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Die russischen Industrien
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Von allen Ländern der Welt verfügt Russland über die größten Vorräte an Bodenschätzen. Besonders reich sind die Vorkommen an Energierohstoffen.

Man schätzt, dass in Russland rund die Hälfte der weltweit nachgewiesenen Kohlevorräte lagern und dass es größere Erdölvorkommen hat als jede andere Nation. Kohlelagerstätten sind über das ganze Land verstreut; die weitaus größten Felder liegen in Sibirien und dem Fernen Osten Russlands, doch die am besten erschlossenen Lagerstätten befinden sich in Westsibirien, im Nordosten des europäischen Gebiets, in der Region um Moskau und im Ural. Die Hauptvorkommen an Erdöl lagern in Westsibirien und in der Wolga-Ural-Region. Die Hauptvorkommen an Erdgas liegen entlang der arktischen Küste Sibiriens, in der nördlichen Kaukasusregion und in der Autonomen Republik der Komi im Nordosten des europäischen Teiles von Russland.

Der Bergbau ist ein Hauptsektor der russischen Wirtschaft und liefert Produkte für den Export. Russland ist ein Hauptexporteur für Eisenerz (zwölf Millionen Tonnen pro Jahr), wobei der größte Teil im Süden Zentralrusslands gefördert wird. Die Eisenerzvorkommen im Uralgebirge (bei Magnitogorsk) sind weitestgehend erschöpft.

Auch bei den Kupferexporten (168 000 Tonnen pro Jahr) und bei Nickelexporten (127 000 Tonnen pro Jahr) nimmt Russland eine bedeutende Stellung ein. Kupfer- und Nickelerze werden hauptsächlich im Ural gefördert, obwohl es auch beträchtliche Nickellagerstätten auf der Halbinsel Kola nahe bei Murmansk gibt. Das Land ist einer der führenden Goldproduzenten. Gold wird im Ural, in Westsibirien und in Ostsibirien im Tal des Flusses Lena gefördert. Bauxitdepots liegen hauptsächlich im Ural und im Nordwesten des europäischen Teiles von Russland nahe bei Sankt Petersburg. Kleinere Vorkommen gibt es in Westsibirien nahe bei Kemerowo und in der Fernostregion nahe der Mündung des Amur. Zinn wird im Nordosten Sibiriens abgebaut, Blei und Zink in Sibirien und der Fernostregion. Manganvorräte lagern im Ural, in Westsibirien und im Fernen Osten.

In der Sowjetunion war das Hauptaugenmerk auf die Schwerindustrie gerichtet. Dabei wurde vor allem dem Maschinenbau sowie den Metall verarbeitenden Industrien größte Bedeutung beigemessen. Ein zweites Augenmerk galt der Rüstungsindustrie. Die Industrieproduktion für die nationale Verteidigung hatte in den Sowjetplänen höchste Priorität. Die russische Rüstungsindustrie und die Luft- und Raumfahrtindustrie ist technisch sehr fortgeschritten.

Bei der Planung der Industrialisierung der UdSSR widmete die Sowjetregierung der Standortwahl der riesigen Industriekomplexe große Aufmerksamkeit. Ursprünglich waren die industriellen Fertigungszentren Russlands auf die Gebiete um Moskau und Sankt Petersburg konzentriert. Gleichzeitig wurde mit der industriellen Erschließung von Gebieten im Ural begonnen, die für ihre großen Kohle- und Mineralstoffvorkommen bekannt waren. Außerdem begann man zu Beginn der Sowjetzeit mit der Planung neuer industrieller Zentren in verschiedenen Regionen Sibiriens.

Papierfabrik in Komi
Papierfabrik in Komi. Encarta
Heute konzentriert sich der Fahrzeugbau im zentralen europäischen Teil von Russland. Lokomotiven werden in den Städten Kolomna, Murom und Ljudinowo gefertigt, die alle nahe bei Moskau liegen. Der Fahrzeugbestand der Eisenbahn wird in Fabriken in Twer, nordwestlich von Moskau, und in Brjansk, südwestlich von Moskau, gebaut. U-Bahnen werden in Mytischtschi, einem nördlichen Vorort von Moskau, hergestellt. Engels im Tal der Wolga ist das Hauptzentrum für die Herstellung von Oberleitungsbussen (Trolleybus). Eine große Eisenbahnwaggonfabrik im Minusinskbecken im Osten von Sibirien beliefert die Transsibirische Eisenbahn und die Baikal-Amur-Magistrale.
Größtes Schiffbauzentrum ist Sankt Petersburg am Finnischen Meerbusen; kleinere Schiffswerften befinden sich in Archangelsk am Weißen Meer und an einigen Häfen der Pazifikküste. Die meisten Flussschiffe des Landes werden im Wolga-Kama-Flussbecken gebaut. Die älteste und immer noch größte Schiffswerft für Flussschiffe liegt in der Stadt Nishnij Nowgorod; weitere Bootsbaufabriken gibt es in Moskau, Rybinsk und Kostroma am oberen Flusslauf der Wolga.
Fischverarbeitung

Die Kraftfahrzeugindustrie in Russland ist hinsichtlich Menge und Qualität kaum entwickelt; viele Russen kaufen sich ihre Fahrzeuge im europäischen Ausland. Zentrum der Autoindustrie sind die beiden Städte Togliatti und Samara an der Wolga. Andere Standorte befinden sich in Moskau, Ishewsk und Nishnij Nowgorod. Lastkraftwagen und ähnliche Nutzfahrzeuge werden beispielsweise an der Kama in Nabereshnyje Tschelny, in Nishnij Nowgorod, in Moskau, in Uljanowsk (Simbirsk) an der Wolga sowie in Miass im Uralgebirge gebaut.

Die Fertigung von landwirtschaftlichen Maschinen ist ein bedeutender Industriezweig. 1990 lieferte Russland 60 Prozent der Gesamtproduktion an Landmaschinen in der ehemaligen UdSSR und war einst der größte Hersteller von Traktoren in der Welt und großer Exporteur.

Fischverarbeitung. Encarta
Die großen Fertigungsfabriken stehen im europäischen Teil Russlands, in Sankt Petersburg, Wolgograd, Wladimir, Brjansk und Lipetsk. Tscheljabinsk im Ural und Rubzowsk in der Altairegion Sibiriens sind ebenfalls wichtige Produktionszentren. Der Zusammenbruch der Sowjetunion wirkte sich äußerst negativ auf die Textilindustrie Russlands aus. Fast die gesamte Baumwolle kam aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien und der Republik Aserbaidschan. Aufgrund geringerer Lieferungen aus diesen Ländern mussten viele russische Textilfabriken schließen. 1992 sank die gesamte Textilproduktion um mehr als 50 Prozent. Insgesamt sind die Industrieproduktionen in Russland in den letzten Jahren beträchtlich zurückgegangen. Damit hält eine allgemeine Verlangsamung des industriellen Wachstums an, die schon in den letzten Jahren der UdSSR festzustellen war. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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