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Geschichte der Niederlande : Der Niedergang der Niederländischen Republik
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Der Niedergang der Republik der Vereinigten Niederlande setzte bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein. Grund war die ökonomische und in deren Folge bald auch militärische Auseinandersetzung mit England, der neben den Niederlanden zweiten führenden See- und Handelsnation in Europa. Die drei Englisch-Niederländischen Seekriege (1652-1664, 1665-1667 und 1672-1674) endeten trotz einiger niederländischer Erfolge im zweiten und dritten Krieg zugunsten Englands, das u. a. die Niederlande zur Anerkennung der (modifizierten) Navigationsakte zwingen und Neu Amsterdam (die heutige Stadt New York) gewinnen konnte und nun die führende Macht auf den Weltmeeren wurde.

Ab 1667 war die Republik der Vereinigten Niederlande zudem in vier Kriege gegen das Frankreich Ludwigs XIV. verwickelt: den Devolutionskrieg (1667/68), den Niederländisch-Französischen Krieg (1672-1679), den Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) und den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714).

Ludwig XIV. hatte seine expansiven Interessen vor allem auf die Spanischen Niederlande und die Republik der Niederlande gerichtet; die niederländische Republik konnte sich auf verschiedene Allianzen gegen Ludwig XIV. stützen und schließlich auch auf England, dessen König seit 1689 der niederländische Statthalter Wilhelm III. von Oranien war. Am Ende der vier Kriege hatte die Republik der Vereinigten Niederlande zwar ihr Territorium behauptet, aber infolge der Kriege auch deutlich an wirtschaftlicher und politischer Macht verloren. Der Niedergang der Niederlande als Wirtschaftsmacht setzte sich auch im 18. Jahrhundert fort; parallel dazu fielen sie auch auf kulturellem Gebiet ins zweite Glied zurück.

Die südlichen Spanischen Niederlande waren nach dem Aussterben der spanischen Habsburger im Frieden von Rastatt 1714 an die österreichischen Habsburger gekommen (Österreichische Niederlande).

Nach dem Tod Wilhelms III. 1702, in den Wirren des Spanischen Erbfolgekrieges, übernahm Johann Wilhelm Friso (1687-1711), ein entfernter Verwandter Wilhelms III., den Fürstentitel der Oranier; er war Statthalter von Friesland, während in den anderen niederländischen Provinzen das Amt des Statthalters vorerst unbesetzt blieb. 1747 wurde sein Sohn Wilhelm IV. (1711-1751) erblicher Statthalter aller sieben Provinzen. Unter der Statthalterschaft Wilhelms IV. entzündete sich die Auseinandersetzung zwischen den Oraniern und deren Anhängern auf der einen, den „Patrioten” einschließlich der Ratspensionäre auf der anderen Seite. Letztere forderten republikanische Reformen und die Abschaffung der monarchengleichen Stellung der Oranier. Der Konflikt zwischen Oraniern und Patrioten dominierte in der Folgezeit das innenpolitische Leben in den Niederlanden; außenpolitisch bewahrten die Niederlande während des 18. Jahrhunderts eine weitgehend neutrale Position, d. h., sie beteiligten sich kaum an den großen internationalen Konflikten.

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Ludwig XIV
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