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Geschichte der Niederlande : Konsolidierung und Westintegration
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Die Jahre nach dem 2. Weltkrieg waren vom Wiederaufbau geprägt, der u. a. dank des Europäischen Wiederaufbauprogramms zügig voranschritt. Im Parteienspektrum dominierten die Katholische Volkspartei (Katholieke Volkspartij, KVP), die später im Christlich Demokratischen Appell (Christen-Democratisch Appèl, CDA) aufging, und die sozialdemokratische Partei der Arbeit (Partij van de Arbeid, PvdA, hervorgegangen aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei). Bis Ende der achtziger Jahre wechselten sich KVP bzw. CDA und PvdA mit jeweils unterschiedlichen Koalitionen in der Regierung ab. 1948 dankte Königin Wilhelmina zugunsten ihrer Tochter Juliana ab.

ßenpolitisch gingen die Niederlande nach dem 2. Weltkrieg von ihrer Neutralitätspolitik ab und suchten die Einbindung in das westliche Bündnissystem und die (west-)europäische Integration, die sie wesentlich mitgestalteten. 1945 waren die Niederlande Gründungsmitglied der Vereinten Nationen.

1948 trat die schon 1944 beschlossene Zollunion zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg, den Benelux-Staaten, in Kraft, die sukzessive ausgeweitet wurde und 1960 in der Errichtung einer Wirtschaftsunion mündete (siehe Benelux-Vertrag). Ebenfalls 1948 traten die Niederlande – zusammen mit ihren Benelux-Partnern – im Brüsseler Pakt dem ursprünglich gegen Deutschland gerichteten britisch-französischen Bündnis (Dünkirchenvertrag von 1947) bei; 1955 ging der Brüsseler Pakt mit geänderter Zielsetzung in der Westeuropäischen Union (WEU) auf. 1949 waren die Niederlande Gründungsmitglied des Nordatlantikpaktes (NATO), und 1952 unterzeichneten sie den Gründungsvertrag der schließlich gescheiterten Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG).

1949 begründeten die Niederlande den Europarat mit, 1952 die Montanunion und 1957 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die EURATOM.

1949 mussten sich die Niederlande der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung beugen und ihre Kolonie Niederländisch-Indien in die Unabhängigkeit entlassen. Lediglich aus Niederländisch-(West-)Neuguinea zogen sich die Niederlande erst 1963 zurück. 1954 wurden Suriname und die Niederländischen Antillen gleichberechtigte Provinzen des Mutterlandes; Suriname wurde 1975 in die Unabhängigkeit entlassen.

1973 löste nach 15 Jahren in der Opposition die PvdA unter Joop den Uyl an der Spitze einer Mehrparteienkoalition die teilweise äußerst instabilen KVP-geführten Koalitionen in der Regierung ab. Neben den bereits bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Problemen sorgte nach der Unabhängigkeit Surinames 1975 der Zustrom Zehntausender surinamischer Einwanderer für eine brisante Zuspitzung der sozialen Lage.

Ruud Lubbers
Ruud Lubbers
Nach den Wahlen von 1977 übernahm der CDA, der sich inzwischen aus der KVP und anderen konfessionellen Parteien formiert hatte, mit Andreas van Agt als Ministerpräsident die Regierung. 1980 dankte Königin Juliana zugunsten ihrer Tochter Beatrix ab. Bei den Wahlen von 1981 verlor die Regierung van Agt ihre Mehrheit im Parlament; van Agt bildete eine neue Koalition, die jedoch bald wieder zerbrach. Aus den Parlamentswahlen vom September 1982 ging zwar die PvdA als stärkste Fraktion hervor; die Regierung übernahm aber erneut der CDA unter ihrem neuen Vorsitzenden Ruud Lubbers. Lubbers bildete eine Koalition mit der rechtsliberalen Volkspartei für Freiheit und Demokratie (Volkspartij voor Vrijheid en Democratie, VVD), die 1989 zerbrach und – nach vorgezogenen Neuwahlen – durch eine Koalition des CDA und der PvdA (ein Novum in der niederländischen Geschichte), wieder unter Lubbers’ Führung, abgelöst wurde.
1983 trat eine neue Verfassung in Kraft. Zugleich wurde beschlossen, Aruba 1986 verwaltungstechnisch aus den Niederländischen Antillen herauszulösen und in ein autonomes überseeisches Gebiet der Niederlande umzuwandeln. Nach weiteren zehn Jahren sollte Aruba die volle Unabhängigkeit erhalten; diese Entscheidung wurde jedoch 1994 wieder rückgängig gemacht. Drei weitere Inseln der Niederländischen Antillen – Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba, entschieden sich 1994 in einem Referendum für eine Beibehaltung des Status quo und verzichteten damit auf einen Sonderstatus, wie ihn Aruba genießt. Niederlande," Microsoft® Encarta
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