Fotografien
Kunst und Kultur in Vietnam
Fotografien Vietnam

Die lange Zeit des Vietnamkrieges hat auch in den Bereichen Bildung und Kultur zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen geführt. Nach der nationalen Wiedervereinigung wurde der Schwerpunkt auf die Umerziehung der Bevölkerung des Südens nach kommunistischem System gelegt.

Das kulturelle Leben wurde bis zur Übernahme durch die Franzosen im 19. Jahrhundert stark von China beeinflusst. Seit diesem Zeitpunkt wurde die traditionelle Kultur langsam von westlichen Charakterzügen überlagert. Nach der Wiedervereinigung wollte die Regierung das vietnamesische Leben von westlichen Einflüssen befreien.

Dieser politische Kurs wurde aber wieder gelockert. Kunst und Literatur werden von den Behörden streng zensiert. Seitdem 1986 eine Reformpolitik eingeleitet wurde, genießen Kulturschaffende bescheidene Freiheiten, die ihnen auch gelegentlich kritische Äußerungen erlauben.

In der gemeinsamen Republik wurden alle Schulen verstaatlicht. Es besteht eine unentgeltliche, allgemeine Schulpflicht für Kinder von 6 bis 14 Jahren (Primarschule). Die bedeutendsten Universitäten sind die Universität von Hanoi (gegründet 1956) und die Universität von Ho-Chi-Minh-Stadt (1917). Vietnam verfügt über insgesamt 106 Universitäten und Hochschulen. Der Alphabetisierungsgrad liegt für Männer bei 96,5 Prozent, für Frauen bei 91,2 Prozent. Die verbreitetste Fremdsprache ist Englisch, doch durch längere Arbeits-, Ausbildungs- und Studienaufenthalte, vor allem in der DDR, sprechen auch viele Vietnamesen Deutsch.

Zwei bedeutende Museen der vietnamesischen Kultur sind in Hanoi 1958 und in Ho-Chi-Minh-Stadt 1977 eingerichtet worden.

Die Staatsbibliothek wurde 1919 in Hanoi eröffnet. 1976 wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt das Gegenstück dazu gegründet. In Hanoi wurde 1997 ein Goethe-Institut eröffnet. Seit 1994 findet in Hanoi alljährlich ein internationales Filmfestival statt.

In Vietnam unterliegen alle Medien einer strengen Zensur. Es werden 10 Tageszeitungen verlegt (1996), u. a. Nhan Dan („Das Volk”), die amtliche Zeitung der Kommunistischen Partei mit einer Auflage von 200 000 Exemplaren, und Quan Doi Nhan Dan(„Volksarmee”), die Zeitung der Streitkräfte mit einer Auflage von 60 000 Stück. Es gibt sieben Fernsehsender, von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt aus senden zwei nationale Radiostationen. Der Empfang ausländischer Programme ist nur einem

Vietnamesische Schulkinder
Vietnamesische Schulkinder. Encarta

kleinen privilegierten Personenkreis (Regierungs- und Parteimitglieder o. Ä.) erlaubt. 2000 wurden 121 000 Internetanschlüsse gezählt. Der Zugang zum Internet bedarf einer behördlichen Genehmigung, die Inhalte unterliegen ebenfalls einer strikten Zensur. "Vietnam," Microsoft® Encarta

Benutzerdefinierte Suche