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Geschichte Schottlands : Schottland als Teil des Vereinigten Königreiches
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Bis zum Tod Jakobs im Jahr 1625 erlebte Schottland unter seiner Regentschaft eine Zeit des relativen Friedens. Sein Sohn Karl I. (Regierungszeit 1625-1649) trug durch die hohe Besteuerung und insbesondere den Versuch, die anglikanische Liturgie durchzusetzen, schließlich zum Kampf zwischen Krone und Parlament bei, der von 1639 bis 1640 dauerte. Diese Auseinandersetzungen führten schließlich zur Puritanischen Revolution und einem Krieg zwischen Königstreuen und Anhängern des Parlaments. Oliver Cromwell siegte mit seinem Heer gegen die Truppen des Königs, und Karl I. wurde vom Rumpfparlament zum Tode verurteilt. Im Verlauf dieses Krieges unterstützten viele Schotten das Parlament gegen den König, da ihnen die Einführung des presbyterianischen Glaubens in beiden Reichen zugesichert worden war. Dieses Versprechen wurde jedoch nicht eingelöst, und nach der Hinrichtung des Königs schlug Cromwell nun unter dem Titel Lordprotektor die Aufstände der Schotten nieder, die sich zugunsten ihres Thronprätendenten, Karl II., einsetzten. In den fünfziger Jahren schaffte Cromwell Monarchie und Oberhaus ab und regierte als absoluter Herrscher. Nach der Wiedereinsetzung Karls II. als König im Jahr 1660 war Schottland in politischer Hinsicht abermals von England getrennt. Während seiner Regierungszeit gab es mehrere kriegerische Aufstände der Presbyterianer. Der Niedergang Jakobs VII. (Jakob II. von England), Karls Nachfolger, fand in der Glorious Revolution 1688 ohne schottische Beteiligung statt, aber das schottische Parlament

erkannte den neuen König Wilhelm III. unmittelbar danach als Wilhelm II. von Schottland an. Er schaffte das schottische Episkopat im Jahr 1690 ab, wodurch er bei den Schotten in den Lowlands starken Rückhalt gewann. In den Highlands blieb jedoch die Unterstützung des Exilkönigs Jakob auch weiterhin stark.

Im Jahr 1707 wurde das schottische Parlament auf eigenen Beschluss aufgelöst. Nachdem Schottland eine unabhängige Kirchenpolitik und ein eigenes Rechtswesen zugesichert bekam, wurde das Land Teil des Vereinigten Königreiches von Großbritannien. Es entstand also eine Realunion, und die schottischen Abgeordneten waren im britischen Parlament in London vertreten. Die Union hatte ebenso wie die Glorious Revolution von 1688 vor allem unter den Schotten der Highlands viele Gegner, die den Sohn Jakobs VII., Charles Edward Stuart, in den Jakobiterrebellionen in den Jahren 1708, 1715 und 1745/46 unterstützten. Nach der Niederschlagung der Rebellion von 1745 erzwang die britische Regierung die Auflösung der Clanstruktur in den Highlands. Zur gleichen Zeit wuchs Edinburgh, der Mittelpunkt der schottischen Aufklärung, zu einem der bedeutendsten Kulturzentren Europas im 18. Jahrhundert heran.

Zu den herausragendsten Denkern ihrer Zeit gehörten der Nationalökonom und Moralphilosoph Adam Smith und der Philosoph David Hume. In der Literatur erlangten u. a. Tobias Smollett, James Boswell, Robert Burns und etwas später auch Sir Walter Scott überragende Bedeutung.

Im späten 17. Jahrhundert begann die Industrialisierung. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts hatte sich aus dem ursprünglich agrarisch geprägten Schottland ein Industrieland entwickelt. Die schottische Textil-, Stahl- und Schiffbauindustrie trug in nicht unerheblichem Maß zur wirtschaftlichen Vorrangstellung Großbritanniens in dieser Zeit bei.

Nach dem Niedergang des Britischen Empire und auch infolge der Entdeckung großer Erdölreserven vor der Nordostküste Schottlands im Jahr 1969 haben das Nationalbewusstsein und das Autonomiestreben in Schottland eine Wiederbelebung erfahren. Bei den Parlamentswahlen Mitte der siebziger Jahre konnte man laute Rufe nach Unabhängigkeit vernehmen. Die Schottische Nationalistische Partei erhielt in dieser Zeit erstmals Sitze im Parlament.

David Hume
David Hume

Die gleiche Partei trat in den achtziger Jahren und Anfang der neunziger Jahre teilweise gemeinsam mit den Liberalen als Hauptwidersacher der Labour Party auf kommunaler Ebene auf. Die Frage einer effektiven und gerechten Vertretung Schottlands im Parlament erhielt in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren eine neue Tragweite, auch wenn die meisten Schotten sich nicht für die vollständige Unabhängigkeit Schottlands aussprachen.

Am 12. September 1997 votierte die schottische Bevölkerung in einem Referendum für eine (begrenzte) regionale Selbstverwaltung, für ein eigenes Regionalparlament und eine eigene Regionalregierung. Am 25. Januar 1999 trat der entsprechende, vom britischen Parlament verabschiedete Scotland Act in Kraft, und im Mai 1999 fanden die ersten Parlamentswahlen in Schottland seit fast drei Jahrhunderten statt. Dem schottischen Regionalparlament und der Regionalregierung wurden von der britischen Zentralregierung die vollen gesetzgeberischen und exekutiven Kompetenzen in den Bereichen Justiz, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Verkehr, Tourismus und Landwirtschaft übertragen sowie begrenzte Steuerhoheit. Am 1. Juli 1999 nahmen Regionalparlament und Regionalregierung ihre Arbeit auf. "Schottland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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