Fotografien
Geschichte von Madagaskar : Unabhängigkeit von Madagaskar
Fotografien Madagaskar

1946 wurde Madagaskar durch die Verfassung der IV. Republik in Frankreich Teil der Französischen Union, was aber an dem kolonialen Status und der Abhängigkeit Madagaskars von Frankreich wenig änderte. Im März 1947 brach ein bewaffneter Aufstand gegen die französische Herrschaft aus, den Frankreich brutal niederschlug. In der Folge verhängte Frankreich einerseits einen jahrelangen Ausnahmezustand über die Insel, bemühte sich andererseits aber auch um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

In den fünfziger Jahren erweiterte Frankreich schrittweise die Selbstverwaltung der Insel.

1956 erhielt Madagaskar begrenzte Autonomie, und 1958 wurde es unter der Verfassung der V. Republik, die die Madagassen mit großer Mehrheit in einer Volksabstimmung gebilligt hatten, autonome Republik innerhalb der Französischen Gemeinschaft. Philibert Tsiranana, Führer der sozialdemokratischen Partei, wurde der erste Staatspräsident. Am 26. Juni 1960 wurde die Republik völlig unabhängig. Unter der Regierung Tsiranana, die sich eng an Frankreich orientierte, erlebte Madagaskar zunächst relativ stabile Zeiten, bis sich in den späten sechziger Jahren zunehmende Kritik an der fortgesetzten Abhängigkeit von Frankreich erhob. Streiks und Proteste zwangen Tsiranana schließlich 1972 zum Rücktritt.

Militärherrschaft
Die Macht übernahm nun der Oberbefehlshaber der Armee, General Gabriel Ramanantsoa. Er orientierte das Land innen- wie außenpolitisch neu, schlug einen sozialistischen Kurs ein, hob die Gewaltenteilung auf und löste die enge Zusammenarbeit mit Frankreich.

Aber auch er musste aufgrund zunehmender innenpolitischer Konflikte im Februar 1975 die Macht abgeben, und zwar an Oberst Ratsimandrava, der jedoch noch im selben Monat ermordet wurde. Im Juni wurde Oberst Didier Ratsiraka zum Staatschef ernannt. Unter seiner Führung wurde im Dezember 1975 eine neue Verfassung verabschiedet und das Land in Demokratische Republik Madagaskar umbenannt. Ratsiraka forcierte den sozialistischen Kurs Ramanantsoas und suchte außenpolitisch die Nähe zu kommunistischen Staaten wie der Sowjetunion, China und Nordkorea.

Eine zunehmend desolate wirtschaftliche Situation rief in den achtziger Jahren eine wachsende Opposition gegen Ratsiraka hervor, so dass sich Ratsiraka, obwohl erst 1989 ein zweites Mal nach 1982 wiedergewählt, schließlich zu Reformen gezwungen sah: 1990 führte er das Mehrparteiensystem wieder ein, und 1991 musste er nach Massendemonstrationen und Generalstreiks eine von der Opposition gestellte Übergangsregierung einsetzen und wesentliche Befugnisse abgeben. Im August 1992 wurde eine neue, von der Übergangsregierung ausgearbeitete Verfassung, die die Macht des Präsidenten erheblich beschnitt, per Volksabstimmung angenommen; sie trat im September 1992 in Kraft. Bei den ersten Präsidentschaftswahlen unter der neuen Verfassung setzte sich in der Stichwahl im Februar 1993 der Oppositionsführer Albert Zafy gegen Ratsiraka durch.

Didier Ratsiraka
Didier Ratsiraka
Madagaskar," Microsoft® Encarta
Benutzerdefinierte Suche