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Geschichte der Niederlande : Das Königreich der Niederlande
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Die ersten Jahrzehnte des Königreiches der Niederlande waren – wie schon die Jahre vor der Abspaltung Belgiens – innenpolitisch geprägt von der Auseinandersetzung um eine Revision der den König mit außerordentlichen Vollmachten ausstattenden Verfassung. Wilhelm I., zu keinerlei Zugeständnissen bereit, dankte 1840 zugunsten seines Sohnes Wilhelm II. ab. Noch im Jahr seines Regierungsantritts nahm Wilhelm II. eine erste Reform der Verfassung vor; zu einer tiefer gehenden Revision, die das Land in eine zumindest auf dem Papier bestehende parlamentarische Monarchie umwandelte, fand er sich jedoch erst 1848, in Reaktion auf die Revolutionen in Frankreich und Deutschland, bereit. Ein wesentliches Element der neuen Verfassung war daneben die Aufhebung konfessioneller Beschränkungen, so dass sich nun auch starke katholische Bewegungen formieren und mit den Liberalen und den aufkommenden protestantischen konservativen Parteien konkurrieren konnten. Unter Wilhelm III. (Regierungszeit 1849-1890) gewann im Zuge des Verfassungskonfliktes in den sechziger Jahren das liberal dominierte Parlament nun auch de facto die führende Rolle im Staatswesen.

Zentrale, kontrovers diskutierte innenpolitische Themen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts waren die Konfessionspolitik, seit der Konstituierung politischer Parteien ab den siebziger Jahren mehr und mehr das Wahlrecht sowie die Sozialpolitik. Letztere gewann durch den Wirtschaftsaufschwung, den die Niederlande ab etwa 1880 erlebten, und das damit einhergehende Erstarken der Arbeiterbewegung sowie durch die Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1894 zunehmend an Gewicht und Brisanz. 1890 folgte Wilhelmina ihrem Vater Wilhelm III. auf dem Thron.

Während des 1. Weltkrieges verhielten sich die Niederlande strikt neutral; ihre innenpolitische Entwicklung blieb vom Kriegsgeschehen weitgehend verschont. 1917 wurde das allgemeine Wahlrecht für Männer eingeführt und 1922 auch für Frauen. Die bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts dominierenden Liberalen mussten ihre Führungsposition nun, in den Jahren zwischen den Weltkriegen, an die zum Teil neu entstandenen konfessionellen Parteien abgeben und blieben die längste Zeit in der Opposition; die Sozialdemokraten wurden erstmals 1939 an der Regierung beteiligt. Die Weltwirtschaftskrise erfasste Ende der zwanziger Jahre auch die Niederlande, die der Krise unter Abkehr von ihrer liberalistischen Wirtschaftspolitik mit dirigistischen Maßnahmen zu begegnen suchten.

Im August 1939 erklärte die niederländische Regierung angesichts der vom nationalsozialistischen Deutschen Reich ausgehenden Bedrohung die allgemeine Mobilmachung, ohne jedoch die Neutralität des Landes in Frage zu stellen. Am 10. Mai 1940 überfielen deutsche Truppen ohne Kriegserklärung die Niederlande und Belgien – ungeachtet der Neutralität der beiden Staaten (siehe 2. Weltkrieg). Am 13. Mai gingen Königshaus und Regierung ins Exil nach London, und am 14. Mai 1940 kapitulierte die niederländische Armee. Zuvor hatte die deutsche Luftwaffe Rotterdam und andere Städte bombardiert und schwer zerstört.

Noch im Mai 1940 errichteten die Deutschen in den Niederlanden eine Zivilregierung mit Arthur Seyß-Inquart als Reichskommissar. Die Besatzungsmacht schaltete das Land weitgehend gleich und beutete es rigoros aus, zog niederländische Bürger zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie heran und verfolgte mit aller Brutalität die jüdische Bevölkerung. Die politischen Parteien wurden verboten – mit Ausnahme der Nationalsozialistischen Bewegung (Nationaal-Socialistische Beweging, NSB, 1931 von Anton Andriaan Mussert gegründet), die in der Folgezeit in das nationalsozialistische Unterdrückungssystem eingebunden wurde und die u. a. auch die niederländischen Einheiten der SS stellte. Gegen das nationalsozialistische Besatzungsregime formierte sich schon bald eine breite Widerstandsbewegung, die sich im Februar 1941 in einer großen Streikbewegung artikulierte.

Vor dem Hintergrund der Bedrohung des niederländischen Kolonialbesitzes durch Japan erklärte die Londoner Exilregierung am 8. Dezember 1941, am Tag nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, Japan den Krieg. Im Mai 1942 hatten die Japaner die niederländische Flotte vor Java vernichtet und ganz Niederländisch-Indien besetzt.

Königin Wilhelmina
Königin Wilhelmina
Nach ihrer Landung in der Normandie hatten die Alliierten bis April 1945 auch die Niederlande befreit; Exilregierung und wenig später auch Königshaus kehrten in die Niederlande zurück. In Niederländisch-Indien rief die indonesische Nationalbewegung nach dem Zusammenbruch Japans im August 1945 den unabhängigen Staat Indonesien aus, den die Niederlande jedoch nicht anerkannten; vielmehr suchten die Niederlande hier mit militärischen Mitteln ihre Herrschaft wieder herzustellen. Niederlande," Microsoft® Encarta
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