Geschichte von Frankreich : Ludwig IX. und Philipp IV., der Schöne
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Fotografien Frankreich |
Ludwig IX. (1226-1270) führte die Albigenserkriege fort und brachte durch den Vertrag von Paris 1229 das Languedoc endgültig unter seine Herrschaft; die Besitzungen des Grafen von Toulouse fielen schließlich 1271 an die Krone. 1248 brach Ludwig zum erfolglosen 6. Kreuzzug auf, von dem er erst 1254 wieder nach Frankreich zurückkehrte. 1259 schloss er, nachdem er alle englischen Versuche, den ehemaligen Lehensbesitz in Frankreich zurückzugewinnen, erfolgreich abgewehrt hatte, mit König Heinrich III. von England den Frieden von Paris, in dem Heinrich auf alle französischen Ländereien mit Ausnahme von Aquitanien verzichtete; für Aquitanien anerkannte er die Lehenshoheit des französischen Königs. |
Seit dem Tod Kaiser Friedrichs II. war Ludwig IX. der mächtigste Herrscher Europas. Seine Macht beruhte u. a. auf einer konsequent reorganisierten Verwaltung: Ludwig richtete eine zentrale Rechenkammer, ein zentrales Hofgericht sowie einen Staatsrat ein; außerdem vergab er erledigte Lehen nicht wieder, sondern schlug sie der Krone zu. |
Philipp IV., der Schöne (1285-1314), der letzte große Kapetingerkönig, baute die Macht der Krone weiter aus, vor allem durch seine teils kluge, teils rigorose Finanzpolitik: Er schuf einen zentralen Rechnungshof als selbständige Behörde, erhöhte die Steuern, ermöglichte die Ablösung von Lehenspflichten durch finanzielle Leistungen, enteignete und vertrieb jüdische und lombardische Kaufleute, und er ließ den mächtigen, reichen Templerorden verbieten und zog den größten Teil seines Vermögens für die Krone ein. Daneben zog er den Adel zur Verwaltung der Krondomäne, die er im Übrigen in neue, feste Verwaltungsbezirke einteilte, heran sowie für die neu geschaffenen Hofämter und band ihn damit an die Krone. Und schließlich berief er 1302 erstmals die Generalstände ein und beteiligte damit erstmals Adel, Klerus und Dritten Stand an den Beratungen über die Angelegenheiten des Reiches. |
Durch Heirat erwarb Philipp die Champagne für die Krone; im Südwesten eroberte er die Guyenne (Aquitanien) von England, im Osten besetzte er das von England unterstützte Flandern, das 1302 den Franzosen eine schwere Niederlage zufügte. Nachdem König Eduard I. von England auf sein Engagement in Flandern verzichtet, dafür die Guyenne zurückerhalten hatte, unterwarf sich Flandern 1305 Frankreich. |
Da der Krieg gegen Flandern und England äußerst kostspielig war, besteuerte Philipp auch den Klerus und geriet damit in Konflikt mit Papst Bonifatius VIII. Der Konflikt über die Besteuerung des Klerus weitete sich rasch zum Konflikt über die Vorherrschaft der geistlichen über die weltliche Macht aus. 1303 ließ Philipp Bonifatius gefangen nehmen; der Papst starb wenig später, und 1305 wurde auf Philipps Betreiben der Franzose Klemens V. zum Papst gewählt. 1309 verlegte Klemens auf Veranlassung Philipps seinen Sitz nach Avignon (Avignonisches Exil) und sprach Philipp von allen von Bonifatius vorgetragenen Anklagen frei. Nach Philipps Tod 1314 folgten nacheinander dessen Söhne Ludwig X. (1314-1316), Philipp V. (1317-1322) und schließlich Karl IV. (1322-1328) auf dem Thron. Mit dem kinderlosen Tod Karls IV. erlosch die kapetingische Hauptlinie. "Frankreich" Microsoft® Encarta |
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