Geschichte Islands : Unabhängigkeit Islands
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Fotografien Island |
1943 lief der Unionsvertrag mit Dänemark aus, und am 24. Mai 1944 sprachen sich in einer Volksabstimmung 97,3 Prozent der Wähler (bei einer Wahlbeteiligung von 98,6 Prozent) für die Auflösung der Union mit Dänemark aus. Am 17. Juni 1944 wurde die Republik Island gegründet; zu ihrem ersten Präsidenten wurde Svein Björnsson gewählt. Seit 1941 hatten die USA die Einrichtung ständiger Militärstützpunkte in Island gefordert, was von der isländischen Regierung jedoch abgelehnt wurde. Stattdessen einigten sich Island und die USA 1946 auf die weitere Nutzung des Luftwaffenstützpunktes Keflavík. |
1949 trat Island als Gründungsmitglied der NATO bei, und 1951 übertrug das Land, das über keine eigenen Truppen verfügt, den USA in einem bilateralen Vertrag die Landesverteidigung. Die seit 1941 ununterbrochene US-Truppenpräsenz stieß in der Bevölkerung jedoch auf breite Ablehnung. 1985 verabschiedete das Althing einstimmig eine Resolution, die Island zu einer atomwaffenfreien Zone erklärte. Die US-Militärpräsenz endete 2006, als die USA wegen der nur noch geringen strategischen Bedeutung Islands ihre Truppen von der Insel abzogen. Den militärischen Schutz Islands übernahmen nun Norwegen, dessen Luftwaffe Sicherheits- und Überwachungsaufgaben übernahm, und Dänemark, dessen Marine die isländische Küstenwache verstärkte. |
1970 war Island Mitglied der EFTA geworden. Zum Schutz der Fischbestände und Arbeitsplätze hatte Island bereits 1964 seine Hoheitsgewässer von vier auf zwölf Seemeilen und 1972 auf 50 Seemeilen erweitert. Dadurch kam es zu diplomatischen Auseinandersetzungen mit Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland, den „Kabeljaukriegen”. Diese Konflikte dauerten bis 1973 an, als beide Seiten eine auf zwei Jahre begrenzte Vereinbarung über die Fischereigrenzen trafen. Einen Monat vor Ablauf dieser Vereinbarung weitete Island im Oktober 1975 seine Fischereigrenzen einseitig auf 200 Seemeilen aus. Nachdem Verhandlungen über ein neues Abkommen gescheitert waren, begann im November 1975 ein weiterer „Kabeljaukrieg”. 1976 brach Island vorübergehend die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien ab. Weitere Verhandlungen führten zur Anerkennung der 200-Meilen-Zone und zum Abzug der britischen Fischereiflotten im Dezember 1976. |
Das größte Problem der isländischen Wirtschaft war die hohe Inflationsrate, die durch die großen Lohnsteigerungen und die schwankenden Fischpreise am Weltmarkt verursacht wurde. Anfang der achtziger Jahre lag die jährliche Inflationsrate bei 38 Prozent, so dass die Isländische Krone abgewertet wurde und einige Sparmaßnahmen eingeführt werden mussten. Zwischen 1985 und 1989 ging die Inflationsrate auf durchschnittlich 20 Prozent zurück, und in der Folgezeit konnte sie auf unter 3 Prozent gesenkt werden. Der Lebensstandard der Isländer gehörte zu den höchsten der Welt. 1980 wurde mit der parteilosen Vigdis Finnbogadóttir die weltweit erste Frau in das Amt des Staatspräsidenten gewählt; in der Folgezeit wurde sie dreimal im Amt bestätigt, bis sie 1996 auf die Kandidatur für eine fünfte Amtszeit verzichtete. Ihr Nachfolger wurde der Sozialist Olafur Ragnar Grimsson. |
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Vigdís Finnbogadóttir |
Ministerpräsident wurde 1991 Davíð Oddsson von der konservativen Unabhängigkeitspartei (SSF); er regierte das Land zunächst in einer Koalition mit den Sozialdemokraten (SF) und nach den Wahlen von 1995, bei denen die Sozialdemokraten schwere Verluste hatten hinnehmen müssen, zusammen mit der Fortschrittspartei (FSF). Die Wahlen von 1999 bestätigten diese Mitte-rechts-Koalition unter Oddsson, ebenso die Wahlen von 2003, bei denen sich die SSF allerdings nur noch knapp als stärkste Partei behaupten konnte. 2004 trat Oddsson – wie bereits nach den Wahlen im Jahr zuvor vereinbart – zugunsten des bisherigen Außenministers Halldór Ásgrímsson (FSF) als Ministerpräsident zurück und übernahm seinerseits das Außenministerium. |
2006 trat Ásgrímsson seinerseits zurück, nachdem seine Partei bei den Kommunalwahlen äußerst schlecht abgeschnitten hatte; neuer Ministerpräsident wurde Geir Haarde (SSF), der 2005 Oddsson als Außenminister abgelöst hatte. Nach den Wahlen von 2007 bildete Haarde mit den Sozialdemokraten eine neue, eine große Koalition, nachdem der bisherige Koalitionspartner FSF erheblich an Stimmen verloren hatte und freiwillig in die Opposition gegangen war. Als 2008 die von den USA ausgegangene internationale Finanzkrise eskalierte, sah sich die isländische Regierung gezwungen, mehrere in finanzielle Nöte geratene große Banken zu verstaatlichen; die Inflationsrate stieg auf 14,5 Prozent, und der isländische Staat drohte insolvent zu werden. Nach massiven Protesten musste die Regierung von Ministerpräsident Haarde im Januar 2009 zurücktreten. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im darauffolgenden April kam es in Folge der Finanzkrise zu einem Linksruck. Eine Koalition aus Sozialdemokraten und den Linksgrünen erreichte die absolute Mehrheit. Ministerpräsidentin wurde Jóhanna Sigurðardóttir. "Island," Microsoft® Encarta |
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