Industrie und Handel in Schottland
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Fotografien Schottland |
Schottland verfügt ebenso wie der restliche Teil Großbritanniens über große Kohlevorkommen. Ferner gibt es vor allem im Süden große Zinkerzlagerstätten. Der Boden ist im Allgemeinen felsig und nicht sehr fruchtbar, wobei jedoch die ausgezeichnete Bodenbeschaffenheit in den Central Lowlands eine Ausnahme bildet. Der nördliche Landesteil hat ein immenses Energiepotential für Hydroelektrizität und ist zugleich der Standort der meisten und größten britischen Wasserkraftwerke. Seit der Entdeckung ausgedehnter Ölfelder in den späten siebziger Jahren stellt die Erdöl- und Erdgasförderung in der Nordsee einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Der Kohlenbergbau mit umfassenden Lagerstätten in den Central Lowlands hatte für die Industrialisierung Schottlands eine Schlüsselfunktion und stellte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten Wirtschaftsgrundlagen dar, spielt jedoch heute aufgrund der stetig fallenden Weltmarktpreise, der Billiganbieter aus Übersee und den wirtschaftspolitischen Veränderungen seit den achtziger Jahren wie auch in den Bergbauregionen in England und Wales nur noch eine untergeordnete Rolle. |
Die wenigen noch bestehenden Zechen wurden Anfang 1995 privatisiert. Die ebenfalls zu Beginn der Industrialisierung bedeutenden Eisenerzlagerstätten waren bereits vor einigen Jahren weitgehend erschöpft. In einigen Gebieten der Highlands wurden jedoch geringe Mengen von goldhaltigem Gestein entdeckt. Kalkstein, Ton und Kieselerde werden weiterhin gefördert. Die traditionellen Zweige der Schwerindustrie, Schiffbau und Stahlproduktion, die vor allem während der Industrialisierungsphase in Schottland überaus wichtig waren, spielen heute eher eine untergeordnete Rolle. Nur wenige Werften konnten durch die Umstellung auf den Bau von Bohrinseln für die Förderung von Erdöl und Erdgas in der Nordsee überleben. |
Der stetige Rückgang der traditionellen Industrien wurde durch das Wachstum neuer Industriezweige zur Herstellung von chemischen Produkten, Maschinen, Messgeräten und vor allem Elektronikkomponenten ausgeglichen. Viele der Weltmarktführer im Bereich der Elektronik, so z. B. IBM und Motorola, haben vor allem im Großraum Glasgow Niederlassungen gegründet. Bis zu den frühen neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts zählte man in Schottland nahezu 200 Elektronikfirmen, wodurch Schottland nun zu einem der wichtigsten Standorte für die Herstellung von Elektronikkomponenten in Westeuropa herangewachsen ist. Im Einzelnen bedeutet dies, dass hier die meisten Computer und Peripheriegeräte erzeugt werden und somit insgesamt mehr als die Hälfte aller Exporte in diesem Bereich stattfinden. Nahezu 13 Prozent aller Arbeitsplätze in der Fertigungsindustrie, 19 Prozent des gesamten Fertigungsumfangs aller schottischen Industrieansiedlungen und 17 Prozent der Investitionen in die Fertigungsindustrie in Schottland entfallen auf die Elektronikindustrie. |
Einige traditionelle Industriezweige, darunter auch die Erzeugung von Textilien (insbesondere von hochwertigen Tweedstoffen und Strickwaren) und Strumpfhosen sowie die Herstellung von Lebensmitteln und Getränken, sind auch heute noch von Bedeutung. Vor allem die Whiskyproduktion ist im Bereich der Getränkeherstellung von überragender Wichtigkeit: Es gibt schätzungsweise 110 Whiskybrennereien, die sich vorwiegend im Nordosten Schottlands befinden und circa 80 Prozent ihrer Produktionsmenge in über 200 Länder exportieren. Als Exportprodukt ist Whisky mit jährlichen Einnahmen in Höhe von etwa 3,3 Milliarden US-Dollar (dies entspricht 20 Prozent aller schottischen Exporteinkünfte durch Fertigprodukte) einer der wichtigsten Devisenbringer Großbritanniens. Der Dienstleistungssektor hat seit den fünfziger Jahren einen starken Zuwachs erfahren, so dass heute 70 Prozent aller Berufstätigen in diesem Bereich tätig sind. Einer der am schnellsten expandierenden Teilbereiche ist das Finanz- und Geschäftswesen. |
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Old Man of Hoy. Encarta |
Etwa ein Drittel aller Investitionsfonds in Großbritannien wird von Schottland aus verwaltet, und zahlreiche Versicherungsgesellschaften haben dort ebenfalls ihren Sitz. Der Tourismus verzeichnet eine der stärksten Zuwachsraten. Jährlich kommen etwa 11 Millionen Besucher nach Schottland. "Schottland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 |
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