Geschichte Kanadas :Kanada zur Zeit der Weltkriege
|
Fotografien Kanada |
|
Unter dem neuen Premierminister Robert L. Borden (1911-1920) beteiligte sich Kanada aufseiten der Alliierten aktiv am 1. Weltkrieg. Die erfolgreiche Kriegsteilnahme verschaffte dem Land internationales Ansehen und steigerte das Streben der Kanadier nach vollständiger nationaler Unabhängigkeit. Nach dem Krieg erholte sich Kanada rasch von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die von hohen Inflationsraten und Produktionsrückgängen gekennzeichnet und 1919 von einem Generalstreik in Winnipeg begleitet waren. Nach dem Sieg der Liberalen Partei bei den Parlamentswahlen von 1921 wurde William L. Mackenzie King Premierminister. Er verstärkte die Politik der Souveränität Kanadas. Im Statut von Westminster wurde 1931 die Unterordnung des kanadischen Parlaments unter britische Institutionen endgültig beseitigt, und das Land erhielt die völlige staatliche Unabhängigkeit. Die Weltwirtschaftskrise beendete die Phase wirtschaftlicher Stabilität der zwanziger Jahre. Die Rohstoff- und Nahrungsmittelexporte gingen drastisch zurück, was das extrem ausfuhrabhängige Land in große Schwierigkeiten brachte. Die Krise führte zu Spannungen zwischen den englisch- und französischsprachigen Bevölkerungsgruppen sowie zwischen der Bundesregierung und den einzelnen Provinzen. |
Bei den Parlamentswahlen von 1930 setzte sich der Spitzenkandidat der Konservativen Partei, Richard B. Bennett, durch. Während seiner Regierungszeit erhielten die Provinzen umfangreiche finanzielle Zuwendungen. Außerdem versuchte er, durch soziale Reformen wie Arbeitslosenunterstützung die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern. Obwohl diese Maßnahmen durchaus erfolgreich waren, wurde er abgewählt und William L. Mackenzie King 1935 erneut Premierminister. 1939 erklärte Kanada dem Deutschen Reich den Krieg und trat in den 2. Weltkrieg ein. Eine kanadische Armee beteiligte sich an militärischen Operationen in Europa. Der Krieg hatte die internationale Position des Landes gestärkt; es war Gründungsmitglied der UN (United Nations: Vereinte Nationen) und NATO (North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt). Innenpolitisch traten zu dieser Zeit wichtige soziale Neuerungen wie Arbeitslosen- und Rentenversicherung in Kraft. |
Zur Ankurbelung der Wirtschaft wurden Handelsbarrieren abgebaut, woraufhin der Außenhandel florierte. Nach dem Rücktritt Mackenzie Kings wurde Louis S. Saint Laurent von der Liberalen Partei 1948 zu dessen Nachfolger gewählt. 1949 trat Neufundland dem Bundesstaat Kanada bei. In den Jahrzehnten nach dem Ende des 2. Weltkrieges hielt die Entwicklung Kanadas zu einem modernen Industriestaat an. Gegen Ende der vierziger Jahre wurden in Alberta und Quebec weitere Erdölfelder und in Ontario ergiebige Uranvorkommen entdeckt. Neue Industriezweige entstanden, und zahlreiche Wasserkraftwerke wurden errichtet. 1949 wurde mit dem Bau des Trans-Canada Highways begonnen. Die Bevölkerung nahm durch hohe Geburtenraten und starke Einwanderung aus Europa, vor allem aus Großbritannien, zu. Außenpolitisch konnte sich Kanada nicht dem steigenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss der USA entziehen. |
Die 22-jährige Regierungszeit der Liberalen endete 1957 mit dem Amtsantritt des konservativen Premierministers John G. Diefenbaker. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet von wachsender Kritik am bestehenden System der sozialen Sicherheit, das vielen Kanadiern nicht ausreichend erschien. Größtes innenpolitisches Problem war das Wiederaufleben separatistischer Bewegungen bei Frankokanadiern, die sich durch das Verfassungssystem benachteiligt sahen und nach Autonomie strebten. Die erfolglose Amtszeit Diefenbakers endete 1963, als ihn der Liberale Lester B. Pearson im Amt ablöste. Während seiner Regierungszeit wurden grundlegende Fortschritte im Gesundheitssystem erzielt. Außerdem wurden Quebec und anderen Provinzen ein größeres |
![]() |
Kanada 1949. Encarta |
Mitspracherecht bei nationalen Angelegenheiten eingeräumt. Dadurch konnte jedoch die 1968 erfolgte Gründung des Parti Québécois durch nationalistisch orientierte Politiker in Quebec nicht verhindert werden. "Kanada," Microsoft® Encarta |
![]() Benutzerdefinierte Suche
|