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Geschichte Portugals : Nelkenrevolution
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Es war letztlich der aussichtslose, politisch nicht vertretbare und die Wirtschaft über die Maßen belastende Kolonialkrieg, der am 25. April 1974 zum Sturz des autoritären Regimes durch die oppositionelle „Bewegung der Streitkräfte” (Movimento das Forças Armadas, MFA) in einem unblutigen Staatsstreich, der so genannten Nelkenrevolution, führte. Die Regierung übernahm nun eine siebenköpfige Militärjunta unter der Führung von General António Ribeiro de Spínola. Deren vordringlichen Ziele waren die Entkolonialisierung und die Errichtung demokratischer Strukturen in Portugal. 1974/75 wurden alle Überseegebiete in die Unabhängigkeit entlassen, mit Ausnahme von Macao, das portugiesisches Überseeterritorium blieb; Osttimor wurde unmittelbar nach seiner Unabhängigkeit 1975 von Indonesien annektiert. In Portugal selbst konnten sich nun wieder politische Parteien konstituieren, Oppositionelle kehrten aus dem Exil zurück, politische Gefangene wurden amnestiert.

Im Mai 1974 übernahm Spínola offiziell das Amt des Staatspräsidenten; Ministerpräsident wurde im Juli 1974 der Sozialist Vasco dos Santos Gonçalves. Portugal schlug nun einen sozialistischen Kurs ein: Durch Enteignung und Umverteilung des Großgrundbesitzes wurde die überfällige Agrarreform umgesetzt, Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht, Gewerkschaften wieder zugelassen. Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen gemäßigten und sozialistisch orientierten, rechten und linken Kräften innerhalb der Staatsführung trat der gemäßigte Spínola am 30. September 1974 zurück; sein Nachfolger wurde General Francisco da Costa Gomes. Im März 1975 unternahmen gemäßigte bis rechtsgerichtete Spínola-Anhänger einen Putschversuch gegen die sozialistisch ausgerichtete Regierung; der Putsch scheiterte, und Spínola ging ins Exil.

Im September 1975 wurde Gonçalves zugunsten des gemäßigteren José Baptista Pinheiro de Azevedo auf Betreiben des Revolutionsrates abgesetzt. Der MFA-dominierte Revolutionsrat hatte sich nach dem Putschversuch vom März als eigentliches Exekutivorgan konstituiert und setzte sich mehrheitlich aus gemäßigten Kräften zusammen. Im November 1975 scheiterte ein linksgerichteter Putschversuch. Verschärft wurde die innenpolitisch brisante Situation noch durch die massenweise Rückkehr portugiesischer Truppen und Siedler aus den ehemaligen, gerade in die Unabhängigkeit entlassenen Kolonien: Steigende Arbeitslosigkeit und zunehmende soziale und politische Unruhen waren die Folge des plötzlichen Bevölkerungszuwachses.

Nelkenrevolution
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