Vereinigung und Unabhängigkeit in Rumänien
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Fotografien Rumänien |
Nach seiner Niederlage im Krimkrieg musste Russland 1856 im Frieden von Paris die Schutzherrschaft über die Donaufürstentümer abtreten und Südbessarabien an die Moldau zurückgeben. Die Walachei und die Moldau kamen nun unter das Protektorat europäischer Großmächte (u. a. Frankreich, Großbritannien, Österreich, Preußen), blieben aber unter osmanischer Oberhoheit. Aus dem Wunsch heraus, die beiden Fürstentümer zu vereinen, wählten 1859 die Walachei und die Moldau den moldauischen Oberst Alexandru Ion Cuza zum gemeinsamen Fürsten. Cuza proklamierte – vom Osmanischen Reich anerkannt – am 24. Januar 1862 die Vereinigung der beiden Fürstentümer unter dem Namen Rumänien. Er leitete einige Reformen ein, geriet jedoch unter den Druck der von Ion Brătianu angeführten Opposition und musste 1866 abdanken. Zum neuen Fürsten wurde daraufhin Karl Eitel Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen als Karl I. gewählt. Am 14. März 1881 proklamierte ihn das Parlament zum König von Rumänien. |
Während des Russisch-Türkischen Krieges von 1877/78 erklärte sich Rumänien für unabhängig. Der Berliner Kongress erkannte am 13. Juli 1878 die Souveränität Rumäniens an, forderte jedoch die Rückgabe Südbessarabiens an Russland; dafür erhielt Rumänien die nördliche Dobrudscha. |
Nach dem 2. Balkankrieg, in den Rumänien 1913 auf der Seite Serbiens und Griechenlands gegen Bulgarien eingegriffen hatte, bekam Rumänien im Frieden von Bukarest vom 10. August 1913 auch die südliche Dobrudscha; damit war Rumänien die stärkste Macht auf der Balkanhalbinsel. Im 1. Weltkrieg blieb Rumänien zunächst neutral, erklärte aber unter Karls Nachfolger Ferdinand I. am 27. August 1916 Österreich-Ungarn den Krieg und marschierte in Siebenbürgen ein. Innerhalb weniger Monate wurden die Rumänen jedoch von den Mittelmächten zurückgeschlagen und mussten schließlich am 7. Mai 1918 den Frieden von Bukarest mit den Mittelmächten unterzeichnen, der u. a. die Abtretung der Dobrudscha beinhaltete. |
Noch vor Ende des 1. Weltkrieges besetzten rumänische Truppen Bessarabien und nach Kriegsende Siebenbürgen. In den Friedensverträgen von Saint Germain (mit Österreich), Trianon (mit Ungarn) und Neuilly (mit Bulgarien) wurde Rumänien die Bukowina, Siebenbürgen, der nordöstliche Teil des Banats und Bessarabien sowie die Dobrudscha zugesprochen. Durch diese Gebietsgewinne hatte Rumänien sein Staatsgebiet mehr als verdoppelt. |
Nach dem Krieg leitete die Regierung einige Reformen ein, darunter eine Agrar- und eine Verfassungsreform; die neue Verfassung trat 1923 in Kraft. Dominiert wurde die Regierung zunächst von der Nationalliberalen Partei unter der Führung von Ion Brătianu, der von 1922 bis 1926 sowie erneut 1927 faktisch als Diktator regierte. Die Unzufriedenheit insbesondere der Bauern mit der nationalliberalen Regierung und dem diktatorischen Regime führte jedoch nahezu pausenlos zu Konflikten, und die instabile innenpolitische Lage begünstigte das Entstehen rechtsgerichteter Bewegungen wie etwa der faschistischen, antisemitischen Eisernen Garde. Außenpolitisch verbündete sich Rumänien in der Kleinen Entente mit Jugoslawien und der Tschechoslowakei; mit der Sowjetunion gab es wegen Bessarabiens Spannungen. 1926 musste der Kronprinz Karl aufgrund seiner Affäre mit Magda Lupescu auf den Thron verzichten und nach Paris ins Exil gehen. Nach dem Tod Ferdinands I. 1927 folgte Karls minderjähriger Sohn Michael auf dem Thron. 1928 wurde Iuliu Maniu, Vorsitzender der Nationalen Bauernpartei, zum Ministerpräsidenten gewählt. Auf sein Betreiben kehrte Karl aus dem Exil zurück und bestieg 1930 als Karl II. den Thron. Karl II. pflegte einen autoritären Führungsstil und regierte mit rasch wechselnden Kabinetten, gestützt entweder von den Nationalliberalen oder der Bauernpartei. Auf das weitere Erstarken rechtsgerichteter Parteien reagierte Karl II. mit der Errichtung einer Diktatur: Er setzte die Verfassung außer Kraft, ließ alle Parteien verbieten und gründete eine Staatspartei. "Rumänien," Encarta |
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Ferdinand I. (von Rumänien) |
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