdölraffinerien verarbeiten sowohl das heimische als auch das importierte Rohöl. Weitere wichtige Produktionszweige sind die Zellstoff- und Papierherstellung, die Produktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln (z. B. Fisch) sowie Textilindustrie (aus Baumwolle, Wolle und Synthetik). Bedeutende Industriestandorte befinden sich im Ballungsgebiet um die Hauptstadt Santiago de Chile sowie um die Städte Valparaíso, Valdivia und Concepción.

Die Strom erzeugenden Anlagen in Chile erreichen eine Gesamtkapazität von vier Millionen Kilowatt und produzieren 45,3 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr (2003). Wesentliche Grundlage stellen die Wasserkraftwerke dar. Mit Wasserkraft werden 53,4 Prozent des chilenischen Strombedarfs gedeckt.

Chiles Straßennetz erstreckt sich über 79 604 Kilometer (2001), von denen 20 Prozent asphaltiert sind. Die Eisenbahnlinien dehnen sich auf einer Länge von 2 030 Kilometern aus (2005) und beschränken sich auf die nördlichen zwei Drittel des Landes. Das wichtigste Nord-Süd-System besteht aus Strecken, welche die bedeutenden Küstenstädte verbinden und über die Anden nach Argentinien und Bolivien führen.

Kupferbergbau in Chuquicamata
Kupferbergbau in Chuquicamata. Encarta
Da das Gebiet aufgrund des gebirgigen Charakters verkehrstechnisch sehr schwierig zu erschließen ist, setzen viele Städte auf den Transport durch die Schifffahrt. Dennoch sind große Häfen selten. Zu den wichtigsten zählen diejenigen von Valparaíso, Talcahuano und Tomé (beide an der Bucht Concepción gelegen), Antofagasta, San Antonio und Punta Arenas. Der bedeutendste internationale Flughafen des Landes befindet sich nahe Santiago; weitere liegen bei Arica, Antofagasta, Puerto Montt und Punta Arenas. Die Währungseinheit Chiles ist der Chilenische Peso (1 Peso = 100 Centavos). Der Peso wurde 1975 eingeführt und ersetzte den Escudo. Die halbautonome Zentralbank von Chile (1926 eingerichtet) fungiert als Notenbank und hat weit reichende Kompetenzen zur Regulierung der nationalen Geldpolitik. Zu den weiteren Banken des Landes gehören eine Staatsbank und eine Reihe von Handels- und Entwicklungsbanken.
Seehafen von Puerto Montt (Chile)
Erzeugnisse aus dem Bergbau machen etwa die Hälfte des gesamten Exportvolumens machen aus. Hier stehen vor allem Kupfer und Eisen an der Spitze. Weitere wichtige Ausfuhrgüter sind Zellstoff, Papierprodukte, chemische Erzeugnisse und Industriewaren. Darüber hinaus gehen auch Erzeugnisse der Nahrungsmittelindustrie und Agrarprodukte in den Export. Zu den wesentlichen Importgütern zählen Maschinen und Kraftfahrzeuge, Lebensmittel, elektronische Anlagen, Mineralprodukte und chemische Erzeugnisse. Wichtige Handelspartner Chiles sind die USA, Japan, Brasilien, Deutschland, Argentinien und Großbritannien. Chile," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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Seehafen von Puerto Montt (Chile). Encarta
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