Fotografien
Das moderne Dänemark
Fotografien Dänemark

Während des 1. Weltkrieges blieb Dänemark neutral. 1915 wurde das Regierungssystem durch eine neue Verfassung modernisiert und 1918 das allgemeine Wahlrecht eingeführt. Im selben Jahr erkannte Dänemark Island als selbständiges Königreich an, bestimmte aber weiterhin die Außenpolitik des neuen Staates, mit dem es in Personalunion verbunden war. Der dänische König blieb Islands Staatsoberhaupt. Eine 1920 gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags abgehaltene Volksabstimmung führte dazu, dass Nordschleswig an Dänemark fiel, Südschleswig hingegen bei Deutschland blieb.

Im Mai 1939 schloss Dänemark mit Deutschland einen Nichtangriffspakt mit zehnjähriger Laufzeit ab, wurde aber dennoch im April 1940 von deutschen Truppen besetzt. Bis 1943, als die deutsche Besatzungsmacht den Ausnahmezustand erklärte und die Regierung absetzte, blieben Innenpolitik und Justizwesen weitgehend in der Hand der dänischen Regierung.

Die dänische Polizei half u. a. 6 000 dänischen Juden bei ihrer Flucht ins neutrale Schweden. Großbritannien besetzte die Färöer-Inseln, und 1941 erklärten die Vereinigten Staaten Grönland vorübergehend zu ihrem Protektorat. 1944 löste sich Island nach einem Volksentscheid völlig von Dänemark und erklärte sich zur selbständigen Republik.

Im Jahr 1948, drei Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, erhielten die Färöer von Dänemark die Unabhängigkeit in allen inneren Angelegenheiten. Dänemark trat 1949 der NATO (Nordatlantikpakt) bei und wurde später Mitglied verschiedener anderer internationaler Organisationen, wie z. B. 1959 der EFTA (Europäische Freihandelsorganisation) und 1973 den Europäischen Gemeinschaften (EG).

1953 wurden durch eine Verfassungsreform das Einkammersystem sowie die weibliche Thronfolge eingeführt. Gleichzeitig wurde Grönland gleichberechtigter Teil des Königreiches. 1979 erhielt Grönland die Selbstverwaltung. Nachdem die Sozialdemokraten vier Jahrzehnte an der Regierung waren, kamen durch die Wahlen von 1968 die Liberalen (Venstre) an die Macht.

Ihr Parteivorsitzender Hilmar Baunsgaard bildete eine Koalitionsregierung, die bis 1971 im Amt blieb; dann übernahmen wieder die Sozialdemokraten unter dem früheren Ministerpräsidenten Jens Otto Krag die Regierung. 1972 starb König Friedrich IX., seine Tochter Margarete II. folgte ihm auf den Thron. Ende 1972 trat Krag zurück; neuer Ministerpräsident wurde der Parteivorsitzende der Sozialdemokraten, Anker Jørgensen. Bei den Wahlen von 1973 mussten die Sozialdemokraten Stimmenverluste hinnehmen und die Macht vorübergehend an eine liberale Minderheitsregierung unter Poul Hartling abgeben. Die Wahlen von 1975 brachten die Sozialdemokraten an der Spitze einer Minderheitsregierung und mit Jørgensen in die Regierungsverantwortung zurück; sie wurden im September 1982 von einer Mitte-rechts-Koalition unter dem Konservativen Poul Schlüter abgelöst. Die Wahlen im Januar 1984, September 1987, Mai 1988 und Dezember 1990 bestätigten diese Koalition.

1985 stimmte das Folketing gegen eine Einbeziehung von Atomkraft in das Energiekonzept des Landes und für die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Nordeuropa. Die Regierung lehnte diese Pläne ab. Die innerdänische Auseinandersetzung über die Politik der NATO trug zur Verschlechterung der Beziehungen zur NATO bei; nach den Wahlen von 1988, deren Hauptthemen die Verteidigungspolitik des Landes und seine NATO-Mitgliedschaft waren, normalisierte sich das Verhältnis wieder. Das Absterben zahlreicher Hummerkolonien in der Meerenge zwischen Dänemark und Schweden 1986 und einige weitere Umweltkatastrophen im Jahr 1988 veranlassten das Folketing zu der Verabschiedung einiger der strengsten Umweltschutzmaßnahmen weltweit.

Nach einem Skandal um die Einwanderung von tamilischen Asylbewerbern trat Ministerpräsident Schlüter im Januar 1993 zurück. Der neue Ministerpräsident, der Sozialdemokrat Poul Nyrup Rasmussen, formierte eine Mitte-links-Koalition. 1992 hatten die Dänen in einer Volksabstimmung den Vertrag von Maastricht zur Schaffung der Europäischen Union mit einer knappen Mehrheit abgelehnt. Nachdem der Vertrag abgeändert und Dänemark von den Richtlinien zur Währungsunion, zur europäischen Staatsangehörigkeit sowie zur Verteidigung (Dänemark lehnte eine Vollmitgliedschaft in der Westeuropäischen Union ab) ausgenommen worden war, stimmten die Dänen dem Vertrag im Mai 1993 zu.

Margarete II. von Dänemark
Margarete II. von Dänemark
Bei den Parlamentswahlen vom September 1994 verlor die Mitte-links-Koalition ihre absolute Mehrheit und errang nur noch 75 der insgesamt 179 Parlamentssitze; die hohe Arbeitslosigkeit und die weit verbreiteten Sorgen um die Zukunft des Wohlfahrtsstaates hatten sie zahlreiche Stimmen gekostet. Rasmussen führte die Koalition fort, nun als Minderheitsregierung. Zu den vorrangigen wirtschaftlichen Zielen der Regierung gehörten die Verringerung der Staatsverschuldung und die Senkung der Arbeitslosigkeit. Dänemark," Microsoft® Encarta
Benutzerdefinierte Suche