Nicaragua seit den neunziger Jahren
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Fotografien Nicaragua |
Bei Wahlen im Februar 1990, die unter internationaler Aufsicht stattfanden, gewann die Nationale Union der Opposition, eine von den USA unterstützte antisandinistische Koalition, die Mehrheit in der Nationalversammlung. Die Kandidatin der UNO, Violeta Barrios de Chamorro, wurde zur Präsidentin gewählt und löste Ortega ab. Im April wurde sie ins Amt eingeführt und begann sofort ein Wiederaufbauprogramm, entwaffnete die Contra-Rebellen, reduzierte die Stärke der Regierungstruppen und führte eine Währungsreform durch. |
Präsidentin Chamorro behielt Humberto Ortega, den Bruder von Daniel Ortega, als Oberbefehlshaber der Armee im Amt. Damit wurde eine Wiederbewaffnung bei einigen Contra-Truppen ausgelöst. 1993 nahmen Truppen der Contras 38 Geiseln, um Ortegas Rücktritt zu erzwingen. Anhänger der Sandinisten antworteten darauf mit der Entführung des Vizepräsidenten und 32 weiterer Personen. Alle Geiseln waren bis August 1993 wieder freigelassen worden, und Humberto Ortega verließ im Februar 1995 die Armee. |
Der Kandidat der rechtsgerichteten Liberalen Allianz (AL), Arnoldo Alemán, gewann die Präsidentschaftswahlen vom 20. Oktober 1996. Alemán konnte sich gegen 21 Kandidaten durchsetzen, zu denen auch sein härtester Widersacher, der frühere Präsident Daniel Ortega, der Kandidat der linksgerichteten Nationalen Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN), gehörte. Bei den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen erreichte die Liberale Allianz 42 Mandate und wurde damit stärkste Partei. Im November 1998 forderten der Wirbelsturm „Mitch” sowie eine Schlammlawine, die durch das Auseinanderbrechen eines mit Regenwasser gefüllten Vulkankraters entstanden war, mehrere tausend Tote. Das Ereignis richtete schwerste wirtschaftliche Schäden an. |
Aus den Präsidentschaftswahlen vom 4. November 2001, bei denen Arnoldo Alemán gemäß der Verfassung nicht wieder kandidieren durfte, ging der bisherige Vizepräsident Enrique Bolaños Geyer von der Liberalen Allianz als klarer Sieger hervor. |
Verlierer der Wahlen war erneut der frühere Präsident Daniel Ortega, der nun schon zum dritten Mal in Folge (nach 1990 und 1996) dem Kandidaten der regierenden Konservativen unterlag. Bei den gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahlen wurde die Liberale Allianz als stärkste Kraft bestätigt, verfehlte aber die absolute Mehrheit der Mandate. Im Februar 2003 verlor sie die Mehrheit im Parlament, als einige ihrer Abgeordneten dem Präsidenten die weitere Zusammenarbeit aufkündigten. Die Parlamentarier warfen Bolaños Geyer eine zu enge Zusammenarbeit mit den Sandinisten vor. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im November 2006 brachten die FSLN nach 16 Jahren in der Opposition an die Macht zurück: Sie wurde mit 37,6 Prozent klar stärkste Kraft im Parlament, und ihr Präsidentschaftskandidat Ortega setzte sich ebenso deutlich gegen die konservativen Bewerber durch. "Nicaragua" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 |
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Arnoldo Alemán |
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