Geschichte von Polen : Polen und die 2. Weltkrieg
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Fotografien Polen |
Bis Mitte September hatten die deutschen Truppen in einem „Blitzkrieg” den größten Teil West- und Mittelpolens überrannt; am 17. September griff die sowjetische Rote Armee von Osten her an; am 6. Oktober 1939 kapitulierten die letzten polnischen Verbände. Bereits am 28. September hatten sich die Sowjetunion und das Deutsche Reich in einem Grenz- und Freundschaftsvertrag auf eine Demarkationslinie geeinigt, entlang derer sie Polen nun untereinander aufteilten. Der sowjetisch besetzte Osten Polens wurde in die Ukrainische und die Weißrussische Sowjetrepublik eingegliedert; die Polen, gut ein Viertel der vor allem aus Weißrussen und Ukrainern bestehenden Bevölkerung des annektierten Gebiets, wurden rigide entnationalisiert; etwa eine Million Polen, vor allem die Intelligenz, wurde 1940/41 nach Sibirien deportiert, die polnischen Kriegsgefangenen wurden zum großen Teil getötet, u. a. in Katyn. |
Der Westen Polens, in etwa Westpreußen und Posen, wurde am 8. Oktober 1939 dem Deutschen Reich direkt eingegliedert; das restliche Zentralpolen wurde am 26. Oktober 1939 in das deutsche Generalgouvernement Polen unter dem Generalgouverneur Hans Frank umgewandelt. |
Sowohl in den dem Reich eingegliederten Gebieten wie auch im Generalgouvernement wurde die polnische Bevölkerung – auch hier zunächst vor allem die Intelligenz – einer rigiden Germanisierungspolitik und brutalen Repressalien unterworfen; sie wurde enteignet, deportiert, zu Zwangsarbeit abgezogen und gezielt ermordet: Bis Kriegsende kamen in Polen über sechs Millionen Menschen ums Leben, darunter etwa drei Millionen Juden. Die größten der nationalsozialistischen Vernichtungslager – Auschwitz, Treblinka, Majdanek – befanden sich im Generalgouvernement. Am 30. September 1939 bildete sich in Paris eine polnische Exilregierung unter General Władysław Sikorski mit einer eigenen Exilarmee, die von den Alliierten als Bundesgenosse akzeptiert wurde. 1940 wich die Exilregierung vor dem deutschen Einmarsch in Frankreich nach London aus. |
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, in dessen Anfangsphase auch der sowjetische Teil Polens von den Deutschen besetzt wurde, schloss die Exilregierung am 30. Juli 1941 ein Bündnis mit der Sowjetunion, in dessen Rahmen sie der Sowjetunion u. a. eine Armee zur Verfügung stellte, die sich aus polnischen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion rekrutierte. |
Im April 1943 brach Stalin die Beziehungen zur und damit jegliche Zusammenarbeit mit der polnischen Exilregierung ab, nachdem die Exilregierung von der Sowjetunion nachdrücklich Aufklärung über die bei Katyn entdeckten Massengräber polnischer Offiziere verlangt hatte. Die Sowjetunion unterstützte nun nur noch kommunistischen Widerstandskräfte in Polen. Der Bruch zwischen der Exilregierung und der Sowjetunion wurde besiegelt durch die Weigerung der Exilregierung, die Curzon-Linie als künftige Ostgrenze anzuerkennen und einer Westverschiebung Polens zuzustimmen, wie es die Alliierten auf der Konferenz von Teheran schon Ende 1943 für die europäische Nachkriegsordnung in Erwägung gezogen hatten. Gegen die nationalsozialistische Besatzungsmacht und ihren Terror bildeten sich schon bald |
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Deportation aus dem Warschauer Ghetto |
Widerstandsorganisationen, so etwa die Armia Krajowa (AK, „Armee in der Heimat” in Abgrenzung zur Exilarmee), die mit der Exilregierung kooperierte und auf mehrere Hunderttausend Mann anwuchs, und die kommunistische „Volksarmee”. Im April/Mai 1943 erhoben sich die Juden des Warschauer Ghettos in einem bewaffneten Aufstand (siehe Warschauer Ghettoaufstand) gegen die deutschen Besatzer, um den Abtransport der Juden in die Vernichtungslager aufzuhalten; der Aufstand wurde niedergeschlagen, nahezu die gesamte Bevölkerung des Ghettos wurde vernichtet. Im Juli 1944 überschritt die Rote Armee den Bug Richtung Westen und drängte die Deutschen nach und nach zurück. Am 22. Juli 1944 konstituierte sich das kommunistisch orientierte Lubliner Komitee und übernahm mit sowjetischer Billigung und Unterstützung die Verwaltung in den von der Roten Armee befreiten polnischen Gebieten. Am 1. August 1944 erhob sich auf Initiative der Exilregierung die AK im noch deutsch besetzten Warschau (siehe Warschauer Aufstand); ihr Ziel war es, den Führungsanspruch der Exilregierung zu verteidigen und ein Gegengewicht zum Lubliner Komitee zu bilden. Weder die westlichen Alliierten noch die Rote Armee griffen zugunsten der AK ein; der Aufstand wurde von der Wehrmacht niedergeschlagen, Zehntausende Polen wurden ermordet bzw. deportiert, Warschau wurde fast völlig zerstört. |
Befreiung und territoriale Neuordnung |
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Bis März 1945 hatte die Rote Armee ganz Polen befreit; hier sowie auch in den deutschen Gebieten östlich von Oder und Neiße und in Danzig übernahm die „Provisorische Regierung”, vormals das Lubliner Komitee, die Regierungsgewalt. Schon auf der Konferenz von Teheran, konkretisiert auf der Jalta-Konferenz im Februar 1945, hatten sich die Alliierten auf in etwa die Curzon-Linie als Ostgrenze Polens und die territoriale Entschädigung Polens im Westen und Norden, d. h. mit deutschem Gebiet, geeinigt. Die Exilregierung lehnte dies weiterhin ab, was zu erheblichen Spannungen mit der Provisorischen Regierung sowie den Alliierten führte, die der Exilregierung schließlich die Anerkennung entzogen. Erst nach heftigen Auseinandersetzungen kam im Juni die von den Alliierten geforderte „Regierung der Nationalen Einheit” aus Mitgliedern der |
Winston Churchill |
Provisorischen Regierung und Bürgerlichen sowie Exilpolitikern zustande; im August 1945 unterstellten die Alliierten gemäß dem Potsdamer Abkommen formal die ehemals deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie – Schlesien, Teile Brandenburgs, Pommern, das südliche Ostpreußen – sowie Danzig der neuen Regierung, jedoch zunächst nur vorläufig, bis zum Abschluss eines Friedensvertrages. Am 16. August 1945 einigten sich Polen und die Sowjetunion in einem Vertrag im Wesentlichen auf die Curzon-Linie als neue gemeinsame Grenze. Die neuen Grenzen hatten immense Bevölkerungsbewegungen zur Folge: Aus den nun sowjetischen Gebieten siedelten fast vier Millionen Polen in das neue polnische Staatsgebiet über bzw. wurden repatriiert; etwa eine halbe Million Ukrainer und Weißrussen verließen Polen Richtung Osten. Aus den ehemals deutschen Gebieten flohen bis 1950 etwa zwölf Millionen Deutsche nach Westen bzw. wurden vertrieben. "Polen," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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