Jordanien unter König Hussein
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Fotografien Jordanien |
Seit dem Sturz der Monarchie in Ägypten 1952 und der Neuorientierung der ägyptischen Innen- und Außenpolitik unter Gamal Abd el-Nasser erstarkten auch in Jordanien die antimonarchischen Kräfte erheblich. Aus den Wahlen im Oktober 1956 ging in der Konsequenz die pronasseristische Sozialistische Nationale Front als stärkste Kraft hervor und bildete die Regierung. Sie leitete einen neuen außenpolitischen Kurs ein, der sich im Wesentlichen durch die Annäherung an Ägypten und die Aufkündigung des Bündnisses mit Großbritannien auszeichnete. Im April 1957 setzte König Hussein jedoch mit Hilfe der Armee und der Beduinenstämme, während seiner gesamten Regierungszeit seine treuesten Unterstützer, die sozialistische Regierung ab, verbot alle Parteien und errichtete ein autoritäres Regime. |
Am 14. Februar 1958 schlossen sich die Monarchien Jordanien und Irak zur Arabischen Föderation zusammen, um ein Gegengewicht zu der zwei Wochen zuvor von den panarabisch orientierten Republiken Ägypten und Syrien gegründeten Vereinigten Arabischen Republik (VAR) zu schaffen. Bereits nach fünf Monaten, nach dem Sturz der Monarchie im Irak im Juli 1958, löste sich die Föderation wieder auf. Jordanien suchte nun die Annäherung an das Königreich Saudi-Arabien. |
Kriege gegen Israel und Konflikte mit den Palästinensern |
Sowohl die zunehmenden Konflikte mit den Palästinensern im Inneren als auch die sich drastisch verschärfenden arabisch-israelischen Spannungen setzten König Hussein so unter Druck, dass er sich wieder in die antiisraelische arabische Front einreihte, im Mai 1967 mit Ägypten ein Verteidigungsabkommen schloss und seine Armee ägyptischem Befehl unterstellte. |
Am 5. Juni 1967 brach der Sechstagekrieg aus, der mit einer katastrophalen Niederlage der Araber endete: Binnen weniger Tage hatte Israel außer der Sinai-Halbinsel und dem Gazastreifen auch das Westjordanland und die Altstadt von Jerusalem besetzt. Es folgte eine zweite große Flüchtlingswelle aus den israelisch besetzten Gebieten nach Jordanien. Seit dem Sechstagekrieg war Jordanien der Hauptstützpunkt der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), die sich hier auf Hunderttausende palästinensische Flüchtlinge stützen und aus ihnen Personal rekrutieren konnte. Von Jordanien aus unternahm die PLO zahlreiche Anschläge auf Israel und provozierte damit immer wieder israelische Angriffe auf Jordanien. |
Sie entwickelte sich aber auch zu einem entscheidenden innerstaatlichen Machtfaktor mit eigenen, von Jordanien nicht zu kontrollierenden Strukturen und plante sogar den Sturz von König Hussein. In der Folge ließ Hussein im September 1970 die PLO in einem kurzen, blutigen Krieg aus dem Land vertreiben. Eine Folge der Vertreibung der PLO war die Gründung der radikalen Terrororganisation Schwarzer September, deren erstes prominentes Opfer Ministerpräsident Wasfi Tal war, der als Urheber der PLO-feindlichen Politik Jordaniens galt; eine weitere, für Jordanien gravierendere Folge war die weitgehende Isolation des Landes innerhalb der arabischen Welt mit weitreichenden Auswirkungen auch auf die wirtschaftliche Situation des Landes. Im Inneren dagegen konnte Hussein durch den Schlag gegen die PLO seine Position festigen. |
Im Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973, den Ägypten und Syrien zur Rückgewinnung der israelisch besetzten Gebiete begonnen hatte und der für die Araber erneut mit einer schweren Niederlage endete, unterstützte Jordanien die syrischen Truppen mit einigen Einheiten, ohne aber selbst offiziell als Kriegspartei aufzutreten. 1974 erkannte König Hussein im Rahmen einer Gipfelkonferenz der Arabischen Liga die PLO als alleinige Vertreterin des palästinensischen Volkes an und trat ihr seinen Souveränitätsanspruch auf das israelisch besetzte Westjordanland ab. Im Gegenzug sagten die übrigen arabischen Länder Jordanien wirtschaftliche und militärische Unterstützung zu; die Isolation Jordaniens in der arabischen Welt war aufgebrochen. Das jordanische Parlament, das etwa zur Hälfte mit Abgeordneten aus dem Westjordanland besetzt war, löste König Hussein in der Folge auf; die Wahlen zu einem neuen Parlament wurden jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt, und 1978 wurde statt eines gewählten Parlaments ein ernanntes Beratergremium eingesetzt. Wie die übrigen arabischen Staaten lehnte auch König Hussein die Friedensinitiative des ägyptischen Staatschefs Anwar as-Sadat gegenüber Israel und das daraus resultierende Camp-David-Abkommen von 1978 sowie den israelisch-ägyptischen Friedensschluss von 1979 ab, da die Abkommen nicht den vollständigen Rückzug Israels aus allen besetzten arabischen Gebieten vorsahen. |
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König Hussein von Jordanien |
In der Folge kam es zu einer Wiederannäherung Jordaniens an die arabischen Staaten (mit Ausnahme Ägyptens, das nun in der arabischen Welt isoliert war) und an die PLO. Im 1. Golfkrieg (1980-1988) unterstützte Jordanien den Irak gegen den Iran, was die Beziehungen zu der proiranischen Regierung Syriens belastete. Im Juli 1988 verzichtete König Hussein nach monatelangen Demonstrationen der Palästinenser im israelisch besetzten Westjordanland formell auf alle jordanischen Ansprüche auf dieses Gebiet und löste alle staatlichen Bindungen zum Westjordanland. Jordanien," Microsoft® Encarta |
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