Geschichte Russlands : Ära der Goldenen Horde und der Aufstieg Moskaus (1242-1547)
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Fotografien Russland |
1223 tauchten die Mongolen unter Dschingis Khan im Südosten auf. Die Polowzer in der südrussischen Steppe wandten sich an die russischen Fürsten um Hilfe gegen diesen gemeinsamen Feind; noch im selben Jahr wurde jedoch die Koalition aus Polowzern und Russen in der Schlacht an der Kalka (heute Kalmius) vernichtend geschlagen. Nach ihrem Sieg wandten sich die Mongolen wieder nach Innerasien; zwölf Jahre lang führte ihr Weg sie nicht mehr in Richtung Westen, das Mongolenreich endete vorerst an der unteren Wolga. Erst 1237 stießen die Mongolen bzw. Tataren (der Name des mongolischen Stammes ging später auf die Gesamtheit der turksprachigen Steppenvölker über) unter Batu Khan, einem Enkel Dschingis Khans, erneut vor. Auf ihrem Vormarsch nach Norden zerstörten sie 1238 die meisten Städte im Großfürstentum Wladimir; erst südlich von Nowgorod stoppten unwegsame Wälder und Sümpfe den Mongolensturm. Batu Khan zog mit seinen Armeen nach Südosten ab, setzte seinen Angriff jedoch 1240 fort, überrannte den Südwesten und zerstörte Kiew. Die Tataren zogen dann weiter nach Polen, Ungarn und Schlesien. 1242 errichtete Batu das Khanat der Goldenen Horde mit der Hauptstadt Sarai an der unteren Wolga (nahe dem heutigen Wolgograd). |
Die Invasion hinterließ nicht nur schwere Verwüstungen, sondern war auch ein wichtiger Einschnitt in der russischen Geschichte, weil sie Russland politisch und kulturell von Europa isolierte. Mit der Zerstörung der Städte ging auch die vielerorts sich entwickelnde kommunale Selbstverwaltung verloren. |
Auch wenn sich die Tataren zurückzogen und ihre Herrschaft eher indirekt durch die Verpflichtung, Tribut- und Heeresfolge zu leisten, ausübten, blieb ihr Einfluss doch spürbar. Die Region um Kiew und die Steppengebiete entvölkerten sich, weil ein Großteil der slawischen Bevölkerung nach Westen floh, um den Massakern der Mongolen zu entgehen. So entstand in den westlichen Teilfürstentümern des Kiewer Reiches, die nicht von den Tataren unterworfen worden waren, sondern unter polnisch-litauische Herrschaft gerieten, das Volk der Weißrussen. Eine zweite Gruppe, bestehend aus den slawischen Bewohnern des Kiewer Landes und angrenzender Gebiete, formierte die Kleinrussen oder Ukrainer. In Nordrussland bildete sich, vermischt mit finnougrischen Bevölkerungsteilen, die Bevölkerungsgruppe der Großrussen. |
Nowgorod erreichten die Mongolen auf ihren Eroberungsfeldzügen nicht; dennoch wurde der Nordwesten Russlands ebenfalls bedroht, und zwar aus dem Westen: 1240 landete eine schwedische Armee an den Ufern der Newa. |
Fürst Alexander Newskij von Nowgorod, Sohn des Großfürsten von Wladimir-Susdal, brachte den Schweden jedoch eine schwere Niederlage bei; seither trug er den Beinamen Newskij, „von der Newa”. Zwei Jahre später rückte der Deutsche Orden gegen Nowgorod vor, wurde aber von Alexander Newskij in der so genannten „Eisschlacht auf dem Peipussee” vernichtend geschlagen. Um angesichts der anhaltenden Bedrohung der Nordwestgrenze keine Invasion aus dem Süden zu riskieren, ließ sich Alexander auf eine Politik loyaler Unterwerfung unter die Goldene Horde und die Versöhnung mit Batu Khan ein und wurde im Gegenzug von Batu 1252 als neuer Großfürst von Wladimir-Susdal anerkannt. Die meisten russischen Fürsten folgten Alexanders Beispiel, zahlten Tribut und betrachteten sich als Vasallen der Tataren, wollten sie keine Strafexpeditionen provozieren (z. B. 1258/59 gegen Galitsch-Wolhynien). "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 |
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