Fotografien
Die Wirtschaft der Niederlande: Umweltschutz und Energie in Niederlande
Fotografien Niederlande

Nach dem 2. Weltkrieg gewannen Erdöl und Erdgas zunehmend an Bedeutung. Diese Rohstoffe wurden zunächst importiert, und der Hafen von Rotterdam wurde zu einem der wichtigsten Häfen für die Einfuhr und die Verarbeitung von Erdöl. In den fünfziger und sechziger Jahren wurden riesige Erdgasvorkommen in der Provinz Groningen entdeckt. Weitere wichtige Lagerstätten befinden sich in den küstennahen Gebieten der Nordsee. Die Produktion in dem ansonsten rohstoffarmen Land stieg rasch an und ermöglichte 1973 die Schließung der letzten niederländischen Kohlenbergwerke, von denen die meisten in der Provinz Limburg errichtet worden waren.

Die Niederlande wurden zu einem der wichtigsten Exportländer für Erdgas. Im Lauf der neunziger Jahre fand im Zuge der Vermeidung von Umweltbelastungen eine Rückbesinnung auf die Windenergie statt. 1992 wurden mehr als 630 „High-Tech”-Windmühlen mit einer Kapazität von 144 Millionen Kilowattstunden installiert.

Bis zum 2. Weltkrieg war die industrielle Produktion relativ unbedeutend. Der Schwerindustrie kommt in den Niederlanden viel weniger Bedeutung zu als in den benachbarten Ländern. Das schnelle Wachstum des produzierenden Gewerbes nach 1945 wurde von der chemischen und der Elektronikindustrie angeführt. Weitere bedeutende industrielle Produkte sind Nahrungsmittel und Getränke, Tabakwaren, Baumaterialien, Schiffe, raffiniertes Erdöl, Gummi- und Plastikwaren sowie Druckereierzeugnisse. Aufgrund der günstigen Versorgung mit Rohstoffen aus den ehemaligen Kolonien spielt auch die Herstellung von Süßwaren und Speiseöl eine wichtige Rolle. Berühmtheit erlangte die Diamantenschleiferei in Amsterdam, ein traditioneller Produktionsbetrieb. Die wichtigsten Produktionsstandorte des Landes sind Amsterdam, Rotterdam und Eindhoven.

Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung leiden die Niederlande unter erheblichen Umweltschäden. Eine der Ursachen ist die Überdüngung der Böden – die Niederlande haben weltweit nach Neuseeland den höchsten Verbrauch an Düngemitteln – und in deren Folge eine starke Belastung des Grundwassers, der Flüsse und folglich auch der Nordsee mit Phosphaten, Nitraten und Pestiziden.

Die Niederlande sind einer der größten Verschmutzer der Nordsee, produzieren auf der anderen Seite aber weniger als 1 Prozent der Emissionen, die den globalen Treibhauseffekt bewirken. Dies ist zurückzuführen auf eine bereits früh einsetzende aktive Umweltpolitik, die sich allerdings zunächst vor allem auf die Reduzierung der Luftverschmutzung konzentrierte. Unterdessen beteiligt sich das Land jedoch auch an Programmen zur Verbesserung der Wasserqualität in Rhein und Nordsee. Um die natürliche Landschaft zumindest teilweise zu erhalten, haben die Niederlande eine Reihe von Naturparks und Naturschutzgebieten geschaffen.

Währungseinheit ist seit dem 1. Januar 2002 der Euro zu 100 Cents.

Amsterdam-Rhein-Kanal
Amsterdam-Rhein-Kanal. Encarta
Er löste den von De Nederlandsche Bank, der staatlichen Zentralbank, herausgegebenen Gulden (= 100 Cents) als Währung ab. Amsterdam ist ein führendes Banken- und Versicherungszentrum und der Sitz der wichtigsten Börse des Landes. Die Niederlande nehmen seit 1. Januar 1999 an der Europäischen Währungsunion teil. Ein großer Teil der Güter, die in niederländischen Häfen umgeschlagen werden, ist für den Weitertransport in andere Länder, vor allem in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, bestimmt. Die Handelsbilanz ist positiv. Haupthandelspartner sind die Mitgliedsländer der EU, vor allem Deutschland, mit dem etwa ein Viertel des gesamten Handels betrieben wird. Wichtige Ausfuhrprodukte sind Nahrungsmittel (u. a. Fleisch und Milchprodukte), Maschinen und chemische Produkte; importiert werden vor allem Nahrungsmittel (besonders Getreide und Obst), Fahrzeuge und mineralische Brennstoffe.
Bauernhof in Friesland
Wegen der günstigen Lage im Mündungsgebiet mehrerer Flüsse wie Rhein, Maas und Schelde entwickelten sich bedeutende Überseehäfen. Rotterdam ist einer der wichtigsten und größten Seehäfen der Welt; auch im Hafen von Amsterdam werden große Mengen an verschiedensten Gütern umgeschlagen. Die niederländischen Kanäle und Flüsse, die von Lastschiffen mit über 400 Bruttoregistertonnen befahren werden können, haben eine Gesamtlänge von 2 950 Kilometern. Das staatliche Eisenbahnnetz mit einer Länge von 2 813 Kilometern (2005) zieht sich flächendeckend durch das ganze Land. 2003 umfasste das gut ausgebaute Straßennetz 126 100 Kilometer. Fahrräder sind weiterhin wichtig für den Verkehr vor Ort; viele Straßen haben separate Fahrradwege.
Bauernhof in Friesland. Encarta
Der am stärksten frequentierte internationale Flughafen der Niederlande ist Schiphol bei Amsterdam; er gehört hinsichtlich Fracht- und Passagieraufkommen zu den größten in Europa. Darüber hinaus gibt es kleinere Flughäfen in Groningen, Maastricht, Rotterdam und anderen Städten. Die Königliche Fluggesellschaft der Niederlande, KLM, ist die wichtigste Fluggesellschaft des Landes. Niederlande," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Benutzerdefinierte Suche