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Die ungarische Wirtschaft
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Vor dem 2. Weltkrieg bildete die Landwirtschaft die wirtschaftliche Grundlage Ungarns. Die wenigen Industriebetriebe des Landes wurden während des Krieges fast vollständig zerstört. Nachdem die Kommunistische Partei 1948 die bestimmende Macht geworden war, verkündete die ungarische Regierung eine Reihe langfristiger Pläne zur Wirtschaftsentwicklung. Der Hauptakzent dieser Pläne lag auf der Industrialisierung des Landes, wobei die Konsumgüterindustrie und der Dienstleistungssektor vernachlässigt werden sollten.

In diesem Zuge setzte die Regierung ihre Gelder in erster Linie zum Aufbau der Schwerindustrie ein. Ende der siebziger/Anfang der achtziger Jahre geriet das Wirtschaftswachstum Ungarns zunehmend ins Stocken, die Auslandsverschuldung stieg dramatisch.

Als Ursachen hierfür erkannten einige Experten u. a. die straffen, planwirtschaftlichen Strukturen sowie die zu einseitige Ausrichtung der ungarischen Ökonomie, folglich begann ein Umdenken. Gegen Ende der achtziger Jahre (ab 1988) wurden Entscheidungen im wirtschaftlichen Bereich in gewissem Umfang dezentralisiert. Nach den ersten freien Wahlen 1990 erfolgte schrittweise die Umstellung von der Planwirtschaft zu den Prinzipien der freien Marktwirtschaft. Gleichzeitig öffnete sich das Land stärker dem Tourismus, der sich schnell zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelte. In diesem Zuge baute man auch den Dienstleistungssektor enorm aus.

2004 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei 112 920 Millionen US-Dollar. Den Hauptbeitrag zum BIP lieferte der Dienstleistungsbereich mit 65,7 Prozent, gefolgt von der Industrie mit 30,1 Prozent und der Landwirtschaft mit 4,2 Prozent.

Die Inflationsrate lag bei 3,70 Prozent (2006). Von den 4,20 Millionen Erwerbstätigen Ungarns (2006) sind etwa 63 Prozent in der Dienstleistungsbranche, 32 Prozent in der Industrie und circa 5 Prozent in der Landwirtschaft beschäftigt. Die meisten Arbeitnehmer sind in Gewerkschaften organisiert. Diese haben sich zum Zentralrat der ungarischen Gewerkschaften zusammengeschlossen, der über vier Millionen Mitglieder zählt.

51,3 Prozent der Gesamtfläche Ungarns werden als Ackerland genutzt (2005). Die Haupterzeugnisse sind Mais, Weizen, Zuckerrüben, Gerste, Kartoffeln und Roggen, wobei Getreide die Hälfte der gesamten Produktionsmenge ausmacht. An Gemüse werden insbesondere Tomaten, Paprika und Zwiebeln (siehe Lauch) angebaut.

Pflaumenernte in Ungarn

Pflaumenernte in Ungarn. Encarta

Die Weinbaugebiete in der Region um Tokaj sind auf der ganzen Welt berühmt („Tokajer”). Die Viehwirtschaft konzentriert sich vor allem auf die Haltung von Schweinen und Schafen. Einige Betriebe haben sich auf die Geflügelhaltung (Enten, Gänse und Hühner) spezialisiert. Etwa 2,8 Prozent der Agrarflächen werden für den Obstanbau genutzt.
In der Nachkriegszeit verringerte sich der Waldbestand aufgrund der Ausdehnung des Ackerlandes, der hohen Abholzungsquote und der unzureichenden Wiederaufforstungsmaßnahmen. In den sechziger Jahren beschränkte die Regierung den Holzeinschlag und startete umfassende Programme zur Wiederaufforstung. Der Fischfang ist am Plattensee (Balaton), an der Donau und an der Theiß (Tisza) ein wichtiger regionaler Wirtschaftszweig. Die gefangenen Fischarten sind vor allem Barsche, Karpfen, Hechte und Welse. "Ungarn," Microsoft® Encarta
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