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Geschichte Marokkos : Europäische Okkupation
Fotografien Marokkos

Die Portugiesen zurückzudrängen gelang erst den Saaditen (1554-1660), der ersten Scherifen-Dynastie (arabisch sharif: edel, vornehm), die arabischer Abstammung waren und ihre Herkunft auf die Familie des Propheten Mohammed zurückführten. Sie fügten Portugal 1578 eine vernichtende Niederlage zu und eroberten bis zum Ende des 17. Jahrhunderts die meisten Küstenstädte zurück. Die Regierungszeit von Ahmed I. al-Man-sur (1579-1603) gilt als das goldene Zeitalter Marokkos.

Thronstreitigkeiten nach seinem Tod führten zum Niedergang der Saaditen, zur Auflösung der Zentralmacht und zum Zerfall Marokkos in eine Reihe von Fürstentümern. Die über die Oasen des Tafilalt im Südwesten regierenden Hassani-Scherifen nutzten die Schwäche, um ihren Machtbereich ab 1659 zu erweitern und errichteten ein Reich, das annähernd das heutige Marokko umfasste. 1666 erklärte sich der Hassani-Scherif Mulai al-Raschid in Fès zum Sultan und begründete die Dynastie der Alawiten. Sein Nachfolger Mulai Ismail (1672-1727) stellte eine stehende Armee auf, mit deren Hilfe er die rebellischen Berber befriedete und die spanischen Eroberer aus Asilah, Larache und Tanger zurückschlug. Sein Nachkomme Mulai Mohammed (1757-1792) vertrieb die Portugiesen aus ihrer letzten Bastion Mazagan (heute El Jadida).

Er unterhielt Handelsbeziehungen in viele Teile Europas, bis sein Nachfolger Mulai Silman (1794-1822) eine Politik der Abschottung nach außen einleitete.

Die Unterwerfung Algeriens durch die französische Kolonialmacht rief Mitte des 19. Jahrhunderts europäische Rivalen auf den Plan, und Marokko wurde zum Spielball imperialistischer Mächte. Marokkanische Angriffe auf die letzte spanische Exklave Ceuta führten 1859/60 zum Krieg, in dem sich Spanien Tétouan sichern konnte. Im April 1904 erkannte Großbritannien – als Gegenleistung für die Anerkennung Ägyptens als britisches Interessengebiet – Marokko als Domäne Frankreichs an. In das Ringen um die Vormachtstellung schaltete sich auch das deutsche Kaiserreich ein und löste damit zwei so genannte Marokkokrisen (1905 bzw. 1911) aus, die jedoch auf dem Verhandlungsweg beigelegt werden konnten. Dabei hatte der so genannten Panthersprung nach Agadir – benannt nach dem deutschen

Die Schlacht bei Tétouan
Die Schlacht bei Tétouan
Kanonenboot Panther, das zur Unterstützung des Widerstandes gegen die französischen „Schutzherren” entsandt wurde – Frankreich und Deutschland bereits 1911 an den Rand eines Krieges gebracht.
1912 erkannte der Sultan das französische Protektorat über Marokko an, und noch im selben Jahr teilten Frankreich und Spanien Marokko per Vertrag untereinander auf, wobei fünf Zonen entstanden und Spanien der erheblich kleinere Teil zufiel: erstens die internationale Zone von Tanger, zweitens das spanische Protektorat in Nord-Marokko (Spanisch-Marokko) mit der Hauptstadt Tétouan, drittens die spanische Besitzung Ifni und viertens das spanische Protektorat in Süd-Marokko – die letzten beiden wurden verwaltungsmäßig der Kolonie Spanisch-Sahara angegliedert – sowie fünftens das mit Abstand größte, französische Protektorat (Französisch-Marokko) mit der Hauptstadt Rabat. "Marokko" Microsoft® Encarta
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