Natürliche Vegetation und Böden in Russland
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Fotografien Russland |
Die breiten Vegetations- und Bodenzonen Russlands entsprechen annähernd den Klimazonen des Landes. Im hohen Norden wächst auf tief reichendem Dauerfrostboden eine Tundrenvegetation aus Moosen, Flechten und niedrigen Sträuchern. Der Untergrund ist hier bis in große Tiefen ganzjährig gefroren, nur eine dünne Oberflächenschicht taut im Sommer auf. Über zwei Fünftel des russischen Territoriums sind waldbedeckt, der größte Teil davon liegt im asiatischen Landesteil. Insgesamt stellen die Wälder nahezu ein Viertel der Waldfläche der Erde dar. Die Waldzonen des Landes lassen sich unterteilen in einen nördlichen Teil, den borealen Nadelwaldgürtel (Taiga), und den sehr viel kleineren südlichen Mischwald. Die Taiga schließt sich südlich an die Tundra an; sie bedeckt die nördlichen zwei Fünftel des europäischen Teiles von Russland und erstreckt sich über einen großen Teil Sibiriens und des russischen Fernen Ostens. Ein erheblicher Teil dieser Region ist durch tief reichende Dauerfrostböden gekennzeichnet. |
Die Taiga besteht hauptsächlich aus Nadelbäumen, doch an einigen Stellen tragen Laubbäume wie Birken, Pappeln, Espen und Weiden zur Waldvielfalt bei. Im äußersten nordwestlichen Teil der europäischen Region beherrschen verschiedene Kiefernarten die Taiga. Östlich der Westhänge des Uralgebirges dominieren Tannen, zudem wachsen hier Kiefern; in einigen Gegenden gibt es fast reine Birkenwaldbestände. |
Die Taiga der Westsibirischen Tiefebene besteht hauptsächlich aus Kiefernarten, entlang der Südränder des Waldes sind Birken vorherrschend. In weiten Teilen des Mittelsibirischen Berglandes und in den fernöstlichen Gebirgen dominieren Lärchen. Überall in der Taiga sind die Bäume im Allgemeinen klein und stehen weit auseinander. Ein beträchtlicher Teil des Landes ist baumlos, hauptsächlich aufgrund unzureichender Entwässerung; in diesen Gebieten bilden Sumpfgräser und Gebüsche die pflanzliche Decke. Die vorherrschenden Böden der Taiga sind Podsole; sie sind relativ unfruchtbar, da die meisten ihrer Pflanzenminerale durch das saure Grundwasser ausgewaschen worden sind. |
Mischwald aus Nadel- und Laubbäumen bedeckt den zentralen Teil des Osteuropäischen Tieflandes von Sankt Petersburg im Norden bis zur ukrainischen Grenze im Süden. Im Mischwald dominieren im Norden Nadelbäume und im Süden Laubbäume, hauptsächlich Eichen, Buchen, Hainbuchen und Ahorn. Ein ähnlicher Wald beherrscht fast den ganzen Süden des fernöstlichen Russlands, am mittleren Flusstal des Amur und südlich entlang des Ussuri-Flusstales. Graubraune Waldböden findet man in der Mischwaldzone. Sie sind nicht so unfruchtbar wie die Böden der Taiga im Norden. Mit entsprechenden Anbaumethoden und starker Düngung können sie recht ertragreich sein. |
Nach Süden hin geht der Mischwald in eine schmale Waldsteppenzone über, bevor die eigentliche Steppenzone beginnt. Die Waldsteppe weist Graslandvegetation mit verstreuten Baumhainen auf, ist heute jedoch größtenteils kultiviert. Sie ist durchschnittlich 150 Kilometer breit und erstreckt sich nach Osten über das mittlere Wolgatal und das südliche Uralgebirge bis in die südlichen Bereiche des Westsibirischen Tieflandes. Isolierte Gebiete dieser Zone finden sich im Süden, in den Zwischengebirgsbecken Ostsibiriens. Die Steppe ist eine Vergesellschaftung von Gräsern mit wenigen, oft verkümmerten Bäumen. Zu dieser Region gehören die Westhälfte der Nordkaukasischen Platte und ein Landstreifen, der sich nach Osten über das südliche Wolgatal, den südlichen Ural und Teile Westsibiriens erstreckt. Ebenso wie die Waldsteppenzone ist auch ein großer Teil der Steppe kultiviert. |
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Lärchenbestand. Encarta |
Waldsteppe und Steppe gedeihen auf fruchtbaren Böden, zusammen bilden sie eine Region, die als Schwarzerdegürtel bekannt ist; sie ist das landwirtschaftliche Kernland Russlands. Die Waldsteppe verfügt über schwarze Tschernosemböden, die einen hohen Humusgehalt und einen nahezu ausgewogenen Mineralstoffgehalt für die Kultivierung der meisten Feldfrüchte haben. Die Waldsteppe hat in der Wachstumsphase die bessere Feuchtigkeitsversorgung gegenüber der Steppe und ist daher die beste Landwirtschaftsregion in Russland. Die Steppenböden sind nicht ganz so humusreich wie die Tschernosemböden im Norden, doch haben sie einen sehr hohen Mineralstoffgehalt. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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