Geschichte Vietnams : Kolonialherrschaft und Widerstand
|
Fotografien Vietnam |
Die Errichtung der französischen Kolonialherrschaft stieß auf nur wenig organisierten Widerstand. Dennoch keimte eine antikoloniale Stimmung auf. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen die Einheimischen lebten, trugen zu ihrer feindlichen Haltung gegenüber der strengen französischen Herrschaft bei. Auf dem Land hatten Bauern mit hohen Steuern und Pachtzahlungen an die kollaborierenden Landbesitzer zu kämpfen. In den Fabriken, Kohlenbergwerken und auf den Kautschukplantagen hatten die Arbeiter bei nur geringer Bezahlung unter katastrophalen Bedingungen zu leiden. Vietnamesen waren auf fast allen Ebenen von der Kolonialverwaltung ausgeschlossen. Die Franzosen rekrutierten Zwangsarbeiter für öffentliche Arbeitsprojekte, räumten den Vietnamesen aber keinen rechtlichen Schutz oder Entschädigungszahlungen ein. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen nationalistische Parteien, ihren Forderungen nach Reformen und Unabhängigkeit Ausdruck zu verleihen. 1930 gründete Ho Chi Minh die Kommunistische Partei Indochinas. |
Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 blieb die politische Arbeit dieser Parteien ohne Erfolg. 1940 forderte und erhielt Japan das Recht, Vietnam unter militärische Belagerung zu stellen. Die Gelegenheit nutzend organisierten die Kommunisten mit verdeckter Unterstützung der Amerikaner die breite Bewegung der Vietminh Front und bereiteten zum Ende des Krieges einen Aufstand vor. Die Vietminh (Abkürzung für Viet Nam Doc Lap Dong Minh oder Liga für die Unabhängigkeit Vietnams) konzentrierten sich eher auf angemessene Reformen und nationale Unabhängigkeit als auf speziell kommunistische Ziele. Als sich die Japaner im August 1945 den Alliierten ergaben, erhoben sich in ganz Vietnam die Truppen der Vietminh und erklärten in Hanoi die Errichtung einer unabhängigen Republik. |
Frankreich war allerdings nicht gewillt, Vietnam in die Unabhängigkeit zu entlassen und verdrängte die Vietminh sowie andere nationalistische Gruppen aus dem Süden. Über mehr als ein Jahr suchten Frankreich und die Vietminh in Verhandlungen nach einer Lösung, doch konnte keine Einigung erzielt werden, da Frankreich fest entschlossen war, Vietnam erneut zu annektieren. Im November 1946 kosteten die Bombenangriffe französischer Kriegsschiffe auf Haiphong Tausende von Zivilisten das Leben. Die Streitkräfte der Vietminh in Hanoi schlugen im Dezember zurück. "Vietnam," Microsoft® Encarta |
![]() |
Ho Chi Minh |
![]() Benutzerdefinierte Suche
|