Geschichte von Israel : Die ersten Jahre der Unabhängigkeit (1948-1965)
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Fotografien Israel |
Die arabischen Nachbarstaaten hatten diesen Schritt erwartet. Am Tag nach der Proklamation des Staates Israel, am 15. Mai 1948, formierten sich Armeeeinheiten Ägyptens, Transjordaniens (heute Jordanien), Syriens, des Libanon und des Irak sowie der noch von den Briten ausgebildeten Arabischen Legion zur Eroberung des neuen Staates. Doch die Kräfte der Haganah erwiesen sich im 1. Nahostkrieg bzw. 1. Arabisch-Israelischen Krieg als besser motiviert und organisiert und dank unablässiger Waffenimporte zunehmend auch als besser gerüstet. Als der von Israel als Unabhängigkeitskrieg verstandene Waffengang nach mehreren Feuerpausen am 20. Juli 1949 mit dem letzten Waffenstillstandsabkommen (mit Syrien) zu Ende ging, hatte sich die politische Landkarte deutlich verändert: Israel hatte knapp 6 000 Quadratkilometer über das im Teilungsplan vereinbarte Gebiet hinaus hinzugewonnen, Transjordanien hatte das Territorium westlich des Jordan (Westjordanland oder West Bank) und die Altstadt von Jerusalem vereinnahmt – diese Gebiete wurden kurz darauf von König Abd Allah ibn al-Husain zum Teil des neuen Königreichs Jordanien erklärt –, und Ägypten hielt den Gazastreifen besetzt. |
Zugleich löste der Krieg eine große Flüchtlingswelle aus: Von den 1,3 Millionen Arabern, die im Mandatsgebiet ansässig gewesen waren, flohen mehr als 700 000 in die Nachbarstaaten, vor allem nach Jordanien, Syrien und in den Libanon, wo sie in Flüchtlingslagern unterkamen, in denen sie heute noch – mehrheitlich schon in zweiter und dritter Generation – leben. |
Im Dezember 1949 erklärte die israelische Regierung Jerusalem zum Regierungssitz und zur „ewigen Hauptstadt”. Zuvor schon hatte der Provisorische Staatsrat Wahlen zum Parlament (Knesset) organisiert, das David Ben Gurion, den Führer der sozialistischen Arbeiterpartei Mapai (siehe Israelische Arbeitspartei) und Vorsitzenden der Jewish Agency, zum ersten Ministerpräsidenten wählte. Erster Staatspräsident wurde Chaim Weizmann, der langjährige Führer der zionistischen Bewegung. Ben Gurion, von vielen als „Vater der Nation” verehrt, spielte bis Mitte der sechziger Jahre eine entscheidende Rolle in der israelischen Politik. Sein Hauptanliegen war die Festigung des jungen Staates – vor allem durch den Aufbau einer modernen Armee. |
Gegen starke Widerstände im eigenen Land schloss Ben Gurion 1952 das so genannte Wiedergutmachungsabkommen mit der Bundesrepublik Deutschland, das die Reparationszahlungen für die Schädigungen und Verbrechen regelte, derer sich die Deutschen unter dem Nationalsozialismus gegenüber den europäischen Juden schuldig gemacht hatten. |
Der israelische Staat war aus seiner eigenen wirtschaftlichen Basis heraus lange Zeit ökonomisch nicht lebensfähig, trotz außerordentlicher Aufbauleistungen in der Landwirtschaft und des Aufbaus eigener Industrien. Von Anfang an belasteten überaus hohe Militärausgaben das Budget. 1950 stellte die US-Regierung 400 Millionen US-Dollar Soforthilfe zu Verfügung; das gesamte Startkapital in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar, das damals aufgebracht wurde, stammte jedoch vorwiegend von internationalen Geldgebern, vor allem von der jüdischen Gemeinschaft in den USA. Bis heute sind Zahlungen aus dem Ausland, insbesondere die amerikanische Wirtschafts- und Militärhilfe, ein bedeutender Faktor in der israelischen Haushaltspolitik. |
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Proklamation des Staates Israel |
Unmittelbar nach der Erlangung der Unabhängigkeit öffnete Israel seine Grenzen für jüdische Einwanderer aus aller Welt. Zum Zeitpunkt der Staatsgründung lebten 650 000 Juden im Mandatsgebiet, 80 Prozent von ihnen Einwanderer aus West- und Osteuropa (Aschkenasim); bis 1952 hatte sich die Bevölkerung verdoppelt. Viele Immigranten waren Überlebende der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Während der fünfziger Jahre kamen immer mehr Juden aus den muslimischen Ländern des Mittleren Ostens und Nordafrikas (Sephardim) nach Israel; ihre höhere Geburtenrate führte dazu, dass sie seit Ende der sechziger Jahre die Bevölkerungsmehrheit stellen. Innerhalb von drei Jahrzehnten verfünffachte sich die israelische Bevölkerung, zwei Drittel dieser Zunahme ging auf die Einwanderung zurück. "Israel," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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