Geschichte Tunesiens : Unabhängigkeit Tunesiens
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Fotografien Tunesien |
Tunesien war im 2. Weltkrieg jahrelang Schauplatz des Wüstenkrieges zwischen dem deutsch-italienischen Afrikacorps und den Alliierten, der Zehntausende Einheimische das Leben kostete und das Land völlig ruinierte. Verschlimmert wurde die Lage durch Hungersnöte infolge der Dürrejahre 1945 und 1947. Obwohl Frankreich Tunesien zwischenzeitlich Teilautonomie innerhalb der Französischen Union zuerkannt (1946) und Einheimische an der Regierung beteiligt hatte (1947), nahmen die Spannungen zwischen Kolonialmacht und Kolonisierten zu. Nach der Ermordung tunesischer Oppositionspolitiker entluden sich die Spannungen 1952 in offener Gewalt. Streiks, Sabotageakte und Anschläge der tunesischen Untergrundbewegung wurden von den französischen Besatzern mit militärischen Mitteln geahndet, die Hunderte Todesopfer forderten. |
Erst der 1954 ausgebrochene Algerienkrieg brachte Frankreich zum Einlenken. Zunächst versuchte die französische Regierung ihr Protektorat am 3. Juni 1955 noch durch das Zugeständnis einer erweiterten Autonomie zu halten; schließlich sah sie sich doch gezwungen, Tunesien am 20. März 1956 in die Unabhängigkeit zu entlassen. Aus den ersten Wahlen zur Nationalversammlung am 25. März 1956 ging die Néo-Destour-Partei mit großer Mehrheit als Sieger hervor. Am 25. Juli 1957 wurde der Bey, der inzwischen den Königstitel angenommen hatte, abgesetzt und der Übergang von der Monarchie zur Republik durch die Ernennung von Premierminister Habib Bourguiba zum Staats- und Regierungschef vollendet. |
Die Entlassung der meisten Franzosen aus dem Staatsdienst löste einen Massenexodus europäischer Fachkräfte aus, der die Wirtschaft stark belastete. Die neue Regierung trennte Staat und Religion, ersetzte die Scharia durch ein bürgerliches Recht und leitete politische und wirtschaftliche Reformen nach westlichem Vorbild ein, womit sie sowohl bei den traditionsverhafteten Muslimen als auch bei linken Gewerkschaftern Unmut hervorrief. Der Popularität des autoritär regierenden Präsidenten tat dies jedoch kaum Abbruch. Nachdem am 1. Juni 1959 die erste Verfassung der tunesischen Republik in Kraft getreten war, wurde Bourguiba am 8. November ohne Gegenkandidat im Amt bestätigt, und seine Néo-Destour-Partei eroberte sämtliche Sitze in der Nationalversammlung. |
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Tunesisches Haus. Bild E. Buchot |
"Tunesien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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