Geschichte Ecuador : Der neue Wohlstand
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Fotografien Ecuador |
Das Militärregime erstellte einen Fünfjahresplan, der die wirtschaftliche Entwicklung des Landes beschleunigen sollte. Ecuador entwickelte sich in den siebziger Jahren nach Venezuela zum damals zweitgrößten Erdölexporteur Lateinamerikas. Die Einkünfte aus den Erdölexporten brachten Ecuador dringend benötigte Devisen. 1976 löste Admiral Poveda Burbano Präsident Rodríguez Lara als Staatsoberhaupt ab. Im April 1979 wurde Jaime Roldós Aguilera zum Präsidenten gewählt, kurze Zeit später trat eine neue Verfassung in Kraft. Erneut aufflammende Grenzstreitigkeiten mit Peru konnten im März 1981 beigelegt werden. Zwei Monate später kam Jaime Roldós Aguilera bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. |
Sein Bruder León Roldós Aguilera wurde Vizepräsident, und Osvaldo Hurtado Larrea trat die Nachfolge Roldós an. Im Mai 1984 kam der konservative Geschäftsmann León Febres Cordero Rivadeneira an die Macht. Seine Regierung sah sich wiederholt Aufständen von Militärs ausgesetzt. Im Januar 1987 wurde der Präsident gefangen genommen. Nach einer Stichwahl im Mai 1988 wurde Rodrigo Borja Cevallos, ein Mitglied der Demokratischen Linken (Izquierda Democrática, ID), neuer Präsident. Im August 1992 trat Sixto Durán Bellén dessen Nachfolge an. |
Im Januar 1995 eskalierten die Grenzstreitigkeiten mit Peru. Nachdem Ecuador Truppen in die Grenzregion entsandt hatte, kam es zu bewaffneten Zusammenstößen der Streitkräfte beider Länder. Das umstrittene Gebiet in den Anden hat eine Fläche von circa 340 Quadratkilometern. Obwohl diese Region noch weitestgehend unerforscht ist, vermutet man dort große Gold-, Erdöl- und Uranvorkommen. Nachdem der Konflikt im August 1998 erneut aufgeflammt war, akzeptierten Ecuador und Peru im Oktober 1998 einen Vermittlungsvorschlag der vier Garantiemächte des so genannten Rio-Protokolls von 1942 (Argentinien, Brasilien, Chile und die Vereinigten Staaten): Peru behielt das umstrittene Territorium, räumte jedoch den einen Quadratkilometer großen Militärposten Tiwinza. Ecuador darf das Gebiet dieses Postens privatrechtlich nutzen, Peru behält allerdings die Souveränität. |
Im Juli 1996 setzte sich bei der Direktwahl für das Präsidentenamt der Kandidat der Zentrumspartei Abdala Bucaram gegen Jaime Nebot Saadi von der Christlich-Sozialen Partei (Partido Social Cristiano, PSC) durch. Die Wirtschaftspolitik des bisherigen Präsidenten Sixto Durán Bellén war von beiden Präsidentschaftskandidaten kritisiert worden. Darüber hinaus war dessen Amtsperiode durch zahlreiche Korruptionsskandale gekennzeichnet; in diesem Zusammenhang kam es zur Amtsenthebung des Vizepräsidenten. |
Nach einer Regierungskrise wurde im Februar 1997 Fabian Alarcón zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Die Präsidentschaftswahl vom Juli 1998 konnte der Kandidat der christdemokratischen Democracia Popular (DP), Jamil Mahuad Witt, mit circa 53 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Sein Gegenkandidat Gustavo Noboa Bejarano erhielt etwa 47 Prozent. Die von Mahuad Witt verkündeten Sparmaßnahmen lösten landesweite Streikwellen aus, auf die Witt 1999 wiederholt mit Verhängung des Ausnahmezustands reagierte. Nach wochenlangen Massenprotesten, die sich gegen die von der Regierung geplante Einführung des US-Dollars als Landeswährung richteten, solidarisierte sich das Militär mit den demonstrierenden Indios und stürzte am 21. Januar 2000 unter der Führung von Lucio Gutiérrez Präsident Mahuad Witt. Nach nur wenigen Stunden an der Macht wurde Gutiérrez durch |
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Abdala Bucaram Ortiz |
den bisherigen Vizepräsidenten Gustavo Noboa Bejarano als Staatsoberhaupt ersetzt. Im März 2000 wurde endgültig beschlossen, die Landeswährung Sucre schrittweise durch den US-Dollar abzulösen. Diese Maßnahme löste erneut landesweite Proteste aus. Die Einführung des US-Dollars als Landeswährung erfolgte im Oktober 2000. Die so genannte Dollarisierung ging reibungslos vonstatten, weil gleichzeitig steigende Ölpreise dem Staat zusätzliche Einnahmen zur Entlastung des Haushalts und insbesondere für Maßnahmen zur sozialen Abfederung einbrachten. |
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Am 24. November 2002 wurde Lucio Gutiérrez, gestützt auf linke Kräfte, Indio-Organisationen und Bürgerbewegungen, zum neuen Präsidenten Ecuadors gewählt. Bei seinem Amtsantritt im Januar 2003 erklärte er die Bekämpfung der ausufernden Korruption und der Armut zu seinen vordringlichen Zielen. Jedoch gelang ihm weder das eine noch das andere, er verstrickte sich im Gegenteil selbst in Vetternwirtschaft, unternahm kaum etwas gegen die Korruption und entfernte sich mit seiner Politik immer weiter von den sozial und wirtschaftlich benachteiligten Schichten. Der Unmut der Bevölkerung gegen Gutiérrez’ Politik machte sich im Dezember 2004 erstmals in Massenprotesten Luft, als Gutiérrez und seine Regierung, unterstützt von der Mehrheit des Parlaments, einen Großteil der Richter am Obersten Gerichtshof entlassen und durch der Regierung genehme ersetzt hatten. Der alte Gerichtshof hatte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Gutiérrez angestrebt, der neu besetzte verfolgte dies nicht weiter und ließ darüber hinaus sogleich auch Anklagen wegen Korruption gegen die früheren Präsidenten Bucaram und Mahuad Witt fallen. Angesichts anhaltender Proteste löste Gutiérrez Mitte April 2005 den von ihm installierten Obersten Gerichtshof wieder auf. Als die teilweise schon gewaltsamen Proteste gegen die Regierung Gutiérrez dennoch fortgesetzt wurden und das Land in ein Chaos zu stürzen drohten, erklärte das Parlament am 20. April 2005 Gutiérrez wegen Amtsvernachlässigung, Repression von Demonstranten und Verletzung der |
Rafael Correa |
Verfassung mit 60 von 100 Stimmen für abgesetzt (obwohl für eine Absetzung laut Verfassung 78 Stimmen notwendig sind). Zum neuen Staatspräsidenten ernannte das Parlament den bisherigen Vizepräsidenten, Alfredo Palacio. Nach dem Präsidentenwechsel beruhigte sich die Lage nicht grundlegend. Insbesondere in den Erdölregionen protestierten die Ölarbeiter und die indigene Bevölkerung mit Streiks und Besetzungen von Förderanlagen dagegen, dass ein Großteil der Einnahmen aus dem Erdölgeschäft an ausländische Unternehmen ging, und es gab umfassende Aktionen vor allem der bäuerlichen Bevölkerung gegen ein geplantes Freihandelsabkommen mit den USA. Der Protest in der Erdölindustrie konnte durch ein Abkommen beendet werden, das den entsprechenden Regionen einen größeren Anteil an den Steuereinnahmen aus der Ölindustrie direkt zukommen ließ. Die Präsidentschaftswahlen im November 2006 gewann in der Stichwahl der Kandidat der Linken, Rafael Correa. Correa, der sich an den Linkspopulisten Chávez in Venezuela und Morales in Bolivien orientiert, sagte die Schaffung von Arbeitsplätzen zu, eine bessere Finanzierung des Sozialsystems und neue Verträge mit den Erdölkonzernen und äußerte sich ablehnend in Bezug auf ein Freihandelsabkommen mit den USA. Bei den Präsidentschaftswahlen im April 2009 wurde Correa im Amt bestätigt. "Ecuador," Microsoft® Encarta |
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