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Neue Geschichte Brasiliens
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Das neue Regime unterdrückte die linke Opposition und entzog etwa 300 Personen die politischen Rechte. Ein 1965 verabschiedetes Gesetz schränkte die bürgerlichen Freiheiten ein, sprach der Nationalregierung weitere Machtbefugnisse zu und bestimmte die Wahl des Präsidenten und Vizepräsidenten durch den Kongress.

Der ehemalige Kriegsminister Marshal Artur da Costa e Silva, Kandidat der Regierungspartei ARENA (Aliança Renovadova National; deutsch: Allianz zur nationalen Erneuerung) wurde 1966 zum Präsidenten gewählt. Die Brasilianische Demokratische Bewegung (MDB, Movimento Democrático Brasileiro), die einzige legale Oppositionspartei, weigerte sich aus Protest einen Kandidaten für die Wahl aufzustellen, weil die Regierung alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten nicht zugelassen hatte. 1966 gewann die ARENA auch die National- und Parlamentswahlen.

Das Jahr 1968 stand im Zeichen von Studentenunruhen und Streiks. Das Militärregime reagierte mit politischen Säuberungsaktionen und Zensur. Im August 1969 wurde Costa entmachtet. Das Militär bestimmte General Emílio Garrastazú Médici zu seinem Nachfolger, der Kongress wählte ihn zum Präsidenten. Unter Médici wurden die Repressionen verstärkt und in der Folge nahmen die revolutionären Aktivitäten zu. Der römisch-katholische Klerus erhob seine kritische Stimme immer öfter und prangerte die Bedingungen der armen Bevölkerung an. 1974 wurde General Ernest Geisel, Präsident von Petrobras, der staatlichen Ölmonopolgesellschaft, zum brasilianischen Präsidenten gewählt.

1985 wurde Tancredo Neves nach 21 Jahren zum ersten zivilen Präsidenten Brasiliens gewählt. Er starb jedoch vor seinem Amtsantritt, weshalb José Sarney Präsident wurde. Dieser sah sich mit einer außerordentlich hohen Inflation und großen Auslandsschulden konfrontiert und verordnete ein Sparprogramm, mit dem auch eine neue Währungseinheit, der Cruzado, etabliert wurde. In der neuen Verfassung vom Oktober 1988 wurden Direktwahlen verankert. Fernando Collor de Mello von der konservativen nationalen Erneuerungspartei wurde im Dezember 1989 zum Präsidenten gewählt. Seine drastischen Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung (1992 betrug die Inflationsrate 1 132 Prozent) bescherten Brasilien die schlimmste Rezession seit zehn Jahren, und organisierte Korruptionen höhlten seine Popularität schnell aus. 1992 sprach die Abgeordnetenversammlung Collor wegen eines Amtsvergehens das Misstrauen aus, und Franco wurde als sein Nachfolger vereidigt.

Im April 1994 wurde in Abstimmung mit den Gläubigerbanken ein Plan zur Umschuldung und Reduzierung der brasilianischen Auslandsschulden vorgelegt. Finanzminister Henrique Cardoso, ein ehemaliger Soziologieprofessor, wurde 1994 zum neuen Präsidenten gewählt, nachdem es ihm gelungen war, die Hyperinflation einzudämmen.

Der im März 1991 zwischen Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay geschlossene Vertrag von Asunción zur Gründung des gemeinsamen Marktes Mercosur trat im Januar 1995 in Kraft. Wirtschaftswachstum und Sozialprogramme entschärften die weiterhin explosive soziale Lage etwas, so dass für Brasilien eine Phase relativer politischer Stabilität begann. Im Oktober 1997 wurde jedoch auch Brasilien von der Währungs- und Finanzkrise in Asien erfasst.

Bei den Präsidentschaftswahlen vom 4. Oktober 1998 wurde Cardoso mit 56 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Cardoso hatte unmittelbar vor der Wahl angekündigt, dass er nach seiner Wiederwahl ein wirtschaftliches Sparprogramm vorlegen werde, das die Stabilität des Landes bewahren solle.

Fernando Collor de Mello
Fernando Collor de Mello
Fernando Henrique Cardoso

Mitte Januar 1999 wurde Brasiliens Wirtschaft von einer schweren Finanzkrise erschüttert, die weltweit die Börsen in Turbulenzen geraten ließ: In São Paulo, dem Sitz der wichtigsten Börse Lateinamerikas, und in Rio de Janeiro fielen die Kurse um durchschnittlich 9 bis 10 Prozent. Ausgelöst wurde die Krise durch den Rücktritt des brasilianischen Notenbankchefs Gustavo Franco. Er zog damit die Konsequenz aus der Abwertung der Landeswährung Real um fast 8 Prozent. Der Internationale Währungsfonds forderte die brasilianische Regierung ungeachtet der Finanzkrise auf, ihr Sparprogramm fortzuführen.

Um den Holzeinschlag in den Regenwaldgebieten zu reduzieren, untersagte die brasilianische Regierung im März 1999 für einen Zeitraum von 120 Tagen weitere Abholzungen.

Fernando Henrique Cardoso
Der Regierung Cardoso gelang es durch rigorose Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen im Jahr 2000, die Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bezug auf die Konsolidierung des Haushalts zu erfüllen. Im Lauf des Jahres 2002 strahlte die Wirtschafts- und Finanzkrise des Nachbarstaates Argentinien auch nach Brasilien aus. Im Juli fiel der Real gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit seiner Einführung im Jahr 1994. Kredite internationaler Geldgeber – u. a. der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds – linderten die Finanznot. Bei den Präsidentschaftswahlen 2002 setzte sich in der Stichwahl am 27. Oktober der Kandidat der Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, PT), Luiz („Lula”) Inácio da Silva klar gegen den vom scheidenden Staatsoberhaupt Cardoso unterstützten Sozialdemokraten José Serra durch. Damit übernahm in Brasilien erstmals ein Sozialist das Präsidentenamt. Obwohl Brasilien in der Folge ein stabiles Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatte und die Inflation und Auslandsschulden zurückgingen, verbesserte sich die Lage der unter der Armutsgrenze lebenden Brasilianer – etwa ein Drittel der Bevölkerung – kaum; ihre ehrgeizigen Ziele vor allem im sozialen Bereich, die sie im Wahlkampf und bei Amtsantritt formuliert hatte, konnte die Regierung da Silva nicht erreichen. Trotz dieses Defizits und trotz Korruptionsaffären in der Regierung wurde da Silva am 29. Oktober 2006 (erneut in der Stichwahl) mit etwa 61 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. "Brasilien," Microsoft® Encarta
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