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Geschichte Europas : Erste Hochkulturen in Europa : Das Römische Reich
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Um 1200 v. Chr., also etwa gleichzeitig mit der dorischen Wanderung, kamen indoeuropäische Stämme (u. a. die Latiner) auch auf die Apenninenhalbinsel. Um 1000 v. Chr. ließen sich Latiner auf dem Palatin, einem der sieben Hügel Roms, nieder. Ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die nichtindoeuropäischen Etrusker in Italien an, brachten Stadtkultur, Steinbaukunst und auch griechische Götter mit, siedelten sich in der heutigen Toskana an und unterwarfen sukzessive die angrenzenden Gebiete. Aus der latinischen Siedlung auf dem Palatin machten sie eine feste Stadt. Um 500 v. Chr. wurde in Rom die Königsherrschaft durch eine Adelsrepublik abgelöst, und während der folgenden zwei Jahrhunderte erkämpften sich auch die Plebejer, das Bürgertum, politische Rechte. Die Römische Republik blieb jedoch weit entfernt von einer demokratischen Verfassung, wie sie zeitweise in Athen bestand. Bis 270 v. Chr. hatte Rom, trotz des Rückschlags infolge der Zerstörung Roms durch die Gallier 387 v. Chr., ganz Italien bis zur Poebene unter seine Herrschaft gebracht.

Der Übergriff Roms auf Sizilien führte zu den Punischen Kriegen (264-241, 218-201, 149-146 v. Chr.), in deren Verlauf Rom beinahe ganz Sizilien, Sardinien und Korsika, die Iberische Halbinsel sowie Karthago in Nordafrika eroberte; Nordafrika und Spanien wurden römische Provinzen. Mit dem Vorstoß Roms nach Osten wurden 148 v. Chr. Makedonien, 146 v. Chr. Griechenland und 133 v. Chr. Pergamon in Kleinasien römische Provinzen. Durch die Anbindung des griechischen Ostens an das Reich kamen griechische Kunst und Kultur nach Italien. Rom war nun die unangefochtene Hegemonialmacht im Mittelmeer und griff mit seinem Reich bereits über Europa hinaus. 102/101 v. Chr. wehrte Rom einen ersten Angriff germanischer Stämme, der Kimbern und der Teutonen, ab, 64/63 v. Chr. dehnte es seine Macht in Kleinasien aus und errichtete die Provinz Syrien, 55 v. Chr. hatte Caesar ganz Gallien unter römische Herrschaft gebracht, und 30 v. Chr. war Ägypten zur römischen Provinz geworden.

Unter Augustus umfasste das Römische Reich die Iberische Halbinsel, Gallien, Teile Germaniens und des Balkans, Italien, Griechenland, Kleinasien, Syrien, Ägypten und die ganze nordafrikanische Küste. In der römischen Kaiserzeit erreichte das Reich unter Trajan seine größte Ausdehnung; u. a. wurden ihm im Osten Armenien angegliedert, auf dem Balkan Dakien (das heutige Rumänien) und im Norden Britannien; die Grenze zu den germanischen

Die römischen Provinzen
Die römischen Provinzen
Stämmen, die sich einer Eroberung durch Rom widersetzten, wurde durch den Limes gesichert. Zusammengehalten wurde das immense, sich auf drei Kontinente und über verschiedene Völker und Kulturen erstreckende Reich durch straffe Verwaltung und die Durchdringung der unterworfenen Provinzen mit römischer Kultur. 313 n. Chr. tolerierte Konstantin das Christentum im Römischen Reich, Theodosius I. erhob es zur Staatsreligion. Mit seinem Tod 395 und der Teilung des Reiches unter seine Söhne endete die Einheit und die Macht des Römischen Reiches.
Der Schwerpunkt und das Zentrum des Römischen Reiches lagen zwar immer in Europa, und die europäischen Provinzen des Reiches wurden von der Romanisierungspolitik Roms deutlich mehr erfasst als der Osten; das Reich verstand sich aber keineswegs als europäisches, sondern als Weltreich, das beinahe die gesamte im Westen bekannte Welt der drei Kontinente Europa, Asien und Afrika umfasste. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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