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Geschichte Europas : Die neue Staatenordnung
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Nach dem Auseinanderbrechen der alten Ordnung infolge von Reformation und Dreißigjährigem Krieg setzte in Europa ein vehementer Kampf um die Vorherrschaft ein. Frankreich suchte seine Hegemonialstellung im Westen gegen das zur Großmacht aufsteigende Österreich und gegen die Seemacht England zu erhalten und auszubauen; Frankreichs Vormachtstreben entlud sich in den Eroberungskriegen Ludwigs XIV. und im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713/14) gegen u. a. Österreich und England. Besonders der Spanische Erbfolgekrieg hatte deutlich gemacht, dass die Idee einer umfassenden Einigung Europas endgültig überholt war, dass aber auch die Hegemonie eines Staates in Europa für die anderen europäischen Mächte inakzeptabel war. So einigten sich die Großmächte auf ein Gleichgewicht der Kräfte. Die Initiative dazu ging vor allem von England aus, das sich durch ein Gleichgewicht in Europa Freiraum für seine expansive Überseepolitik zu schaffen suchte.

Dem Staatensystem, das das Gleichgewicht garantieren sollte, gehörte ein fester Kreis von schließlich fünf Großmächten an: Zunächst England, Frankreich und Österreich, denen sich die im 18. Jahrhundert zu europäischen Großmächten aufgestiegenen Staaten Preußen und Russland anschlossen (Pentarchie). Allerdings provozierten machtpolitische Einzelinteressen immer wieder schwere Konflikte innerhalb des Staatensystems, so etwa den Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) zwischen Preußen und Österreich; der Siebenjährige Krieg (1756-1763) – Preußen und Großbritannien gegen Frankreich, Österreich und Russland – griff schließlich auch auf die britischen und französischen Kolonien über. Aus diesem ersten weltpolitischen Konflikt ging England als Weltmacht hervor.

Im Zuge der inneren Konsolidierung der europäischen Staaten nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtete Ludwig XIV. in Frankreich ein modernes, absolutistisches Staatswesen, dessen Vorbild einige deutsche Staaten, vor allem Preußen und Österreich folgten. Der absolutistische Staat Ludwigs XIV. zeichnete sich durch straffe Zentralisierung, effiziente Verwaltung, einen durchorganisierten Beamtenapparat und ein staatlich beaufsichtigtes Wirtschaftssystem, den Merkantilismus, aus; der Adel als traditionelle Machtelite musste teilweise dem aufstrebenden Bürgertum weichen. In England hatte sich mit der Glorious Revolution 1688/89 die Staatsform der parlamentarischen Monarchie durchgesetzt.

Das Heilige Römische Reich hatte endgültig seine Führungsrolle in Europa verloren, politisch an die fünf Großmächte, kulturell an Frankreich, und wirtschaftlich stand es weit hinter den Seemächten im Westen – Spanien, Portugal, Frankreich, England und den Niederlanden – zurück, die durch ihren Kolonialbesitz zu den führenden Wirtschaftsmächten geworden waren. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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Ludwig XIV
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